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23.10.2013

19:32 Uhr

Geld über Nacht

Blitz-Kapitalerhöhung bei Tom Tailor und Aixtron

Tom Tailor und Aixtron haben unabhängig voneinander eine Kapitalerhöhung über Nacht beschlossen. Das Modeunternehmen will Schulden abbauen, der Anlagenbauer will das Geld in neue Technologien stecken.

Filiale der Modekette Tom Tailor in Buehl: Schulden abbauen. dapd

Filiale der Modekette Tom Tailor in Buehl: Schulden abbauen.

FrankfurtIhre Branchen sind unterschiedlich, aber beide Unternehmen hatten offenbar die gleiche Idee: über Nacht ein paar Millionen Euro einsammeln. Die Hamburger Modefirma Tom Tailor will mit einer Blitz-Kapitalerhöhung 30 Millionen Euro einnehmen und wirbt dafür mit steigenden Umsätzen. Der Aachener Computerchip-Anlagenbauer Aixtron will rund 100 Millionen Euro einsammeln.

Tom Tailor will mit dem Geld das Eigenkapital und die Ausschüttungsmöglichkeiten stärken sowie die Verschuldung senken. 1,82 Millionen Aktien sollen über Nacht bei großen Investoren platziert werden. Tom-Tailor-Aktien waren am Mittwoch mit 16,89 Euro aus dem Xetra-Handel gegangen, die Ankündigung der Kapitalerhöhung drückte sie im abendlichen Handel aber um 5,5 Prozent bis auf 16,40 Euro.

Das Unternehmen will die Eigenkapitalquote auf mindestens 30 Prozent schrauben, Ende September waren es erst 26,1 Prozent. Der Schuldenberg von 276 Millionen Euro soll abgebaut werden. Zudem will Tom Tailor die Anteile von Minderheitseigentümern bei weiteren Töchtern kaufen, um den Gewinn künftig nicht mehr mit diesen teilen zu müssen.

Die Übernahme der Modekette Bonita im August 2012 trieb den Umsatz von Tom Tailor in den ersten neun Monaten um fast zwei Drittel auf 656 Millionen Euro. Die Tom-Tailor-Geschäfte allein legten um 28 Prozent zu, wie das Unternehmen mitteilte. Bonita schaffte erstmals nach der Übernahme vergleichbar gerechnet einen Umsatzzuwachs. Unter dem Strich schrieb der Konzern von Januar bis September mit bereinigt 0,2 (Vorjahr: 5,5) Millionen Euro allerdings nur knapp schwarze Zahlen.

Bei Aixtron sollen 10,22 Millionen neue Aktien - das sind zehn Prozent des Grundkapitals - bei institutionellen Investoren untergebracht werden, teilte die Firma mit. Aixtron-Aktien waren am Mittwoch mit 10,36 Euro aus dem Xetra-Handel gegangen. Im Frankfurter Abendhandel brachen sie dann um fast acht Prozent auf 9,83 Euro ein.

„Der Emissionserlös wird der Stärkung der Technologieführerschaft von Aixtron dienen“, begründete das Unternehmen den Schritt. Aixtron wolle vor allem in Technologien zur Herstellung von Hochleistungselektronik, Organischen LEDs (OLEDs) und Anwendungen in der Silizium-Halbleiterindustrie investieren. Am Donnerstag stehen bei Aixtron Quartalszahlen an. Analysten gehen davon aus, dass das Unternehmen seinen Verlust deutlich reduziert hat.

Von

rtr

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