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02.05.2012

19:35 Uhr

Finanzkreise

Carlyle-Aktie kann Investoren nicht überzeugen

Aus mit den Plänen vertrauten Kreisen hieß es, die US-Beteiligungsgesellschaft müsse ihre Aktien billiger verkaufen, als geplant. Demnach hat der Konzern seine angepeilte Preisspanne deutlich verfehlt.

Nasdaq am New Yorker Times Square. Reuters

Nasdaq am New Yorker Times Square.

New YorkDer Börsengang der US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle reißt Investoren offenbar nicht vom Hocker. Der Finanzinvestor machte den Anlegern Zugeständnisse und nimmt bei seiner Erstemission weniger ein als geplant, wie am Mittwoch aus mit den Plänen vertrauten Kreisen verlautete. Carlyle habe seine Aktien nach Schließung der Auftragsbücher nur zwischen 22 und 23 Dollar an den Mann gebracht.

Eigentlich hatte der Konzern eine Preisspanne von 23 bis 25 Euro je Titel angepeilt. Bei Ausgabe von 30,5 Millionen Wertapieren nimmt das Unternehmen bei dem Gang an die New Yorker Börse Nasdaq am Donnerstag nun lediglich 671 bis 701,5 Millionen Dollar ein statt der erhofften 760 Million Dollar. Die Börsenbewertung beläuft sich demnach auf bis zu sieben Milliarden Dollar und ist damit nur halb so hoch wie die des Rivalen Blackstone.

Im September 2007 - vor dem Ausbruch der Finanzkrise - war Carlyle mit rund 20 Milliarden Dollar bewertet worden. Mit den Einnahmen will das Unternehmen unter anderem Schulden zurückzahlen und neue Zukäufe finanzieren. Die drei Firmengründer William Conway, Daniel D'Aniello und David Rubenstein verkaufen bei dem Börsengang keine eigenen Papiere.

An der Börse waren Finanzinvestoren bislang zumeist keine Erfolgs-Geschichte. Branchenprimus Blackstone hat seit seinem Börsengang 2007 56 Prozent seines Wertes verloren. Bei den klassischen Private-Equity-Investoren wächst die Furcht, dass dann der kurzfristige Börsen-Erfolg im Vordergrund steht statt ihrer langfristigen Renditen. Auch KKR und Apollo sind börsennotiert. Das Initial Public Offering (IPO) des auf Immobilien und Problem-Kredite spezialisierten Investors Oaktree im April an der New Yorker Nyse war vielfach als Generalprobe für Carlyle erachtet worden. Es verlief enttäuschend: Oaktree schlug selbst am unteren Ende der Preisspanne weniger Aktien los als geplant. Seit dem IPO ist der Kurs um sechs Prozent gefallen.

An die Börse begleitet wird Carlyle unter anderem vom JP Morgan, Citigroup, Credit Suisse und Merrill Lynch. Carlyle verwaltet ein Vermögen von etwa 147 Milliarden Dollar. Neben den Gründern sind bisher die arabische Investmentfirma Mubadala aus Abu Dhabi und die kalifornischen Pensionsfonds-Gesellschaft Calpers die größten Investoren. (Reporter: Greg Roumeliotis; bearbeitet von Birgit Mittwollen; redigiert von Christian Götz)

Von

rtr

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