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14.06.2011

14:22 Uhr

Facebook-Börsengang

Die 100-Milliarden-Dollar-Frage

VonAnnika Williamson

Börsianer fragen, wie viel ist Facebook wirklich wert? Die Verunsicherung angesichts astronomischer Summen ist groß. Denn die Nutzerzahlen bröckeln. Und das ist nicht das einzige Problem.

Facebook-Schriftzug spiegelt sich im Auge eines Computernutzers: Facebook verliert Fans. Quelle: dpa

Facebook-Schriftzug spiegelt sich im Auge eines Computernutzers: Facebook verliert Fans.

DüsseldorfSatte 100 Milliarden Dollar will Facebook wert sein. Damit wird der Börsengang des Social-Media-Giganten Anfang nächsten Jahres konkret - doch Anleger stehen ratlos vor dieser Zahl.

Bisher musste Facebook keine Geschäftszahlen veröffentlichen, viele Annahmen über den finanziellen Erfolg des Unternehmens sind Spekulation. Auf die zentrale Frage im Geschäftsmodell - "Wie macht Facebook seine Hunderte Millionen von Nutzern zuverlässig zu Geld?" - weiß keiner eine Antwort. Und zudem gibt es kaum einen angemessenen Vergleich, der Orientierung bietet.

Vor einigen Wochen staunten Anleger noch über den Börsengang des Karrierenetzwerks Linkedin. Zehn Milliarden Dollar war es an seinem ersten Börsentag wert. Die Aufregung war groß. Beobachter sprachen wieder von einem Hype, von Internetblasen und einer neuen New Economy - Beunruhigung und Begeisterung über die Social-Media-Unternehmen gehen seitdem Hand in Hand.

Doch der Linkedin-Börsengang lebte schon von den Erwartungen an Facebook, sagt Marcus Silbe, Analyst bei Close Brothers Seydler Research: "Der Hype um Social-Media-Unternehmen hat erst richtig angefangen, als Facebook vor einigen Monaten zum ersten Mal verlautbaren ließ, dass es an die Börse will. Darauf warten die Investoren schon lange."

Die heißesten Börsengänge des Jahres

Renren

Den Auftakt zum IPO-Reigen im Tech-Segment machte Anfang Mai Renren. Der chinesische Facebook-Konkurrent wurde von der US-Börse mit rund fünf Milliarden Dollar bewertet. Dass das Unternehmen im vergangenen Jahr rund 64 Millionen Dollar Verlust bei gerade mal 77 Millionen Dollar Umsatz machte, interessierte dabei scheinbar niemanden. Analysten erklärten das Phänomen damit, dass Renren gleich zwei besonders gefragte Wachstumsthemen für  sich verbuchen kann: China und soziale Netzwerke.

Linked In

Noch gigantischer fiel das Börsendebüt des Karrierenetzwerks Linked In aus. Gleich in den ersten Handelsminuten stieg die Aktie bis auf 93 Dollar, zwischendurch sogar bis 112 Dollar. Verkauft worden waren die Papiere zu einem Preis von 45 Dollar. Wegen der immensen Nachfrage hatte das Internetunternehmen den Preis für die Aktien während der Zeichnungsphase zweimal angehoben. Trotzdem konnte die Nachfrage nicht annähernd bedient werden. Den Großteil der 7,84 Millionen auszugebenden Anteile hatten sich zuvor Investment- und Rentenfonds, Großbanken und andere große Investoren gesichert.

Yandex

Auch die Russen sorgten mit dem größten IPO in der Branche seit dem Börsendebüt von Google im Jahr 2004 für staunende Augen. Die Internetfirma nahm bei ihrem Börsengang in den USA 1,3 Milliarden Dollar ein und übertraf damit die Erwartungen. Die Yandex-Aktie verteuerte sich bereits am ersten Handelstag deutlich. Der Kurs des an der Nasadq notierten Papiers stieg um 9,50 Dollar auf 34,50 Dollar - ein Plus von 38 Prozent.

