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10.10.2013

20:49 Uhr

Fracking-Boom

Gasproduzent Antero startet stark an der Börse

Antero hat ein ordentliches Börsendebüt hingelegt: Der Öl- und Gasproduzent aus Denver nahm rund 1,6 Milliarden Dollar ein. Grund dafür ist der Schiefergas-Boom in den USA.

Mit Fracking können auch vormals unzugängliche Gasvorkommen erreicht werden. ap

Mit Fracking können auch vormals unzugängliche Gasvorkommen erreicht werden.

New YorkDer Schiefergas-Boom in den USA hat dem Öl- und Gas-Produzenten Antero Resources zu einem starken Börsendebüt verholfen. Die Aktien des Wall-Street-Neulings stiegen zwischenzeitlich um 25 Prozent auf 54,94 Dollar. Damit wurde das in Denver ansässige Unternehmen mit fast 14 Milliarden Dollar bewertet. Antero nahm bei dem IPO rund 1,6 Milliarden Dollar mit dem Angebot von rund 36 Millionen Anteilsscheinen zu 44 Dollar je Stück ein.

„Dies ist sehr ermutigend. Es ist möglich, dass Anteros Emission auch andere Unternehmen antreibt, ihre geplanten Börsengänge in dieses Jahr vorzuziehen“, sagte Suntrust-Robinson-Humphrey-Analyst Neal Dingmann. Als Firmen kämen Eclipse Resources oder die vom früheren Chesapeake-Chef Aubrey McClendon gegründete American Energy Partners in Frage.

Was hinter „Fracking“ steckt

„Fracking“ - umstrittene Förderung von Erdgas

Das umstrittene „Fracking“ wird seit mehreren Jahrzehnten zur Gewinnung von Erdgas aus Gesteinsporen eingesetzt. Bei dem „Hydraulic Fracturing“ wird Gestein in 1000 bis 5000 Metern Tiefe mit hohem hydraulischen Druck aufgebrochen.

Künstliche Fließwege

Um das Gas fördern zu können, werden künstliche Fließwege geschaffen. Dazu wird ein flüssiges Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in den Boden gepresst, so dass Risse im Gestein entstehen. Durch sie entweicht das Gas und gelangt schließlich an die Oberfläche.

Gefahr für das Grundwasser

Unter den Chemikalien sind auch gefährliche Stoffe, die bei unsachgemäßer Verwendung Mensch und Umwelt gefährden können. Kritiker weisen darauf hin, dass der Chemikalien-Cocktail bei Bohrpannen oder dem Durchstoßen von Wasserspeichern ins Grundwasser gelangen kann. Auch das Umweltbundesamt äußert Bedenken.

Beherrschbarkeit des Verfahrens

Energiekonzerne wie ExxonMobil betonen dagegen die Beherrschbarkeit des Verfahrens: Jeder Eingriff („Frac“) werde durch eine stabile Ummantelung der Bohrung von der Umwelt getrennt.

Lagerstätten in Deutschland

In Deutschland wird das Gas in „unkonventionellen Lagerstätten“ vor allem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Nord-Hessen und dem Oberrheingraben vermutet.

... und in der Welt

Über das weltweit größte Vorkommen verfügt laut einer Studie des US-Energieministeriums China, danach kommen die USA und Argentinien. In den USA sind die Energiepreise durch die massive Erschließung von Gasvorkommen eingebrochen - allerdings gibt es Berichte über massive ökologische Folgen.

Beobachter schätzen, dass der 2002 gegründete Antero-Konzern in diesem Jahr zu den am schnellsten wachsenden Öl- und Gasproduzenten der Welt gehört. Antero fördert vor allem im Nordosten des Landes. Die USA setzen verstärkt auf das umstrittene „Fracking“, mit dem Gasvorkommen in der Erde mit Hilfe von Chemikalien gewonnen werden.

Von

rtr

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