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03.09.2014

12:22 Uhr

Gabriel für Zusammenschluss mit KMW?

Fusionsfantasien führen Rheinmetall an die MDax-Spitze

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel soll eine Fusion von Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mit Rheinmetall befürworten. Dabei hat sich KMW einen anderen Partner ausgeguckt. Trotzdem schießen Rheinmetall-Papieren in die Höhe.

Kampfpanzer Leopard 2: Sigmar Gabriels Wünsche helfen der Aktie von Rheinmetall. dpa

Kampfpanzer Leopard 2: Sigmar Gabriels Wünsche helfen der Aktie von Rheinmetall.

DüsseldorfAngetrieben von Fusionsfantasien haben sich die Aktien der Rüstungsschmiede Rheinmetall am Mittwoch an die Spitze der MDax-Gewinner gesetzt. Nach einem Bericht der Wochenzeitung „Die Zeit“ über Forderungen von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel nach einer Fusion der beiden deutschen Panzerhersteller Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann (KMW) bauten die Titel ihre Kursgewinne aus. Zuletzt notierten sie vier Prozent im Plus.

Das Wirtschaftsministerium teilte als Reaktion auf den Bericht mit, Gabriel setze sich nicht aktiv für eine Fusion ein. „Fusionen von Unternehmen sind unternehmerische Entscheidungen, die das Bundeswirtschaftsministerium nicht kommentiert“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch. „Grundsätzlich können Kooperationen, auch europäische, in der Rüstungsindustrie jedoch sinnvoll sein, um den Herausforderungen des Marktes zu begegnen.“

Der Minister wolle zudem aus den Mitteln seines Hauses ein Programm zur „Diversifizierung der Rüstungsindustrie“ auflegen, das bei der Umrüstung auf zivile Produkte helfen soll, berichtete das Blatt weiter. Gabriel wolle den Unternehmen so helfen, Überkapazitäten abzubauen. Bei Rheinmetall war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Das ist der Rheinmetall-Konzern

Umsatz

Rheinmetall gilt mit einem Umsatz von voraussichtlich rund 2,3 Milliarden Euro in der Verteidigungssparte (2014) als einer der größten deutschen Rüstungshersteller.

Produkte

Im Zentrum stehen gepanzerte Fahrzeuge, Waffen wie die Kanone des weltweit begehrten Kampfpanzers Leopard, Munition und Flugabwehr-Schutzsysteme.

Mitarbeiter

Der im MDax notierte Düsseldorfer Traditionskonzern beschäftigt 21.100 Menschen, davon rund 9200 in der Rüstung.

Kunden

Da europaweit Verteidigungsbudgets gekürzt werden, bemüht sich das Unternehmen stark um Kunden im Mittleren Osten, Afrika, Asien und Australien. Großaufträge kamen ins jüngerer Zeit etwa aus Südafrika, Schweden und Malaysia. Seit Jahren liefert eine Rheinmetall-Gesellschaft auch Schutzkomponenten für eine gepanzerte Version der Mercedes-S-Klasse.

Die beiden Firmen produzieren gemeinsam die Panzer Leopard und Puma. Derzeit plant Krauss-Maffei allerdings eine Fusion mit dem französischen Rüstungshersteller Nexter. Am Freitag kommt Gabriel mit Vertretern der Rüstungsindustrie zusammen.

Der Minister wolle zudem aus den Mitteln seines Hauses ein Programm zur „Diversifizierung der Rüstungsindustrie“ auflegen, das bei der Umrüstung auf zivile Produkte helfen soll. Gabriel will den Unternehmen so helfen, Überkapazitäten abzubauen, berichtet „Die Zeit“ weiter. Bisher sicherte ein Teil der deutschen Waffenproduzenten seine Umsätze auch durch lukrative Aufträge aus Ländern wie Saudi Arabien, Katar oder Algerien.

Gabriel hatte hingegen angekündigt, den Export von Rüstungsgütern nach strengeren Maßstäben zu beurteilen als sein Vorgänger. Behörden sollen künftig im Ausland kontrollieren, wo die Waffen wirklich landen. Das Wirtschaftsministerium prüft zudem, wie es Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz besser kontrollieren kann.

Von

rtr

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