Yandex gilt als „Google von Russland“ und kommt bei Suchanfragen auf einen Marktanteil von 65 Prozent - das ist rund dreimal soviel wie der Anteil von Google in dem Land. Im vergangenen Jahr verzeichnete die 1997 gegründete Firma bei einem Umsatzanstieg von über 40 Prozent auf 445 Millionen Dollar einen Ergebnissprung von 90 Prozent auf 135 Millionen Dollar. Die Bewertung von Yandex liegt bei dem 18-fachen Wert der Umsätze.

Groupon

Folgerichtig suchen auch andere Internetfirmen wie das Schnäppchenportal Groupon ihr Glück in einem Börsengang. Das Unternehmen mit  Firmensitz in Chicago wurde 2008 gegründet und  soll vergangenes Jahr ein Übernahmeangebot von Google in Höhe von  sechs Milliarden Dollar ausgeschlagen  haben. Angaben zum Aktienpreis der Emission werden nicht gemacht. Laut Wall Street  Journal gehen mit dem Börsengang vertraute Kreise davon aus, dass rund eine Milliarde Dollar erlöst werden soll, bei einer Gesamtbewertung des Unternehmens von gut 20 Milliarden Dollar. Andere Quellen sprechen von 750 Millionen Dollar Emissionserlös als Zielgröße.

Nach Angaben  des  Börsenprospekts meldete Groupon für das erste Quartal 2011 einen Umsatz von  644,7 Millionen Dollar und einen Nettoverlust von 146 Millionen  Dollar. Für das gesamte Jahr 2010 wird der Umsatz mit 713 Millionen Dollar genannt, der Nettoverlust mit 456 Millionen Dollar.

Zynga

Von virtuellem Gemüse zu echten Milliarden: Der "FarmVille"-Anbieter Zynga will laut einem US-Bericht Ende Juni seinen Börsengang auf den Weg bringen. Die Millionen Online-Spieler, die virtuelle Bauernhöfe betreiben oder in „CityVille“ an einer Stadt basteln, dürften Zynga eine üppige Milliarden-Bewertung bescheren. Der Wert des Unternehmens wird auf acht bis zehn Milliarden Dollar geschätzt. Allein beim weltgrößten Online-Netzwerk Facebook hat Zynga laut den Marktforschern von AppData knapp 250 Millionen aktive Spieler im Monat. Die Spiele sind zwar kostenlos, aber für etwas Geld kann man sich zusätzliche Artikel oder Spielfortschritte kaufen. Trotz der kleinen Beträge ist es ein Milliardengeschäft.

Facebook

Das weltgrößte soziale Netwerk könnte dem neuen Internet-Boom an der Börse die Krone aufsetzen. Ob es noch in diesem Jahr dazu kommt, ist allerdings fraglich. Das Unternehmen hat bisher angedeutet, im Jahr 2012 an die Börse gehen zu wollen. Investoren reißen sich bereits seit Monaten um Anteile an Facebook. Unter anderem war die Investmentbank Goldman Sachs eingestiegen. Derartige undurchsichtige Privatplatzierungen außerhalb der Börse sind der US-Finanzaufsicht SEC aber ein Dorn im Auge. US-Medienberichten zufolge sollen sich Unternehmensvertreter mittlerweile mit Bankern getroffen haben, um über das mögliche Volumen und den Zeitplan zu reden. Den Angaben zufolge haben die Gespräche im April begonnen und mindestens bis in den Mai hinein gedauert. Der Börsengang von Facebook könnte zu einem der größten in der Geschichte werden. Der Börsenwert des Unternehmens wird auf 100 Milliarden Dollar geschätzt.

Twitter

Auch wenn Gründer Biz Stone mögliche Pläne für einen Börsengang mal mehr mal weniger verneint, würden eine Menge Investoren Geld für den Kurzmeldungsdienst auf den Tisch legen. So wurde das Unternehmen bei einer außerbörslichen Versteigerung von Firmenanteilen mit knapp acht Milliarden Dollar bewertet. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Dezember, als eine Finanzspritze die Ermittlung eines Firmenwertes erforderte. Im September 2010 hatte Twitter rund 175 Millionen Nutzer.

