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13.05.2012

09:42 Uhr

Gewinnausschüttung

Die Dividendenjagd ist eröffnet

VonUlrich Hanke
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Die meisten deutschen Unternehmen schütten im Frühjahr ihre Erlöse aus. Für Anleger ist das genauso wichtig wie Kursgewinne. Warum es sich jetzt lohnt, Dividendenpapiere zu kaufen - und welche Titel interessant sind.

BASF-Jahreshauptversammlung: Der Konzern gehört zu den aktionärsfreundlichsten Dividendenzahlern im Dax. dpa

BASF-Jahreshauptversammlung: Der Konzern gehört zu den aktionärsfreundlichsten Dividendenzahlern im Dax.

Wenn die Telekom-Aktionäre in der Lanxess Arena in Köln am 24. Mai unter Tagesordnungspunkt zwei einer Dividende von 70 Cent zustimmen, dürfte sich ihre Freude darüber in Grenzen halten. Zwar zahlt der magentafarbene Dax-Konzern damit stolze 8,2 Prozent Dividendenrendite, die T-Aktie hat allerdings auch innerhalb eines Jahres fast ein Viertel an Wert verloren.

Ein Grund: Vorstandschef René Obermann schüttet für das vergangene Jahr mehr Geld aus, als die Deutsche Telekom 2011 als Gewinn eingenommen hat. Wie lang diese schon traditionelle Bedienung der Dividende aus der Substanz noch gut geht, weiß niemand. Genau genommen zahlt der Konzern eigentlich Kapital zurück. Vergangene Woche forderten Großinvestoren deshalb, Obermann sollte die Ausschüttung kürzen und das gesparte Geld lieber in Zukunftstechnik investieren.

Vergleich: Welche Dax-Konzerne die höchsten Dividenden zahlen

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Welche Dax-Konzerne die höchsten Dividenden zahlen

Der Kursverlauf enttäuscht, aber immerhin hält die Deutsche Telekom ihre üppige Dividende auch 2013 stabil - und liegt damit weit oben im Dax-Vergleich. Wer die Dividendenstars sind und wer die Renditevernichter.

Doch die hohe Ausschüttung hat einen schönen Nebeneffekt für Obermann: Es ist gut möglich, dass der Kurs der Aktie vor der Hauptversammlung anzieht. "Einige Anleger setzen darauf, dass eine Aktie im Vorfeld steigt, sie wollen die Dividende kassieren und die Aktie dann wieder abstoßen", sagt DWS-Fondsmanager Thomas Schüssler, der den größten Dividendenfonds in Deutschland verwaltet. In der Regel schütten deutsche Aktiengesellschaften ihre Gewinne einmal im Jahr am ersten Börsenhandelstag nach der Versammlung aus. Der Tag heißt deshalb auch Ex-Tag, ex Dividende, also ohne Dividende. Früher trennten die Aktionäre vom Kuponbogen einen Abschnitt ab und lösten diesen ein.

An dem Stichtag notiert die Aktie mit einem Abschlag. Der ist in der Theorie so groß wie die gezahlte Dividende. Doch andere Faktoren verzerren das Bild. Der Kurs kommt letztlich wie immer durch Angebot und Nachfrage zustande. "Den Abschlag nehmen diese Dividendenjäger dann in Kauf", meint Schüssler.

2012 lohnt sich die Jagd auf die Dividenden besonders: Nur im Rekordjahr 2008 schütteten die Dax-Konzerne mehr aus. In diesem Jahr sind es nach Berechnungen von Ernst & Young 27,5 Milliarden Euro, knapp ein Prozent weniger als 2008. "Das vergangene Jahr war für viele Unternehmen das beste in ihrer Geschichte", sagt Thomas Harms, Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Und an diesem Erfolg haben nun die Aktionäre teil: 19 Unternehmen erhöhen ihre Dividende, nur Lufthansa und die gebeutelten Versorger E.On und RWE haben reduziert. Die Commerzbank zahlt seit der Teilverstaatlichung 2009 keine Dividende mehr.

Für konservative Anleger sind Aktien ohne Dividende meist wenig attraktiv. Die Ausschüttung bekommen sie in bar. Wie sinnvoll das Management die Gewinne einsetzt, die im Unternehmen verbleiben, ist dagegen offen. Seine Investition über Jahre verzinst und stückweise zurückzubekommen reduziert das Risiko.

Kommentare (6)

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13.05.2012, 10:56 Uhr

Selbst bei einer 50 %igen Investitions-Quote momentan in meinem Aktien-Portfolio, gehe ich nach wie vor davon aus auf 12-Monatssicht die Alternativ-Rendite im Tagesgeld (oder EONIA) durch Kursgewinne und Dividenden locker zu schlagen, und wie jedes Jahr auch wieder eine zweistellige Performance zu erzielen. Und falls es doch noch mal richtig absackt, kauf ich dank prall gefüllter Kriegskasse eben kräftig zu.

In der letzten Woche habe ich die Quote durch gezielt Zukäufe um ca. 10 % auf jetzt 50 % gerade wieder erhöht. Defensiv eine EON zwischen 15 - 15,50 € (ex 1 € Div.) finde ich geradezu geschenkt, oder auch eine BASF unter 55 € (ex 2,50 € Div.) gefällt mir. Etwas spekulativer und kurzfristiger dagegen eine Allianz zwischen 75 - 80 € (ex 4,50 Div.), oder eine Infineon unter 6,50 € (dividendenmäßig eher uninteressant)!

Wer noch andere Vorschläge hat, kann sie mir sehr gerne mitteilen. Aber bitte nur von Usern mit festen Nick-Namen. Anonyme Schreiber werden weder ernst genommen noch beachtet. Danke !

Account gelöscht!

13.05.2012, 11:11 Uhr

Ps: Ich interessiere mich nur für liquide DAX30-Titel, wo man mit großer Stückzahl anständige VWAPs hinbekommen kann !

gewinnmitnahme@wilderwesten.biz

13.05.2012, 11:19 Uhr

Dividende ist was für Anleger - Kursgewinne sind was für Zocker. bei einer WILLKUER-Justiz erübrigt sich das aber alles.

BÄHRING, Verleger
Frankfurt am Main

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