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03.06.2014

10:11 Uhr

Freizeit- und Modesparte

Samsung Everland plant Börsengang

Im nächsten Jahr strebt Samsung Everland an die Börse. Damit hat die Freizeit- und Modesparte des größten südkoreanischen Mischkonzerns ein großes Ziel vor Augen: Mit dem Börsengang soll ein Umbau vorangetrieben werden.

Der größte südkoreanischen Mischkonzern Samsung in Seoul: Die Freizeit- und Modesparte Samsung Everland will 2015 an die Börse. dpa

Der größte südkoreanischen Mischkonzern Samsung in Seoul: Die Freizeit- und Modesparte Samsung Everland will 2015 an die Börse.

SeoulDie Freizeitpark- und Modesparte des größten südkoreanischen Mischkonzerns Samsung will an die Börse. Der Börsengang von Samsung Everland sei für das erste Quartal 2015 vorgesehen, sagte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag. Die Aktien sollen an der Börse in Seoul notiert werden. Eine Platzierung im Ausland sei nicht geplant. Samsung Everland ist unter anderem in den Bereichen Biotechnologie und Energie tätig, betreibt aber auch Golfclubs. Das Unternehmen gilt als De-facto-Holding der Samsung-Gruppe.

Mit dem Börsengang soll nach Ansicht von Beobachtern der Umbau des Konzerns vorangetrieben werden. Nach der schweren Erkrankung des früheren Konzernchefs und derzeitigen Vorsitzenden des Smartphone-Marktführers und Gruppen-Flaggschiffs Samsung Electronics, Lee Kun Hee, könnte vor allem der Generationswechsel in der Führung beschleunigt werden. Der 72-jährige Lee liegt seit einem Herzinfarkt im Mai im Krankenhaus.

Die Geschichte von Samsung

Konzern mit langer Geschichte

Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

Trockennahrung und Getreidemühlen

Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

Umzug im Korea-Krieg

Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

Lebensversicherungen

1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

Fernseher und Kühlschränke

Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

Telekommunikationsausrüstung

1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

Generationswechsel und Umstrukturierung

Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

Autotelefone und Smartphones

In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

Tablet-Computer und intelligente Uhren

Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

Durch seine Beteiligungen und die seiner Familie bei Everland und beim Versicherer Samsung Life übte Lee bisher auch zum großen Teil Kontrolle bei anderen Konzerntöchtern aus. Sein Sohn Lee Jae Yong, der mit 25,1 Prozent der größte Aktionär von Everland ist, gilt inoffiziell als sein Nachfolger.

Von

dpa

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