Freescale Semiconductor

Tech ist nicht gleich Tech. Das musste der Chiphersteller Freescale bei seinem Börsengang erfahren. Ohne Web-2.0-Story schaffte es das Unternehmen nur mit Mühe an die Börse. Um beim Börsenstart überhaupt Käufer für die Aktien zu bekommen, musste der US-Chiphersteller deutliche Abstriche beim Preis machen. Die hinter Freescale stehenden Finanzinvestoren verschleuderten die Papiere zum Stückpreis von 18 Dollar - das ist gerade mal die Hälfte dessen, was sie vor Jahren selbst bezahlt hatten. Dementsprechend blickte Freescale-Chef Rich Beyer drein. Insgesamt nahm das Unternehmen bei dem Börsengang 783 Millionen Dollar ein, ursprünglich sollten es 1,15 Milliarden Dollar werden.

Glencore

Auch für "greifbare" Werte scheint es im Schatten der Web 2.0-Euphorie schwer zu sein. So dümpelten die Aktien des Rohstoffhändlers Glencore zum Börsenstart in London unter dem Ausgabepreis. Mit der Platzierung in London und Fernost sammelte der weltgrößte Rohstoffhändler elf Milliarden Dollar ein, insgesamt kommt der gesamte Konzern auf einen Wert von 60 Milliarden Dollar. Aufgrund des Emissionsvolumens ist Glencore im Leitindex FTSE-100 vertreten. Gleich 23 Banken halfen, das Schweizer Unternehmen an die Börse zu führen. Dennoch konnte selbst die geballte Bankenmacht nicht verhindern, dass Glencore auf der Zielgeraden des stark beachteten Börsengangs die Luft ausging. Auch in Hongkong rutschte die Aktie unter den Ausgabepreis. In London notierten die Anteile zuvor bei 521 Pence und damit knapp zwei Prozent unter dem Emissionspreis. Seither hat sie sich immerhin stabilisiert.

Resourcehouse

Dennoch findet auch Glencore Nachahmer. Der australische Minenkonzern Resourcehouse will seinen 3,6 Milliarden Dollar schweren Börsengang in Hongkong wie geplant durchziehen. Das Unternehmen reichte Ende Mai die entsprechenden Unterlagen trotz der jüngsten Schwankungen an den weltweiten Rohstoff-Märkten ohne Änderungen ein. Clive Palmer, der den Konzern kontrolliert, sagte auf einer Pressekonferenz, Resourcehouse habe auf seiner Roadshow in den USA und Europa eine gute Resonanz erhalten. Das Unternehmen will 5,72 Milliarden neue Aktien in einer Spanne zwischen 4,48 und 4,93 Hongkong-Dollar pro Stück anbieten. Mit den Einnahmen will der Konzern seine Kohle- und Eisenerzprojekte vorantreiben.

Prada

Auch für die italienische Luxusmarke Prada ist Asien der Wachstumsmarkt schlechthin. Um die Expansion weiter voranzutreiben, will das Unternehmen nun Geld in Hongkong einsammeln. So strebt das Modehaus bei seinem Börsengang in Hongkong Einnahmen von bis zu 2,6 Milliarden Dollar an. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, legte das Unternehmen eine vorläufige Preisspanne zwischen 36,5 und 48 Hongkong-Dollar fest und will nun den Appetit asiatischer Investoren ausloten. Die endgültige Preisspanne soll am 17. Juni bekanntgegeben werden, die Erstnotiz ist für den 24. Juni geplant. Rund ein Drittel der 326 von Prada direkt betriebenen Geschäfte befinden sich in der Asien-Pazifik-Region. Experten gehen davon aus, dass die Volksrepublik in den nächsten fünf Jahren zum größten Markt für Luxus-Mode aufsteigt. Prada wäre das erste italienische Unternehmen an der Hongkonger Börse. In den vergangenen zehn Jahren hatte das Unternehmen mehrfach den Börsengang angekündigt, ihn dann aber wieder zurückgezogen.

