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03.04.2012

12:44 Uhr

Finanzierungsprobleme

Phoenix Solar stürzt ab

Auch das Photovoltaik-Unternehmen Phoenix Solar kämpft angesichts der geplanten Kürzung der Solarförderung um seine Finanzierung. Die Aktie stürzte daraufhin zeitweilig um als 30 Prozet mehr ab.

Solarzellen auf einem Gebäudedach. dpa

Solarzellen auf einem Gebäudedach.

FrankfurtFür einen Kredit eines Bankenkonsortiums im Volumen von ursprünglich 150 Millionen Euro musste ein Stillhalteabkommen verlängert werden, wie das Unternehmen aus Sulzemoos bei München am Montag nach Börsenschluss mitteilte. Als Folge brachen Phoenix-Aktien am Dienstag zeitweilig um mehr als 30 Prozent ein in einem insgesamt kaum veränderten Aktienmarkt.

Dabei dürfte auch die bedrohliche Lage des Solarunternehmens Q-Cells eine Rolle gespielt haben, die Aktien von vielen Unternehmen der Solar-Branche belastete. Wie eine Unternehmenssprecherin von Phoenix Solar erklärte, hatte das Unternehmen im dritten Quartal bestimmte Konditionen für die Aufrechterhaltung des Kredits nicht mehr erfüllt. Damals reduzierte das Unternehmen seine Prognose deutlich, Lagerbestandsabwertungen ließen hohe Verluste erwarten.

Daher habe sich Phoenix Solar mit den Banken darauf geeinigt, ein Restrukturierungskonzept vorzulegen, auf dessen Basis die Finanzierung bis Ende Februar neu geregelt hätte werden sollen. Dies habe sich wegen der angekündigten Förderungskürzungen für die Solarenergie nun verzögert. Die Unternehmenssprecherin betonte zugleich, es gehe bei dem Kredit lediglich darum, das Umlaufvermögen zu finanzieren.
Sie verwies auf Vorfinanzierungen, die Phoenix als Handelshaus zu leisten habe.

Phoenix Solar ist Großhändler und baut als Projektgesellschaft große Solarparks. Über den zeitlichen Rahmen des verlängerten Stillhalteabkommens wollte sich Phoenix nicht äußern. Die für den 25. April vorgesehene Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2011 verschiebe sich voraussichtlich um einige Wochen. Auch der Bericht zum ersten Quartal soll voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden, hieß es vom Unternehmen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

03.04.2012, 09:01 Uhr

So sieht es also aus, wenn politische Entscheidungen keinen Einfluß auf die Wirtschaft haben.
Naja, die Arbeitsplätze entstehen nun in China.
und das in einer Zeit, in der immer mehr den Sinn erneuerbarer Energien erkennen.

OutdoorM65

03.04.2012, 09:10 Uhr

Sie können sich doch gern an der Rettung beteiligen und ein paar Hunderttausend Euronen aus ihrer privaten Tasche beisteuern. Es gibt auch zinsgünstige Kredite, falls sie gerade nicht flüssig sind. Es ist schon erstaunlich, wie reflexartig manche Menschen nach der Enteignung der Steuerzahler rufen um eigene fixe Ideen zu verwirklichen.

Account gelöscht!

03.04.2012, 09:37 Uhr

Ich verstehe diesen ganzen "Staat muss für Managementfehler einstehen" - Kram nicht.
Wieso liest man immer wieder Beschwerden, wenn sich der Markt einfach selber reguliert und Unternehmen (Schlecker, Q-Cells, etc.) die vorbei an den Kundenerwartungen oder dem aktuellen technischen Stand oder aber auch einfach den Preisvorstellungen arbeiten, ausgesiebt werden?
Klar ist es nicht schön, wenn Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen, aber wenn chinesische Solarmodule nun einmal von der Energieausbeute und der Qualität mit deutschen Modellen mithalten können und der Preis auch geringer ist, ist es nur normal, dass deren Marktanteil zulasten der teuren und weniger innovativen Module steigt.
Man muss doch nicht mit alle Kraft und zu Lasten der Allgemeinheit etwas am Laufen halten, was nicht funktioniert. Schlimm genug, dass wir das schon mit Griechenland machen...

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