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02.09.2011

15:54 Uhr

Flugzeug-Vermieter

AIG-Tochter ILFC strebt an die Börse

Die AIG will ihre Tochter ILFC, mit über 1000 Maschinen weltweit größter Flugzeug-Vermieter, an die Börse bringen. Mit dem Erlös will das Unternehmen vor allem Restschulden aus den Staatshilfen von 2008 begleichen.

Die AIG will mit dem Börsengang ihrer Tochter einen Teil ihrer Staatshilfen zurückzahlen. Reuters

Die AIG will mit dem Börsengang ihrer Tochter einen Teil ihrer Staatshilfen zurückzahlen.

Bangalore/New YorkDer größte Flugzeug-Vermieter ILFC will in Richtung Börse abheben. Die Tochter des angeschlagenen US-Versicherers AIG meldete am Freitag ihre Pläne für einen Börsengang in New York offiziell bei der US-Börsenaufsicht SEC an. Mit dem Erlös von rund 1,5 Milliarden Dollar, den der Konzern nach Reuters-Informationen aus dem Juli anstrebt, will die American International Group (AIG) einen Teil der Staatshilfen tilgen, mit der sie im Herbst 2008 von der US-Regierung aufgefangen worden war. Von anfangs 182 Milliarden Dollar aus dem Steuersäckel sind noch 51 Milliarden Dollar nicht bezahlt.

Die International Lease Finance Corp (ILFC) gehört nach den Worten von AIG-Chef Bob Benmosche nicht mehr zum Kerngeschäft des Versicherers, der sich vor der Finanzkrise in viele andere Geschäftsfelder vorgewagt hatte. Begleitet werden soll der Börsengang der Sparte mit ihren fast 1000 Flugzeugen und 236 Neu-Bestellungen von der Citigroup , J.P. Morgan und Morgan Stanley.

Nach Reuters-Informationen hat AIG den Herbst als Termin ins Auge gefasst. Doch ILFC stellt in dem vorläufigen Börsenprospekt selbst in Frage, ob der Schritt in naher Zukunft realistisch ist. AIG-Verwaltungsratschef Steve Miller räumte bereits Ende 2010 ein, dass kein Interessent seine Preisvorstellungen erfüllen werde. AIG will zunächst mehr als 20 Prozent von ILFC an die Börse bringen, innerhalb von drei Jahren soll der Anteil der Mutter auf unter ein Fünftel sinken. In einem ersten Schritt will das Unternehmen bis zu 100 Millionen Dollar (70 Mio. Euro) bei Investoren einsammeln, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Börsenprospekt hervorgeht.

Steve Udvar-Hazy, der ILFC 1990 gegründet hat, ist an einer Übernahme interessiert, um es mit seinem neuen Unternehmen Air Lease zusammenzuführen, das er im Frühjahr an die Börse gebracht hat. Analysten ziehen aber in Zweifel, dass sich Air Lease die AIG-Tochter leisten kann. Air Lease ist an der Börse 2,5 Milliarden Dollar wert, ILFC wird auf acht bis zehn Milliarden Dollar geschätzt.

Im ersten Halbjahr 2011 hat der größte Flugzeug-Besitzer und -Vermieter der Welt bei einem Umsatz von rund 2,3 Milliarden Dollar netto 143 Millionen Dollar verdient. Experten halten aber die alternde Flotte für ein Problem. ILFC kann sie nur noch zu geringen Preisen an Fluggesellschaften vermieten - und muss sie für weniger Geld verkaufen, als sie in den Büchern stehen. Benmosche rechnet damit, dass ILFC in diesem Jahr 300 Millionen Dollar auf die ausgedienten Maschinen abschreiben muss. 2010 waren es 1,5 Milliarden Dollar.

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