Samsonite

Ihr Börsenglück suchen auch einige Luxusgüter-Hersteller. Ihr Augenmerk richtet sich dabei auf Asien. So plant Samsonite plant Kreisen zufolge den Verkauf von 671 Millionen Aktien in Hongkong. Die Preisspanne soll pro Papier zwischen 13,50 und 17,50 Hongkong-Dollar liegen. Der Kofferhersteller mit Sitz in Luxemburg will mit dem für den 16. Juni geplanten IPO an dem stark wachsenden asiatischen Markt für Markenprodukte aus aller Welt teilhaben. Das Unternehmen wurde 1910 von dem amerikanischen Koffer-Verkäufer Jesse Shwayder gegründet. Er benannte seine Produkte nach der für seine übernatürliche Stärke berühmten, biblischen Gestalt Samson.

Delphi

Auch der zwischenzeitlich insolvente Autozulieferer Delphi bereitet seine Rückkehr an die Börse vor. Die ehemalige General-Motors-Tochter veröffentlichte Ende Mai ihren Börsenprospekt. Demnach will das Unternehmen in einem ersten Schritt 100 Millionen Dollar einsammeln. Die Summe ist allerdings nicht endgültig und ein Termin für den Börsengang steht auch noch nicht fest. Delphi gehörte bis 1999 zu General Motors (GM) und war einer der größten Autozulieferer der Welt. Mismanagement und die Probleme des immer noch wichtigen Kunden GM führten 2005 in die Insolvenz. 2009 startete Delphi unter der Ägide von Finanzinvestoren neu. Nun wollen die Besitzer die Gunst der Stunde nutzen und in einem guten Klima für Börsengänge einige Anteile an der Börse loswerden.

Derby Cycle

Verglichen mit den Milliarden-Börsengängen im Ausland geht es am deutschen IPO-Markt 2011 – einmal mehr – sehr ruhig zu. Der erste deutsche Börsengang im Februar kam gerade mal auf eine Marktkapitalisierung von 98,6 Millionen Euro. Der erste Kurs des Fahrradherstellers Derby Cycle lag bei 13,15 Euro und damit immerhin über dem Ausgabepreis der Aktien von 12,50 Euro.

Williams Grand Prix Holdings

Der Börsengang des Williams-Rennstall ist bei den Anlegern dagegen durchgefallen. Williams nahm weniger ein als erhofft und die Aktie rutschte zum Start ab. Die Williams-Aktien waren den Anlegern zu einem Preis von 25 Euro zugeteilt worden – am unteren Ende der Preisspanne. Statt der geplanten 80 Millionen Euro spülte der Schritt an die Deutsche Wertpapierbörse damit nur knapp 60 Millionen Euro in die Kassen des Rennstalls. Williams hatte für die Aktien ursprünglich eine Preisspanne von 24 bis 29 Euro geplant, diese wegen der geringen Nachfrage seitens der Investoren aber auf 25 bis 27 Euro zurückgenommen. Zum Start lag die Aktie auf dem Parketthandel der Frankfurter Börse mit 25,25 Euro knapp über dem Ausgabekurs, im elektronischen Handel mit 24,21 Euro sogar darunter.

Norma Group

Kursgewinne zum Börsenstart gab es für den hessischen Verbindungstechnik-Spezialisten Norma. Die 21,50 Euro teuren Aktien des Börsenneulings lagen Anfang April 50 Cent über dem Ausgabepreis. Das Unternehmen hatte rund 390 Millionen bei den Investoren eingesammelt, wovon 147 Millionen in die Kassen des Unternehmens flossen. Der Rest geht an die Alteigentümer, in erster Linie an den Londoner Fonds 3i, der 2005 bei dem Hersteller von Schlauch- und Rohrschellen für industrielle Anwendungen eingestiegen war. Nach Abschluss des Börsengangs werden die Alteigentümer mehr als 42 Prozent an Norma halten, der Streubesitz wird bei knapp 58 Prozent liegen.

