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09.11.2015

11:15 Uhr

Geplante Neuemission

Verschobener HelloFresh-Börsengang drückt Rocket Internet

Der Versender von Lebensmittelboxen, HelloFresh, macht große Verluste und will trotzdem an die Börse. Doch das wird nicht ganz so schnell klappen, wie zunächst erwartet – die Aktie der Mutter leidet.

Rezepte und Zutaten per Paketpost. dpa

HelloFresh Kochbox

Rezepte und Zutaten per Paketpost.

Der Berliner Startup-Konzern Rocket Internet muss auf den Börsengang seiner Beteiligung HelloFresh Insidern zufolge noch länger warten. Der Lebensmittel-Lieferdienst werde seine Ankündigung in diesem Jahr nicht mehr umsetzen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Rocket-Internet-Aktie reagierte am Montagmorgen mit deutlichen Abschlägen. Das Papier notierte am Vormittag fast sechs Prozent im Minus bei 23 Euro.

Investoren seien angesichts des Marktumfelds skeptisch zur Bewertung von HelloFresh gewesen. Bei der jüngsten Finanzierungsrunde war das 2011 gegründete, schnell wachsende Unternehmen mit 2,6 Milliarden Euro bewertet worden - höher als die viertgrößte Container-Reederei Hapag-Lloyd, die am Freitag mit Mühe den Sprung an die Börse geschafft hatte.

HelloFresh hatte seine Börsenpläne Ende Oktober offiziell gemacht und sich dabei nicht auf einen Zeitpunkt festgelegt. Von der offiziellen Mitteilung bis zur Erstnotiz dauert es in der Regel aber nicht mehr als vier Wochen. Laut Finanzkreisen wollte HelloFresh 300 bis 500 Millionen Euro einsammeln. Das nächste Fenster für Börsengänge öffnet sich erst wieder im März oder April, wenn die testierten Geschäftszahlen für das Gesamtjahr vorliegen. Früher im Jahr sind Neuemissionen selten.

HelloFresh war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die größten deutschen Börsengänge seit 2000

Platz 12

Schaeffler

Erstnotiz: 09.10.2015
Branche: Autozulieferer/Industrie
Erwarteter Bruttoerlös: 937,5 Millionen Euro (ursprünglich geplant: 2,5 bis 3 Milliarden Euro)

Platz 11

Scout24

Erstnotiz: 01.10.2015
Branche: Internetdienstleistungen
Erwarteter Bruttoerlös: etwa 1,2 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 1,63 Milliarden Euro)

Platz 10

Rocket Internet

Erstnotiz: 01.10.2014
Branche: Firmenbeteiligungen/Start-up Inkubator
Bruttoerlös: 1,4 Milliarden Euro

Platz 9

Telefonica Deutschland

Erstnotiz: 29.10.2012
Branche: Mobilfunk
Bruttoerlös: 1,45 Milliarden Euro

Platz 8

Deutsche Postbank

Erstnotiz: 22.06.2004
Branche: Finanzdienstleistungen
Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro

Platz 7

Covestro

Erstnotiz: 6. Oktober 2015 (ursprünglich geplant 2. Oktober)
Branche: Kunststoff/Chemie
Erwarteter Bruttoerlös: 1,5 Milliarden Euro (ursprünglich geplant 2,5 Milliarden Euro)

Platz 6

Tognum

Erstnotiz: 30.06.2007
Branche: Autozuliefer/Industrie
Bruttoerlös: 2,01 Milliarden Euro

Platz 5

T-Online

Erstnotiz: 17.04.2000
Branche: Internetdienstleister/Kommunikation
Bruttoerlös: 2,87 Milliarden Euro

Platz 4

Uniper

Erstnotiz: 12.09.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 3,67 Milliarden Euro

Platz 3

Innogy

Erstnotiz: 7.10.2016
Branche: Energie
Bruttoerlös: 5 Milliarden Euro

Platz 2

Infineon

Erstnotiz: 13.3.2000
Branche: Halbleiter
Bruttoerlös: 6,07 Milliarden Euro

Platz 1

Deutsche Post

Erstnotiz: 19.11.2000
Branche: Logistik
Bruttoerlös: 6,25 Milliarden Euro

Quelle

Quelle: Unternehmen, Reuters

HelloFresh liefert den Abonnenten seiner Kochboxen einmal pro Woche die Zutaten für komplette Rezepte frei Haus. In den ersten neun Monaten setzte das Unternehmen damit 198 Millionen Euro um, im vierten Quartal sollen bis zu 102 Millionen Euro dazukommen. Dabei schreibt HelloFresh tiefrote Zahlen: Nach neun Monaten stand ein Verlust von 58 Millionen Euro zu Buche - vor allem weil das Marketing allein 70 Millionen Euro verschlang.

Von

rtr

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