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02.05.2013

18:16 Uhr

Gabelstaplerbauer

Börsenpläne von Kion nehmen Gestalt an

Bislang gebe es noch keine endgültige Entscheidung, die Möglichkeit einer Erstnotiz bestehe jedoch, heißt es vom Wiesbadener Unternehmen. Gleich drei Großbanken begleiten Kion auf dem Weg zum Börsenparkett.

Ein Gabelstapler der zur Kion-Gruppe gehörenden Marke Still: Das Unternehmen könnte 2013 an die Börse kommen. dpa

Ein Gabelstapler der zur Kion-Gruppe gehörenden Marke Still: Das Unternehmen könnte 2013 an die Börse kommen.

FrankfurtDer Wiesbadener Gabelstaplerhersteller Kion nimmt Kurs auf die Börse. „Die Kion Group erwägt für 2013 einen möglichen Börsengang, um ihren profitablen Wachstumskurs weiter voranzutreiben und die künftige strategische Entwicklung zu unterstützen“, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag und bestätigte damit erstmals entsprechende Pläne. Kion und seine Eigner, die Finanzinvestoren KKR und Goldman Sachs, beobachteten den Kapitalmarkt, um den idealen Zeitpunkt für den Börsengang zu finden. „Bislang sind jedoch keine Entscheidungen getroffen worden“, betonte der Sprecher.

Für den Gang aufs Börsenparkett kommt laut Finanzkreisen Juni/Juli oder September/Oktober in Frage. „Wenn man es im zweiten Quartal hinkriegt, wird man es dann sicher machen“, sagte einer der Insider. Bis zu 25 Prozent an Kion sollten an den Aktienmarkt gebracht werden. Gemessen an der Entwicklung börsennotierter Rivalen wie Jungheinrich oder dem Weltmarktführer Toyota Industries, deren Aktien seit Ende August 2012 um bis zu ein Drittel gestiegen sind, könnte Kion mit rund 2,5 Milliarden Euro bewertet werden.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Begleitet wird der Börsengang den Kreisen zufolge von der Deutschen Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Banken und Eigentümer wollten sich zum Zeitplan und zur Bewertung nicht äußern.

Zumindest ein Teil des Erlöses aus der Aktienemission soll den Kreisen zufolge Kion selbst zufließen. KKR und Goldman Sachs wollten auch nach der Erstnotiz noch mit einem substanziellen Aktienpaket beteiligt bleiben, hieß es. Sie hatten im vergangenen Jahr die chinesische Weichai Power an Bord genommen, der zum Zeitpunkt des Börsengangs bis zu 33 Prozent an Kion halten soll.

Die verlässlichsten Dividendenzahler

Platz 15

Siemens
Dax
Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 7
Jährliche Steigerung: 11,8 Prozent

Platz 14

Generali Deutschland

GeneralSt

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 7

Jährliche Steigerung: 16,2 Prozent

Platz 13

Gerry Weber

MDax

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 7

Jährliche Steigerung: 17,6 Prozent

Platz 12

Henkel

Dax

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 8

Jährliche Steigerung: 10,1 Prozent

Platz 11

Grenkeleasing

SDax

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 8

Jährliche Steigerung: 10,3 Prozent

Platz 10

Linde

Dax

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 8

Jährliche Steigerung: 10,7 Prozent

Platz 9

BayWa

MDax

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 8

Jährliche Steigerung: 11,7 Prozent

Platz 8

Nürnberger Beteiligungs-AG

GeneralSt

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 8

Jährliche Steigerung: 12,6 Prozent

Platz 7

Axel Springer

MDax

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 8

Jährliche Steigerung: 17,4 Prozent

Platz 6

Munich Re

Dax

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 8

Jährliche Steigerung: 21,1 Prozent

Platz 5

Fielmann

MDax

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 9

Jährliche Steigerung: 14,5 Prozent

Platz 4

Fresenius Medical

Dax

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 10

Jährliche Steigerung: 9,2 Prozent

Platz 3

Fresenius SE

Dax

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 10

Jährliche Steigerung: 11,9 Prozent

Platz 2

Fuchs Petrolub

MDax

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 10

Jährliche Steigerung: 25,0 Prozent

Platz 1

Stratec Biomedical

TecDax

Dividendenanhebungen in 10 Jahren: 10

Jährliche Steigerung: 40,8 Prozent

Quelle: DSW/dips, April 2013

Die Geschäftsaussichten für 2013 schätzt Kion positiv ein. Die Nachfrage werde sich leicht erholen, der Umsatz solle in diesem Jahr steigen. Vor allem in Asien und Lateinamerika will Vorstandschef Gordon Riske mehr Flurförderzeuge verkaufen, wie er im März gesagt hatte. Das operative Ergebnis (Ebit) soll noch stärker steigen als der Umsatz. Nach Steuern wolle Kion einen kleinen Gewinn ausweisen. 2012 hatte Kion den Umsatz um acht Prozent auf 4,7 Milliarden Euro erhöht. Davon entfielen 170 Millionen Euro auf das Hydraulikgeschäft, das für 271 Millionen Euro an Weichai Power ging. Der Sparkurs ließ das Ebit um 20 Prozent auf 438 Millionen Euro steigen.

Von

rtr

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