GSW

Ebenfalls in den SDax aufrücken wird die Berliner Wohnungsgesellschaft GSW. Experten erwarten mittelfristig sogar einen Durchmarsch in den MDax. Dabei schaffte GSW den Sprung aufs Börsenparkett erst im zweiten Anlauf. Mit 19,55 Euro startete die Aktie Mitte April rund 2,9 Prozent über dem Ausgabepreis von 19 Euro in den Handel. Schon vor einem Jahr wollten die Eigentümer, die Finanzinvestoren Cerberus und Goldman Sachs den Immobilienkonzern an die Börse bringen, damals mussten sie das Initial Public Offering (IPO) aber wieder absagen. Nun wurden Aktien für rund 470 Millionen Euro an den Mann gebracht. Damit glückte GSW der bislang größte Börsengang in diesem Jahr.

Adler Modemärkte

Als nächstes Unternehmen wagt die Bekleidungskette Adler im Juni den Gang an die Frankfurter Börse und will dabei bis zu 145 Millionen Euro einnehmen. Die mit der TV-Moderatorin Brigit Schrowange werbende Kette Ende Mai die Preisspanne für die zum Verkauf stehenden Aktien mit 10,00 bis 12,50 Euro an. "Die Erlöse aus dem Börsengang werden wir für die beschleunigte Fortsetzung unserer Expansion einsetzen", kündigte Adler-Chef Lothar Schäfer an. Allerdings wird der Großteil des Emissionserlöses nicht auf das Firmenkonto, sondern in die Taschen des Finanzinvestors bluO fließen. Das im fränkischen Heilbach ansässige Mode-Unternehmen betreibt mit 4100 Mitarbeitern rund 130 Filialen in Deutschland, Luxemburg und Österreich. Dabei zielt Adler auf die kaufkräftige und stetig größer werdende Gruppe der über 45-Jährigen. Die Zeichnungsfrist für die Papiere soll bis zum 14. Juni laufen.

Heckler & Koch

Ein Börsenkandidat mit Weltruf ist der Waffenhersteller Heckler & Koch aus Oberndorf. Das Unternehmen will durch einen Börsengang in Frankfurt und London an frisches Kapital kommen und seinen Verschuldungsgrad verringern. Einen Termin für den Börsengang gibt es bislang jedoch nicht. Heckler & Koch hatte im vergangenen Jahr 247,2 Millionen Euro Umsatz und 30,4 Millionen Euro Gewinn gemacht. Zuletzt hatte der Spezialist für Pistolen und Maschinengewehre mitgeteilt, eine Anleihe mit einem Volumen von 295 Millionen Euro erfolgreich auf dem Kapitalmarkt platziert und damit die finanzielle Basis langfristig gesichert zu haben.

Zu den Hauptkunden des Waffenherstellers zählen die Bundeswehr, die deutsche Polizei sowie Streitkräfte aus mehreren Nato-Staaten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt derzeit, ob Heckler & Koch 2006 mit illegalen Waffenlieferungen in mexikanische Unruheprovinzen gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen hat. Das Bundeswirtschaftsministerium hat dem Unternehmen deshalb vorerst alle Waffenlieferungen nach Mexiko untersagt. Heckler & Koch weist die Vorwürfe zurück.

Osram

Einen Milliarden-IPO könnte es in Deutschland im Herbst geben. Dann soll die profitable Leuchtmitteltochter des Technologiekonzern Siemens ihr Börsendebüt geben. Der Mutterkonzern will bereits im ersten Schritt die Mehrheit abgeben, Osram wird als Ganzes mit fünf bis sieben Milliarden Euro bewertet. Für die globalen Koordinatoren Deutsche Bank, Goldman Sachs und UBS dürfte der größte deutsche IPO seit Jahren ein einträgliches Geschäft werden. Der neue Chef des Leuchtmittelherstellers Osram will sein Unternehmen nach dem Börsengang um neue Geschäftsfelder erweitern. Die Siemens-Tochter wolle als eigenständiges Unternehmen zudem verstärkt Architekten und Lichtdesigner an sich binden, um womöglich auch Ladenketten oder Messehallen mit kompletten Beleuchtungssystemen auszurüsten.

