Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.05.2012

14:26 Uhr

Facebook-Aktien

Warum Kleinanleger beim Börsengang in die Röhre schauen

VonMartin Barwitzki

Der mit Spannung erwartete Börsengang steht kurz bevor. Die Erwartungen sind groß. Doch viele deutsche Anleger schauen enttäuscht zu. Die Chance, als Privatanleger an Aktien heranzukommen, ist äußerst gering.

Warum Facebook für Anleger gefährlich ist

Video: Warum Facebook für Anleger gefährlich ist

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

So jung, hip und weltumspannend das soziale Netzwerk Facebook auch ist - beim eigenen Börsengang stößt das Unternehmen interessierte Privatanleger außerhalb der USA vor den Kopf. Denn um das zukünftige Schwergewicht noch vor dem Start an der Technologiebörse Nasdaq zeichnen zu können, braucht der geneigte Anleger ein Aktien-Depot bei einer Bank, die in den Vereinigten Staaten ansässig ist.

So kommt es auch, dass es der Deutschen Bank nicht erlaubt ist, ihren in Deutschland lebenden Kunden Papiere zukommen zu lassen. Und das obwohl sie eine von 33 Konsortialbanken ist, die den Börsengang begleitet.

Wer vom Facebook-Börsengang profitiert

Mark Zuckerberg

Der Chef und Gründer von Facebook besitzt knapp 534 Millionen Aktien. Dieser Anteil von 28 Prozent ist etwa 28 Milliarden Dollar wert. Damit wäre der 27-Jährige der viertreichste Amerikaner. Nach einer Aufstellung der Zeitschrift „Forbes“ sind dann nur Microsoft -Gründer Bill Gates, der legendäre Investor Warren Buffett und Oracle -Chef Larry Ellison wohlhabender als Zuckerberg.

Risikokapitalgeber

Jim Breyer und seine Risikokapitalfirma Accel Partners besitzen zusammen etwa elf Prozent der Facebook-Anteile, die nun etwa 11,4 Milliarden Dollar wert sein dürften. Accel stieg bei Facebook im Jahr 2005 ein, als das Unternehmen mit 100 Millionen Dollar bewertet wurde. Das Unternehmen investierte damals 12,7 Millionen Dollar.

Einzelinvestoren

Weitere wichtige Eigner sind die russische Gesellschaft DST Global mit sieben Prozent, Goldman Sachs mit 3,5 Prozent, der Investor Peter Thiel mit zwei Prozent und die Firma T. Rowe Price mit einem Prozent. Der Internetpionier Marc Andreessen und seine Beteiligungsfirma Andreessen Horowitz besitzen einen kleinen Teil von Facebook.

Die Rendite der Eigner hängt davon ab, wann sie die Anteile kauften. Investor Thiel dürfte prozentual den größten Gewinn gemacht haben: Er stieg schon im Jahr 2004 ein und investierte damals 500.000 Dollar.

Mitbegründer

Facebook-Mitbegründer Dustin Moskovitz besitzt etwa sieben Prozent des Unternehmens. Ein weiterer Mitbegründer, Eduardo Saverin, hielt früher einen geschätzten Anteil von fünf Prozent, taucht aber in der Liste der wichtigsten Aktionäre nicht mehr auf. Saverin hat wahrscheinlich einen großen Teil seiner Aktien verkauft.

Angestellte

Auch für viele der 3200 Facebook-Angestellten dürfte sich der Börsengang auszahlen, weil ihre Arbeit auch mit Aktienoptionen vergütet wird. Autohäuser, Immobilienmakler und Luxushändler im Silicon Valley reiben sich schon die Hände. Manche Facebook-Mitarbeiter wollen ins All fliegen. Andere planen archäologische Expeditionen zu Maya-Ruinen.

Familienmitglieder

Aus dem Antrag für den Börsengang geht hervor, dass auch Verwandte von wichtigen Facebook-Managern großzügig mit Aktien bedacht wurden. So unterstützte Zuckerbergs Vater Edward die noch junge Firma in den Jahren 2004 und 2005 mit Geld und bekam eine Option zum Kauf von zwei Millionen Aktien. Die Frist zur Ausübung ließ er aber verstreichen. Im Dezember 2009 erhielt Edward Zuckerberg aber schließlich zwei Millionen Anteilsscheine von Facebook.

Wohl dem, der einmal in den USA studiert oder gelebt hat und dadurch dort noch ein Depot besitzt. So könnte man meinen. Allerdings berichten interessierte Facebook-Freunde in den USA, dass die Chancen für einen richtigen Einstieg beim Start für die kleineren Geldbeutel ohnehin gering sind. So sollen mindestens 75 Prozent der angebotenen 337,4 Millionen Aktien bei Großanlegern landen. Aufgrund dessen dürften Privatkunden nach Meinung von Experten im Schnitt nur fünf Aktien ergattern können, und dies nur, wenn sie mindestens 10.000 Aktien zeichnen.

Börsengang: Facebook verlangt höhere Preise

Börsengang

Facebook verlangt höhere Preise

Die Facebook-Aktie soll bereits überzeichnet sein.

