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09.05.2015

15:55 Uhr

Fresenius-Aktie im Fokus

Wie das Mauerblümchen zur Aktien-Diva wurde

Quelle:Börse am Sonntag

Fresenius gehört zu jenen Aktien, die kaum für Furore sorgen – zu unrecht. Der als „unsexy“ geltende Konzern hat ein starkes Jahr hinter sich. Und wenn die Prognosen stimmen, dürften die Papiere noch attraktiver werden.

Der Gesundheitskonzern wird im Dax wenig beachtet. Dabei kann sich die Jahresperformance durchaus sehen lassen. Reuters

Fresenius-Konzernzentrale in Bad Homburg

Der Gesundheitskonzern wird im Dax wenig beachtet. Dabei kann sich die Jahresperformance durchaus sehen lassen.

DüsseldorfDass der passende Standort für ein Dax-Unternehmen keine unmaßgebliche Rolle spielt, dürfte hinlänglich bekannt sein. Nicht zuletzt wegen der hervorragenden Infrastruktur, des innovativen Umfelds sowie des sehr guten Bildungssystems, das hochqualifizierte Arbeitskräfte garantiert, hat sich etwa München als Hauptstadt der Dax-Unternehmen herauskristallisiert. Aber auch Frankfurt mit seiner vielfältigen und modernen Wirtschaftsstruktur im Herzen Deutschlands oder das genau in der Mitte zwischen Hamburg, Berlin, Paris, Wien und Mailand gelegene Stuttgart mit seinem Erfindergeist und der hohen Produktivität bieten für Dax-Unternehmen ein perfektes Umfeld.

Einen exklusiven, weitaus beschaulicheren Standort hat hingegen Fresenius gewählt. Dennoch erscheint die Kur-und Kongressstadt Bad Homburg, gelegen im Hochtaunuskreis, für einen Gesundheitskonzern als durchaus passend. Champagnerluft und Tradition sind laut Stadtmotto die beiden außergewöhnlichen Merkmale der rund 52.000 Einwohner zählenden Kreisstadt. Und genau diese besondere Atmosphäre verleiht Fresenius derzeit ordentlich Auftrieb und versetzt das Unternehmen in einen wahrhaften Höhenflug.

Dividenden - Fragen und Antworten

Was ist eine Dividende?

Die Dividende ist der Anteil am Gewinn einer Aktiengesellschaft, den ein Konzern direkt an die Anleger ausschüttet. Einen Anspruch auf Dividende haben Aktionäre nicht. Unternehmen können das Geld auch nutzen, um Schulden zurückzuzahlen, Investitionen zu tätigen oder Übernahmen zu finanzieren. Manche Unternehmen wie die Deutsche Telekom zahlen Aktionären auch eine Mindest-Dividende.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite gibt den prozentualen Anteil der Dividende am Aktienkurs an.

Wer bekommt eine Dividende und wann?

Dividendenberechtigt ist jeder, der am Tag der Hauptversammlung mindestens eine Aktie des Unternehmens im Depot hat – egal, ob er sie bereits vor Jahren oder erst am Tag zuvor gekauft hat. Der vom Management vorgeschlagene Bonus wird mit den Stimmen der Aktionäre bei der Hauptversammlung beschlossen. Schon direkt am Folgetag oder kurz darauf landet die Dividende auf dem Konto des Anlegers. In Deutschland ist eine jährliche Dividendenzahlung üblich.

Lohnt es sich, eine Aktie nur zur Ausschüttung zu kaufen?

Von der verlockenden Strategie, kurz vor dem Stichtag zu kaufen, um einen Tag danach wieder zu verkaufen, raten Experten Normalanlegern ab. Denn schon vorher ist üblicherweise die vom Unternehmen angekündigte Dividende im Aktienwert „eingepreist“. Das heißt, der Kurs ist in den Wochen vor der Hauptversammlung um diesen Betrag gestiegen – und fällt danach meist wieder.

Was bekommt das Finanzamt?

Seit 2009 gilt die Abgeltungsteuer für Kapitaleinkünfte, die eine pauschale Besteuerung von 25 Prozent vorsieht. Für Aktionäre bedeutet dies, dass ein Viertel ihrer Dividenden an den Fiskus wandert. Die Banken, bei denen Aktionäre ihre Depots verwalten, führen die Steuer automatisch ab. Bei Wertpapierbeständen im Ausland müssen Anleger selbst aktiv werden und die Dividenden in der Steuererklärung angeben.

Nie zuvor gab es in der Geschichte des Traditionskonzerns, dessen Wurzel bis ins Jahr 1462 reichen, ein derart starkes Auftaktquartal. In den ersten drei Monaten dieses Jahres gelang es, den Umsatz um fast ein Viertel auf beeindruckende 6,5 Milliarden Euro zu steigern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte gar um 32 Prozent auf 851 Millionen Euro, während sich der um Sondereffekte bereinigte Gewinn um 28 Prozent auf 292 Millionen Euro steigerte.

Garanten für die formidablen Zahlen waren insbesondere die Lieferengpässe der US-Konkurrenz, gute Geschäfte mit Nachahmermitteln sowie eine gesteigerte Profitabilität in der Krankenhaus-Sparte. „Fresenius ist erfolgreich in das neue Geschäftsjahr gestartet“, stellt der Vorstandsvorsitzende Dr. Ulf Mark Schneider nüchtern fest. Deutlich freudetrunkener hingegen nahmen die Aktionäre die tolle Nachricht aus Bad Homburg auf und katapultierten das Papier am Donnerstag mit einem Zuwachs von 4,07 Prozent auf satte 53,43 Euro an die Spitze der Performance-Rangliste des Dax.

Angesichts der langfristen Entwicklung der Fresenius-Aktie dürften die Hessen erst recht Luftsprünge machen: Seit einem Jahr hat der Titel des Mutterkonzerns um sagenhafte 43 Prozent zugelegt. Im selben Zeitraum schoss das Papier der Tochter Fresenius Medical Care um ähnlich beeindruckende über 50 Prozent in die Höhe.

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