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02.04.2013

15:01 Uhr

Fünf-Jahres-Hoch

Zerschlagungsgerüchte treiben Vodafone-Aktie

Medienberichten zufolge arbeiten Verizon und AT&T an einer Zerschlagung von Vodafone. Die Gerüchte lassen die Aktie auf den höchsten Stand seit fünf Jahren steigen. Börsianern kommt das Gerücht allerdings bekannt vor.

Logo des Mobilfunkanbieters Vodafone. Die Aktie rauscht wegen Gerüchten nach oben. Reuters

Logo des Mobilfunkanbieters Vodafone. Die Aktie rauscht wegen Gerüchten nach oben.

FrankfurtSpekulationen auf einen Deal von Verizon Communications und AT&T zur Übernahme und Zerschlagung von Vodafone haben die Aktien des britischen Telefonriesen am Dienstag um zuletzt 4,6 Prozent auf 195,10 Pence in die Höhe getrieben. So hoch hat Vodafone zuletzt im November 2007 notiert. Damit führten Vodafone die Gewinnerlisten im „Footsie“ und im Stoxx50 an.

Der Alphaville Blog der „Financial Times“ hatte unter Berufung auf „gewöhnlich gut unterrichtete Kreise“ berichtet, die beiden US-Konzerne arbeiteten an einem Aufspaltungsplan für den weltweit zweitgrößten Mobilfunkanbieter. Dabei sei ein Gebot von 260 Pence je Aktie im Gespräch - also ein Aufschlag von 40 Prozent zum aktuellen Kurs.

Die größten Mobilfunker in Deutschland

Ein großer Markt

In Deutschland gibt es mehr als 113 Millionen Handyanschlüsse. Welche Marktanteile die Anbieter haben, hat das Statistikportal Statista auf Grundlage von Erhebungen der Marktforschungsinstitute Enigma, Ipsos, Ifak und Marplan ermittelt (Stand: Ende 2012).

T-Mobile

Jeder fünfte Handynutzer geht mit T-Mobile ins Netz (20,9 Prozent). Bei den Vertragskunden hält die Telekom-Tochter sogar einen Marktanteil von 24,3 Prozent.

Vodafone

Der britische Konzern kommt in Deutschland ebenfalls auf einen Marktanteil von 20,9 Prozent. Allerdings hat das Unternehmen weniger Vertragskunden als der Rivale aus Bonn (22,4 Prozent Marktanteil).

O2

Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns – seit kurzem an der Börse notiert – ist in Deutschland die Nummer drei, sie hat einen Marktanteil von 13,5 Prozent.

E-Plus

Jeder zehnte Handynutzer (9,5 Prozent) ist Kunde bei E-Plus, einer Tochter des niederländischen KPN-Konzerns.

Aldi Talk

Der Discounter Aldi betreibt kein eigenes Netz, hat aber eine beachtliche Kundenbasis. 8,5 Prozent der Kunden telefonieren mit SIM-Karten des Einzelhändlers.

Base

Base ist die Billigmarke von E-Plus. 5,5 Prozent der Handynutzer telefonieren damit.

Sonstige

Jeweils weniger als 5 Prozent Marktanteil haben 1&1 (3,3 Prozent), Mobilcom-Debitel (2,8 Prozent), Tchibo (1,8 Prozent) und die Telekom-Marke Congstar (1,7 Prozent).

Schon seit Wochen wird spekuliert, Vodafone könnte seinen Anteil von 45 Prozent am Joint Venture mit Verizon Wireless oder sogar sich selbst an Verizon Communications verkaufen. Hintergrund ist eine zu erwartende Steuerlast, die Vodafone gerne vermeiden möchte. „Das ist die übliche Verizon-Saga“, erklärte ein Börsianer. „Das ist inzwischen zum Selbstläufer geworden.“

Verizon wolle dieses Jahr die Partnerschaft mit Vodafone auflösen und die vollständige Kontrolle bei Verizon Wireless, seinem wichtigste Aktivposten, übernehmen und habe auch eine vollständige Fusion erwogen, verlautete bereits im März aus unterrichteten Kreisen. In diesem Szenario könnte Verizon das Auslandsgeschäft von Vodafone mit einem Aufschlag an AT&T veräußern, wie Analysten mutmaßten. Matt Morgan, ein Sprecher von Vodafone im britischen Newbury, wollte sich zu dem Bericht von FT Alphaville nicht äußern.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Im März hatte Bloomberg von Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind, bereits erfahren, dass Verizon und Vodafone zuletzt im Dezember über eine vollständige Fusion gesprochen hatten. Man habe sich aber nicht über die Unternehmensführung und den Sitz der neuen Zentrale einigen können. Daher erscheine ein Buyout oder Teilverkauf des Anteils von 45 Prozent, den Vodafone an Verizon Wireless hält, wahrscheinlicher, hieß es weiter. Analysten zufolge ist der Anteil rund 115 Mrd. Dollar wert.

Kommentare (1)

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02.04.2013, 11:54 Uhr

Da kann schon was dran sein.

Lesen Sie die die Berichterstattung aus den Neuen Wirtschaftsbriefen - Internationales Steuerrecht (IWB) des Jahres 2012.

Da wird berichtet, was Vodafone in Indien in puncto Steuern gemacht hat.

M.E. gibt es aus 2013 Berichterstattung, dass der indische Staat sich das von Vodafone nicht gefallen lassen will - Urteil des höchsten indischen Gerichts hin oder her.

Schauen wir mal auf die Ausschreibung der deutschen Mobilfunk-Lizenzen vor mehr als 10 Jahren zurück - auch da hatte Vodafone eine solche "steuerliche Gestaltung", dass daraufhin die deutschen Gesetze geändert wurden: Leider aber eben zu spät.

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