Evonik

Und noch ein Riese ist immer wieder im Gespräch. Doch der Börsengang des Essener Mischkonzerns Evonik dürfte wohl erst nächstes Jahr klappen. Das Initial Public Offering (IPO) von Evonik könnte Milliarden einbringen. CVC hatte 2008 für den Evonik-Anteil von 25,01 Prozent rund 2,4 Milliarden Euro gezahlt. Bei einem Börsengang würde der gesamte Konzern nun wohl mit deutlich mehr als zehn Milliarden Euro bewertet.

Während sie warten, steigt der Preis für das junge Internetunternehmen exponentiell. Im Juni 2010 war das Unternehmen mit 23 Milliarden Dollar bewertet worden; im Januar bewertete Goldman Sachs Facebook schon mit 50 Milliarden Dollar. Am Zweitmarkt für Mitarbeiteraktien war zuletzt von 85 Milliarden Dollar die Rede.

Facebook hat den Börsengang nicht unbedingt nötig, zumindest nicht, um Kapital heranzuschaffen. Das hat Vorteile: Fernab von der Börse kann sich Firmengründer Zuckerberg bisher die Quartalsberichte sparen. Doch in diesem Jahr wird das Unternehmen voraussichtlich das Maximum von 500 Anteilseignern übersteigen. Danach wird nach US-Regeln die Veröffentlichung der Geschäftszahlen Pflicht. Ab da macht es Sinn, auch den nächsten Schritt zu gehen und den Geldsegen der Anleger anzunehmen. Facebook-Managerin Sheryl Sandberg beschreibt den Börsengang sogar als "unvermeidlich".

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

14.06.2011, 15:00 Uhr

Ich persönlich halte von solchen Unternehmen wie Facebook und Co. relativ wenig, weil sie keine wirklichen Unternehmenswerte haben. Sie produzieren nichts und haben dementsprechend auch keine Reserven, die man in der Not zu Geld machen kann. Und was mit solchen Unternehmen passieren kann, hat die Subprime-Krise vor ca. 10 Jahren gezeigt. Solche Unternehmen, von jungen Schnöseln geleitet, die in kurzer Zeit schnell damit Geld verdient haben, können sich auch von heute auf morgen wieder in ein Nichts pulverisieren.

youngster

14.06.2011, 15:08 Uhr

wenn auch die Argumente nachvollziehbar erscheinen, so fällt an der Wortwahl junger Schnösel auf, dass in Deutschland immer noch allzu oft erst ein grauer Bart im Gesicht wuchern muss, bis einem Kompetenz zugetraut wird. Auch dass ist ein Grund weshalb wir in Deutschland im Bereich Innovation und Spitzentechnologie immer schlechter werden. Alt wird jeder dazu braucht es keine besondere Leistung AS1.

DATENKRAKE

14.06.2011, 16:03 Uhr

Bei dem "Sozialen Netzwerk" Facebook werden Anfang kommenden Jahres noch ein paar Blöde gesucht, welche die Datenkrake via Aktienmarkt zu einem Preis von 100 Milliarden Dollar kaufen.

Facebook ist zwar weltweit das größte "Soziale Netzwerk" auf Erden - allerdings könnte die Datenkrake ihren Höhepunkt bereits überschritten haben.
Es bleibt also spannend, ob es Banken und Initiatoren noch rechtzeitig schaffen werden, den Aktienmarkt abzuzocken und ahnungslose, naive Anleger zu finden, welche die Aktie auch noch zu dieser irren Bewertung kaufen werden. Möglich ist auch, dass die Spekulanten auf ihren Beständen hängen bleiben und die Rechnung nicht aufgeht.


Wie die Vergangenheit bereits gezeigt hat: Internetunternehmen kommen und gehen. Auch wenn sie noch so groß sind, kann es passieren, dass sie irgendwann in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Das scheint bei Facebook derzeit zwar nicht vorstellbar - ausgeschlossen ist es aber auch nicht.






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