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15.01.2010

13:42 Uhr

Förderungskürzung

Solaraktien gehen auf Talfahrt

Die Aktien von Solarunternehmen halten die Anleger weiter in Atem. Heute geht es für die Papiere des Sektors kräftig abwärts. Grund ist die anstehende Kürzung der Fördersätze für Solarstrom. Diese könnte bereits in wenigen Monaten in Kraft treten. Und weitere Belastungen drohen bereits.

Wer sich Solarzellen aufs Dach stellt, bekommt bald weniger Förderung. An der Börse kommt das schlecht an. Quelle: Reuters

Wer sich Solarzellen aufs Dach stellt, bekommt bald weniger Förderung. An der Börse kommt das schlecht an.

HB FRANKFURT. Die Aktien von Solarunternehmen sind am Freitag wegen Spekulationen um eine unerwartet frühe Kürzung der Subventionen abgesackt. Gegen 16.20 Uhr brachen die Papiere von SMA Solar am Indexende um 14 Prozent auf 89 Euro ein und die Titel von Q-Cells fielen um 8,7 Prozent auf 11,30 Euro. Solarworld-Aktien sanken um 4,5 Prozent auf 14,95 Euro. Titel von Phoenix Solar verbilligten sich um sechs Prozent auf 37,75 Euro, Centrotherm-Aktien sanken um 7,3 Prozent auf 42,35 Euro und Papiere von Roth + Rau gaben 5,5 Prozent nach auf 31,30 Euro. Den TecDax drückten die Verluste der Solartitel um zwei Prozent auf 845 Punkte nach unten.

Ein Händler verwies als Belastung auf Berichte, wonach die Förderung des Solarstroms bereits im April gekürzt werden soll. Für Dach- und Freiflächenanlagen sei an eine einmalige Verringerung um 16 bis 17 Prozentpunkte geplant. Das Bundeskabinett soll im Februar über eine Vorlage von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) entscheiden, hieß es. Der Börsianer hob hervor, dass der Sektor bislang stark subventioniert worden sei. Eine Kürzung der Zuwendungen sei insofern normal für eine Branche, die bislang mit hohen Wachstumsraten gesegnet worden sei.

Je nach Marktlage sollen zudem den Berichten zufolge von 2011 an weitere jährliche Kürzungen hinzukommen. Eine Sprecherin des Umweltministeriums wollte das Vorhaben indes nicht bestätigen.

Bei vielen Analysten aber überwog schon jetzt die Skepsis. „Die Nachricht ist für den gesamten Solarsektor negativ zu bewerten“, schrieb Analyst Michael Tappeiner von der Unicredit in einem Kommentar. Dies gelte besonders deshalb, weil die Kürzung der Subventionen um ein Quartal vorgezogen werde. Hinzu komme, dass die nun diskutierte Kürzung um sechs bis sieben Prozentpunkte über der zuvor erwarteten Kappung von lediglich 10 Prozent liege.

Kommentare (4)

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lef

15.01.2010, 20:09 Uhr

1. bitte korrigieren:
Seite 1 unten: "Hinzu komme, dass die nun diskutierte Kürzung um sechs bis sieben Prozentpunkte über der zuvor erwarteten Kappung von lediglich 10 Prozent liege." ist natürlich Unsinn - es sind 16 - 17%
2. Vermisse ich einen Hinweis darauf, dass die Forderung nach Kürzung der EE-Förderung von den Herstellern selbst kam (und Gründe dafür natürlich)

rainer repke

17.01.2010, 06:23 Uhr

ich finde die Kuerzungen richtig.

Solange Solarstrom nur ein ganz kleiner Teile der Stromerzeugung war, spielte die hohe Subvention keine Rolle. Jetzt, da Solarstrom zunimmt, ist die Subvention ein disproportional wachsender Kostenfaktor.

Durch die Kuerzung werden die Solarsysteme effizienter werden, d.h. mehr Strom pro installation erzeugen muessen, um ueberlebensfaehig zu bleiben.

Man deutet die Solarindustrie somit auf den richtigen Weg.

Euer
Rainer

Tom

17.01.2010, 11:54 Uhr

würden wir uns in deutschland bei der stromerzeugung nur auf die solartechnik verlassen, hätten wir seit ca 8 wochen keinen mehr ! diesen zeitraum würden wir auch mit den größten akkus nicht überbrücken können ! co2 freie , der nachfrage deckende produktion von elektroenergie ist mit blick auf die kommende ,,elektroautowelle,, nur mit einem neubau von ca 80 kernkrafttechnischen anlagen zu realisieren. die auch nur zur erzeugung von elektroenergie verwendet werden dürfen !!!

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