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01.04.2011

16:08 Uhr

Gerüchte um Buffett

Anleger stürzen sich auf Versicherer

VonJörg Hackhausen

Buffett hat bekanntermaßen ein Faible für die Versicherungsbranche. Will er seinen Anteil in der Branche noch aufstocken? Entsprechende Gerüchte treiben die Aktien der Branche.

Warren Buffett plant nach eigener Aussage größere Zukäufe. Quelle: dpa

Warren Buffett plant nach eigener Aussage größere Zukäufe.

FrankfurtDie bloße Nennung seines Namens reicht aus. Schon geht bei gestandenen Börsianern der Puls schneller. Sie schwärmen für Warren Buffett wie kleine Mädchen für Justin Bieber. Wann immer möglich, eifern sie ihrem Idol nach.

Heute stürzen sich die Anleger auf die Aktien von Rückversicherern, nur weil sie gehört haben, das Buffett auch kaufen will. Angeblich will der legendäre US-Investor, der schon so oft den richtigen Riecher bewiesen hat, seine Beteiligung am Rückversicherer Swiss Re ausbauen.

"Bei Rück geht das Gerücht um, dass Buffett seinen Anteil auf sechs Prozent aufstocken würde", sagte ein Händler. Ein Sprecher von Swiss Re wollte das nicht bestätigen. Das Unternehmen nehme zu Marktgerüchten nicht Stellung, sagte er. Doch einmal in der Welt sprachen sich die Spekulationen schnell herum. Die Aktien des Versicherungskonzerns stiegen daraufhin um 2,8 Prozent auf 54 Franken.

Und nicht nur die Papiere der Schweizer verteuerten sich, auch andere europäische Rückversicherer waren mit einem Mal gefragt. Im Dax stieg die Aktie der Münchener Rück um fast drei Prozent auf 113,95 Euro. An den Münchenern ist Buffett auch beteiligt, ihm gehören bereits mehr als zehn Prozent. Auch hier gab es in der Vergangenheit immer wieder Gerüchte, er wolle noch weiter aufstocken. Gefragt war außerdem die Aktie von Hannover Rück, die um fast drei Prozent auf 39,57 Euro stieg.

Buffetts Gespür für unterbewerte Aktien ist unbestritten. Gut möglich, dass er eine jetzt wieder günstige Gelegenheit wittert. Die Aktien der Rückversicherer sind seit der Japan-Katastrophe deutlich gefallen. Auf Sicht von vier Wochen haben Swiss Re oder Münchener Rück rund acht Prozent verloren.

Noch ist nicht ganz klar, wie groß die Schäden durch Erdbeben und Tsunami ausfallen. Die japanische Regierung gibt die gesamtwirtschaftlichen Kosten mit 198 bis 309 Milliarden Dollar an. Auf die Versicherer kommen allerdings deutlich weniger Kosten zu. Münchener Rück und Swiss Re rechnen mit Belastungen in Höhe von 2,1 beziehungsweise 1,2 Milliarden Dollar.

Kein Pappenstiel, aber noch gerade zu verkraften. Die Belastungen aus den Unglücken in Australien, Neuseeland und vor allem in Japan dürften die Schadenbudgets der meisten großen Rückversicherer für 2011 bereits zu 75 Prozent aufgebraucht haben, schrieb James Quin von der Citigroup in einer Branchenstudie. Er habe seine Ergebnisschätzungen für die einzelnen Gesellschaften stark reduziert. Dennoch sollten die von ihm betrachteten Unternehmen im laufenden Jahr profitabel sein. Die Aktie der Münchener Rück erscheine nach der zuletzt schlechten Kursentwicklung zunehmend attraktiv.

Kommentare (1)

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Luke

01.04.2011, 17:03 Uhr

Die Gier wird ihren Lohn erhalten.

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