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07.09.2015

18:57 Uhr

Geplanter Börsengang

Klöckner Pentaplast wählt Investmentbanken aus

Die Banken Jefferies und Goldman Sachs sollen den Börsengang des deutschen Folienherstellers Klöckner Pentaplast vorbereiten. Die Emission wird allerdings nicht in Frankfurt, sondern in den USA stattfinden.

Klöckner Pentaplast gehört mehrheitlich dem Finanzinvestor Strategic Value Partners (SVP), der sich ursprünglich über die Verbindlichkeiten eingekauft hatte und diese letztlich in Anteile tauschte. picture-alliance

Folienhersteller Klöckner Pentaplast

Klöckner Pentaplast gehört mehrheitlich dem Finanzinvestor Strategic Value Partners (SVP), der sich ursprünglich über die Verbindlichkeiten eingekauft hatte und diese letztlich in Anteile tauschte.

FrankfurtDer rheinland-pfälzische Folienhersteller Klöckner Pentaplast kommt bei seinen Börsenplänen einen Schritt voran. Das Unternehmen aus Montabaur habe die Investmentbanken Jefferies und Goldman Sachs ausgewählt, um einen Börsengang vorzubereiten, sagten zwei mit den Vorgang vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Emission werde allerdings den Plänen zufolge nicht in Frankfurt stattfinden, sondern in den USA. Klöckner Pentaplast gehört mehrheitlich dem Finanzinvestor Strategic Value Partners (SVP), der sich ursprünglich über die Verbindlichkeiten eingekauft hatte und diese letztlich in Anteile tauschte.

Im Herbst 2014 war ein Verkauf des Unternehmens zum zweiten Mal binnen eines Jahres geplatzt. SVP hatte sich damals rund 1,5 Milliarden Euro als Kaufpreis erhofft. Seither ging es mit dem Gewinn aufwärts. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2014/15 (Ende September) stieg der Umsatz um acht Prozent auf 949 Millionen Euro, wie Pentaplast am Montag mitteilte. Der operative Gewinn (Ebitda) kletterte um 16 Prozent auf 155 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt gut 3000 Mitarbeiter.

Es war aus Teilen der Klöckner-Werke AG und der ehemaligen Hoechst AG (Kalle Pentaplast) entstanden, seit 2001 gehört es Finanzinvestoren.

So läuft ein Börsengang ab

1. Auswahl einer Emissionsbank

Hat sich die Führungsebene eines Unternehmens zu einem Börsengang entschlossen, sind diverse Vorbereitungen zu treffen. Zunächst müssen Gespräche mit Banken geführt werden, um einen geeigneten Partner bei der Durchführung des IPO zu finden. Im weiteren Verlauf wird in der Regel eine der Banken zum Konsortialführer bestimmt, oftmals gehören dem Konsortium weitere Banken an, die an der Emission ebenfalls beteiligt werden.

2. Durchführung einer Unternehmensanalyse

Um die geplante Gesellschaft zu analysieren, wird eine Due Diligence-Prüfung durchgeführt. In deren Verlauf wird der Unternehmenswert ermittelt. Die Analyse mündet in der Formulierung eines rechtlich verbindlichen Börsenprospektes, der Voraussetzung für den Handel an der Börse ist.

3. Roadshow

Im Rahmen einer so genannten Roadshow wirbt das Unternehmen auf Basis des Börsenprospektes Investoren für den eigenen Börsengang. Dabei werden die Informationen der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel einer Roadshow ist es darüber hinaus, das potenzielle Interesse an den Aktien des eigenen Unternehmens auszuloten.

4. Festlegen eines Emissionspreises

Nach der Roadshow legen die Konsortialbanken eine ihrer Meinung nach angemessene Preisspanne fest, in deren Rahmen die Unternehmensaktien gezeichnet werden sollten. Der Emissionspreis liegt gemeinhin im Rahmen dieser so genannten Bookbuildingspanne und wird in Folge festgelegt. Alternativ kann die Gesellschaft auch einen Festpreis bestimmen.

5. Zuteilung der Aktien

Nach Festlegung des Emissionspreises können die Anteilsscheine den Investoren zugeteilt werden. Dabei werden die Aktien öffentlich zur Zeichnung angeboten. Während dieser vorher festgelegten Zeichnungsfrist legen sich potenzielle Anleger auf eine bestimmte Stückzahl fest. Ist die Nachfrage nach Aktien größer als das Angebot, spricht man davon, dass der Börsengang "überzeichnet" ist. Dann wird bestimmt, wie die Anteilsscheine zugeteilt werden.

6. Erstnotiz

Nach erfolgreicher Zuteilung der Aktien werden die Papiere erstmals an den Börsenparketts gehandelt. Dabei wird ein erster Kurs festgestellt, die so genannte Erstnotiz. Von diesem ersten Börsenkurs ist abhängig, ob die Investoren – in Abhängigkeit von dem gezahlten Emissionspreis – Zeichnungsgewinne oder -verluste einfahren.

7. Regulärer Handel an der Börse

Die Anteilsscheine können nun regulär am Kapitalmarkt gehandelt werden. Allgemeine Informationen zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren können Sie zum Beispiel hier einsehen.

Quelle

Investmentbanker halten einen Börsengang außerhalb des Heimatmarktes nur dann für sinnvoll, wenn dort die meisten Konkurrenten gelistet sind oder das Unternehmen dort den Löwenanteil seines Geschäfts macht. Klöckner Pentaplast ist das zweite deutsche Unternehmen, das einen Börsengang in New York vorbereitet. Mauser, ein Hersteller von Industrieverpackungen, hat bei der Börsenaufsicht dort bereits im August die nötigen Unterlagen eingereicht.

Das für seine blauen Plastikfässer bekannte Unternehmen gehört seit Mai 2014 dem US-Finanzinvestor Clayton, Dubilier & Rice (CD&R), der dafür 1,25 Milliarden Euro gezahlt hatte. An die Börse begleitet wird Mauser federführend von BofA Merrill Lynch, Citi und Credit Suisse.

Von

rtr

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