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26.01.2009

07:39 Uhr

Finanzkrise

Anleger fürchten Milliardenlöcher bei Versicherungen

VonThomas Schmitt

Lange Zeit galten Versicherungsaktien in der Finanzkrise als die besseren Finanzwerte. Doch damit ist jetzt Schluss: Kursbeinbrüche beim Rückversicherer Swiss Re und der amerikanischen Aflac zeigen, dass jetzt auch bei Aktionären von Versicherern die Angst umgeht. Die Anleiheninvestmens der Konzerne könnte sich als immense Last erweisen.

Der Rückversicherer Swiss Re stand in der vergangenen Woche im Fokus von Spekulationen. Anleger fürchten Milliardenabschreibungen. Foto: dpa

Der Rückversicherer Swiss Re stand in der vergangenen Woche im Fokus von Spekulationen. Anleger fürchten Milliardenabschreibungen. Foto: dpa

FRANKFURT. Gerüchte, Prognosen und Abstufungen treiben die Versicherungsaktien nach unten. Besonders heftig erwischte es in der vergangenen Woche die Schweizer Rückversicherung Swiss Re und die amerikanische Aflac. Deren Kurse brachen um mehr als 40 Prozent ein.

In beiden Fällen fürchten Investoren, dass die Versicherer weitere Abschreibungen auf ihre Kapitalanlagen vornehmen müssen. Im Zentrum stehen nun nicht mehr Aktien und Finanzprodukte rund um den amerikanischen Hypothekenmarkt, sondern Anleihen.

Swiss Re äußerte sich zu den Spekulationen am Freitag nicht. Investoren befürchten hier einen weiteren hohen Quartalsverlust, unter anderem weil eine große britische Bank vor dem Kollaps versichert worden sei. Die Schweizer mussten im vergangenen Jahr bereits umfangreiche Abschreibungen im Zusammenhang mit riskanten Geschäften am Hypothekenmarkt vornehmen. Dabei ging es um Kreditversicherungen, die Credit Default Swaps (CDS).

Die amerikanische Aflac reagierte am Freitag auf eine Herunterstufung durch die Ratingagentur Standard & Poor's mit dem Hinweis, der Konzern blicke voller Vertrauen auf die Qualität der Bilanz und der Kapitalposition. Die Aktien wurden bereits am Donnerstag durch einen Kommentar des Morgan-Stanley-Analysten Nigel Dally belastet. Dieser verwies auf die Hybridanleihen (eigenkapitalähnliche Bonds) europäischer Finanzkonzerne, insbesondere der Royal Bank of Scotland, im Portfolio von Aflac. Der Konzern besitzt knapp acht Mrd. Dollar dieser Finanzprodukte besitzt der Versicherer.

Das Problem der Investoren ist: Es ist unklar, ob Hybridanleihen bei einer Übernahme durch den Staat als Eigenkapital oder als Schulden angesehen werden. Beides ist bei dieser relativ neuen Anlagekategorie denkbar und wird von Bilanzexperten diskutiert.

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