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27.01.2009

08:26 Uhr

Gesundheitsbranche

Aussicht auf Dax-Aufstieg beflügelt Fresenius

VonJörg Hackhausen

Der Gesundheitskonzern könnte bald in die erste Börsenliga aufrücken - und damit seinem Tochterunternehmen folgen. Beide Aktien sind bei Analysten sehr beliebt. Denn das Geschäft der Fresenius-Gruppe ist robust: Auch in der Krise sparen Konsumenten nicht an der Gesundheit.

Fresenius Medical Care ist bereits im Dax notiert - nun könnte die Mutter folgen. Foto: AP ap

Fresenius Medical Care ist bereits im Dax notiert - nun könnte die Mutter folgen. Foto: AP

FRANKFURT. Fresenius SE profitiert von den neuen Index-Regeln der Deutschen Börse. Beim nächsten planmäßigen Dax-Umbau im März dürfte der Gesundheitskonzern aus dem MDax mittelgroßer Werte in den Dax aufrücken. Darauf spekulierte gestern offenbar bereits eine Reihe von Anlegern. Fresenius-Vorzugsaktien legten zeitweise um sieben Prozent auf 42,75 Euro zu. "Die Aussicht auf den Aufstieg dürfte die Aktie weiter antreiben", sagt Marc Schwammbach, Analyst der NordLB.

Zuvor hatte die Deutsche Börse ihre Regeln für die Aufnahme in den Dax gelockert. Demnächst reicht es für die Mitgliedschaft in der ersten Börsenliga aus, wenn eine Aktie in der Börsen-Rangliste bei der Marktkapitalisierung nach Streubesitz auf Rang 35 oder höher liegt. Gleichzeitig genügt beim Börsenumsatz künftig der 45. Platz. Vorher galt, dass ein Unternehmen nach Marktkapitalisierung und Börsenumsatz zu den 35 größten deutschen börsennotierten Konzernen zählen musste.

Mit dieser Regeländerung wird Fresenius - auf Basis der Dezember-Rangliste - mit einem Mal zum ersten Anwärter für den Dax. Gemessen an der Marktkapitalisierung liegt Fresenius SE auf Platz 28 - einen Rang vor der Postbank. Beim Umsatz liegt Fresenius auf dem 37. Rang.

Das Unternehmen aus Bad Homburg in Hessen geriet bisher selten in die Schlagzeilen. Skandale blieben aus, Hiobsbotschaften gab es noch nicht. Allein durch Zukäufe trat Fresenius hin und wieder in Erscheinung. Zuletzt kaufte Fresenius den US-Generikahersteller APP Pharmaceuticals, was die vergleichsweise hohe Verschuldung erklärt. Immerhin brachte Fresenius kürzlich dennoch einen sogenannten Junk-Bond auf den Markt - das gelang seit anderthalb Jahren keinem anderen europäischen Unternehmen mit relativ schwacher Bonität mehr. Ein Zeichen dafür, dass Investoren den Konzern für solide halten.

Fresenius SE bündelt mehrere Beteiligungen, etwa wie eine Holding. Dem Mutterkonzern gehören Anteile an Krankenhäusern sowie an Firmen aus dem Bereich der Pharma- und Gesundheitsdienstleistungen. Die wichtigste Tochter ist Fresenius Medical Care (FMC). Sie verdient ihr Geld mit Medikamenten, Maschinen und Dienstleistungen zur Blutwäsche bei Nierenerkrankungen. Darin ist das Unternehmen Weltmarktführer.

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