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26.01.2005

16:00 Uhr

Fraport und Londoner BAA gelten als chancenreich – Wien punktet mit Osteuropageschäft

Analysten setzen bei Flughafenbetreibern auf Größe

VonKathrin Meyer (Handelsblatt)

Die Aktien der fünf börsennotierten europäischen Flughafenbetreiber haben in den zurückliegenden zwölf Monaten teils erhebliche Kursgewinne verzeichnet. Sie reichen von rund 13 Prozent bei Fraport bis zu über 90 Prozent beim Flughafen Zürich. Analysten setzen jetzt aber eher auf die großen Gesellschaften wie die Londoner BAA und die Frankfurter Fraport.

Dem Flughafenbetreiber Fraport bescheinigen Fachleute Potenzial.

Dem Flughafenbetreiber Fraport bescheinigen Fachleute Potenzial.

HB DÜSSELDORF.Denn die Drehkreuze in diesen Metropolen eignen sich für den neuen Großraumjet Airbus A 380, der in den kommenden Jahren in Dienst gestellt wird und ein hohes Fahrgastaufkommen verspricht. Unter den kleineren Airports halten die Fachleute allenfalls noch den Flughafen Wien als chancenreich. Zürich und Kopenhagen gelten als ausgereizt.

Mike Powell, Analyst der CSFB, argumentiert: „Die Aktien der großen Flughafenbetreiber werden langfristig von den höheren Passagierzahlen profitieren.“ Ein Grund hierfür sei die Inbetriebnahme des A 380, der 2006 erstmals für Singapore Airlines abheben soll, und die großen Drehkreuze anfliegt.

Bis der Supervogel abheben kann, stehen für Fraport und BAA allerdings hohe Investitionen an. Start- und Landebahnen sowie die Terminals müssen entsprechend erweitert werden. Fraport liegt nach Powells Ansicht besser im Zeitplan als BAA. Im Gegensatz zu London Heathrow seien am Terminal 2 in Frankfurt die Voraussetzungen zur Abfertigung der A380-Passagiere vorhanden. Eine Kaufempfehlung gibt Powell deshalb nur für die Aktie der Fraport AG ab.

Bis der erste Airbus im Juni 2006 abhebt, bleibt nach Ansicht von Tim Albrecht, Fondsmanager der DWS Investment, allerdings noch genug Zeit für Umbauarbeiten. „Absehbare Passagierzahlen und planbare Umsätze machen die Aktien sicherer als die von Fluglinien,“ sagt Albrecht. Grundsätzlich stellten die Aktien von Flughafenbetreibern solide Investments dar, die es langfristig zu halten gelte. Der Anlageexperte rechnet nicht mit signifikanten Auswirkungen für die Aktien der Betreiber durch den A 380. „Expansionskosten und Gebührensenkungen werden den erwarteten Anstieg der Passagierzahlen neutralisieren.“

Auch für Jan Herbst, Analyst bei Sal. Oppenheim, stehen bei der Bewertung der Fraport-Papiere andere Aspekte als der A 380 im Vordergrund. „Anleger sollten bei ihrer Kaufentscheidung beispielsweise bei Fraport auch die Lufthansa-Forderungen zur Kostensenkung berücksichtigen.“ Lufthansa als größter Fraport-Kunde fordert Preisnachlässe für Bodendienstleistungen wie Abfertigung oder Landegebühren. Für langfristige Kursprognosen sei es deshalb noch zu früh, sagt der Experte. Herbst stuft den Wert als „neutral“ ein.

Der Oppenheim-Analyst favorisiert im Gegensatz zu seinen Kollegen von CSFB und DWS den Flughafen Wien. Dieser habe im letzten Jahr bereits die Kosten für die Fluggesellschaften gesenkt und sein Angebot dadurch attraktiver gestaltet. Auch berge das Osteuropa-Geschäft als Spezialität des Drehkreuzes noch Potenzial.

Von einem Einstieg bei den Betreibern des Kopenhagener und Züricher Flughafens raten die Experten derzeit ab. Zwar profitierten Anleger bei dem Kopenhagener Flughafenbetreiber vom laufenden Aktienrückkaufprogramm. Herbst hält den Titel derzeit aber für klar überbewertet.

Bei dem Züricher Airport-Betreiber Unique rät die Zürcher Kantonalbank in einer aktuellen Analyse zum „untergewichten“ des Wertes. „Wir erwarten für 2005 ein Wachstum unter dem der übrigen europäischen Betreiber,“ begründet Analyst Armin Rechberger die Einschätzung. Ein hoher Verschuldungsgrad mache die Aktie wenig attraktiv. Zudem liege das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 37,7 Euro weit über dem Branchenschnitt. Bei den Konkurrenten liegt diese Bewertungskennzahl zwischen 15 und 20.

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