Dennoch heizten US-Medienberichte Anfang Mai das Fieber bei den Kleinanlegern noch einmal an. So hieß es in einem Artikel der „New York Times“, dass Facebook überlege, den Verkaufsanteil für private Investoren auf 20 bis 25 Prozent erhöhen zu wollen. Die Anteilsscheine sollen dann über Online-Wertpapierhändler wie TD Ameritrade oder ETrade verkauft werden. Letzterer wurde erst kurz vor Schluss in den erlauchten Kreis der beteiligten Banken aufgenommen. Nur wer beispielsweise bei Ameritrade in den Genuss von IPO-Aktien kommen möchte, muss laut Internetseite beispielsweise ein registriertes Konto in Höhe von 250.000 US-Dollar besitzen oder mindestens 30 Trades in den letzten drei Monaten getätigt haben. Nun werden in diversen Foren bereits Sorgen laut, dass auch bei ETrade vorrangig die Trader mit hohen Umsätzen bedient werden könnten.

Wie schütze ich meine Daten vor Facebook?

Welche Daten sollte ich in sozialen Netzwerken veröffentlichen?

Wer ein Profil in einem Netzwerk anlegen möchte, muss persönliche Daten preisgeben. Wichtig sind dabei zwei Entscheidungen: Welche Daten gebe ich an – und wer darf diese Daten lesen? Wer soziale Netzwerke zur Jobsuche nutzt, sollte einen kleinen Einblick in seine persönlichen Interessen geben. Kritisch können aber etwa Fotos aus dem Privatleben sein: Denn so weiß schnell auch der Arbeitgeber, was auf der Feier am vergangenen Wochenende geschehen ist. Der beste Datenschutz ist natürlich, Daten gar nicht erst zu veröffentlichen. Und: Das nachträgliche Löschen von Daten nützt nicht immer etwas – häufig finden sich irgendwo Spuren der alten Informationen oder Fotos.

Wie kann ich verhindern, dass Facebook mein Surfverhalten aufzeichnet?

Seiten wie das Technikportal Heise.de binden den „Gefällt mir“-Knopf nicht direkt ein, sondern laden ihn erst, wenn der Nutzer das wünscht. Diese Funktion gibt es aber nur auf wenigen anderen Seiten. Wer die Datensammlung abwehren will, kann verhindern, dass der Facebook-Knopf geladen wird. Nutzer des Browsers Firefox können dazu den Werbeblocker AdBlock-Plus nutzen. Wie sie die Filterregeln richtig einstellen, lässt sich leicht mit einer Suchmaschine herausfinden. Das Verfahren funktioniert auch mit anderen Netzwerken wie Google+. Facebook-Mitglieder können auch ihre Cookies löschen, sodass der Server nicht erkennt, dass er ein Mitglied vor sich hat.

Welche Daten sammelt Facebook durch den „Gefällt mir“-Knopf?

Viele Websites binden den „Gefällt mir“-Button von Facebook ein. Ob das Soziale Netzwerk beim Besuch einer solchen Seite Daten sammelt, hängt davon ab, ob der Nutzer ein Facebook-Konto hat. Von Nicht-Mitgliedern wird die IP-Adresse an das Unternehmen übertragen. Diese eindeutige Zahlenkombination bekommt ein Internetnutzer zugewiesen, wenn er sich ins Internet einwählt – sie funktioniert wie das Nummernschild am Auto. Bei deutschen Nutzern werden die letzten Stellen der Ziffernfolge allerdings gestrichen, sodass die Daten anonym sind. Von Mitgliedern wird mehr übertragen: Unter anderem die Seite, auf welcher der Facebook-Knopf geladen wurde, die Uhrzeit und der Browsertyp, den der Surfer nutzt. Ob jemand Mitglied ist, erkennt Facebook an einem Cookie, einer kleinen Textdatei, die beim Einloggen auf seinem Computer gespeichert wird.

Was passiert mit den Daten, die im Internet über mich gesammelt werden?

Oft werden die Informationen für Werbung verwendet, die genau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten ist. Arbeitgeber nutzen das Internet auf der Suche nach Informationen über Bewerber. Die leichtsinnige Preisgabe persönlicher Daten kann aber auch finanzielle Folgen haben. So nutzen Kriminelle immer wieder Kreditkarten-und Bankverbindungsdaten, um illegal Geld abzubuchen.

Der breiten Masse bleibt also nichts anderes übrig als von der Seitenlinie aufs Geschehen zu blicken und neidisch auf den Zeichnungsgewinn der Involvierten zu blinzeln. Erst nach Handelsbeginn in New York kann dann jeder entscheiden, ob er der Aktie künftige Kurshöhenflüge zutraut. Doch auch andere Kursrichtungen werden gerne angenommen. „Ich werde FB auf jeden Fall so schnell wie möglich shorten. Das dürfte ein grandioser Trade werden“, frohlockt bereits wallstreet-online.de-Nutzer Aktienfritze im dortigen Forum.

Facebook

Bauchschmerzen vor dem Börsengang

Facebook: Bauchschmerzen vor dem Börsengang

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×