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16.06.2011

10:53 Uhr

Gewinner des Tages

Sonnenstunden für Solaraktien

Die Bundesregierung hat die Kürzung der Solarsubventionen verschoben. Die Anleger greifen bei einigen Werten zu - doch wo auch bei reichlichen Regierungsgeldern schon die Kassen leer sind, wenden sie sich lieber ab.

In den Frühjahrsmonaten wurden weniger Solarprodukte verkauft. Quelle: dpa

In den Frühjahrsmonaten wurden weniger Solarprodukte verkauft.

FrankfurtNach Monaten der Achterbahnfahrt geht es für die meisten Solaraktien heute aufwärts. Grund dafür ist vor allem die Entscheidung der Bundesregierung, die Installation neuer Solaranlagen nun doch weiterhin ungekürzt zu fördern. Angesichts eines Einbruchs beim Bau neuer Anlagen fällt die geplante Förderkürzung aus. Die Gelder für Sonnenstrom sollten ursprünglich je nach Zubaumenge bis Juli um maximal 15 Prozent und bis Januar 2012 um maximal 24 Prozent gekürzt werden.

Die Solarwerte stemmten sich im TecDax gegen den negativen Markttrend - Q-Cells legte 2,4 Prozent zu, Solarworld rund 1,6 Prozent. Auch Centrotherm und Phoenix Solar legten zu. Der TecDax lag zum Mittag mit 1,2 Prozent im Minus bei 871 Punkten.

„Die Geschichte ist ein zweischneidiges Schwert“, sagte ein Händler. Dass der Boom abflaue, sei kein gutes Zeichen. Aber offenbar sei die Angst vor den Förderkürzungen größer gewesen und die Anleger reagierten daher mit Käufen auf die Nachricht.

Angesichts einer Nachfrageflaute in den vergangenen Monaten hat sich die deutsche Solarbranche gegen weitere Kappungen der Subventionen gewandt. „Wir warnen die Bundesregierung ausdrücklich davor, der Solarwirtschaft jetzt weitere Kürzungen aufzuerlegen. Das könnte großen Teilen der Branche das Genick brechen und würde die Energiewende ausbremsen, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW), Carsten Körnig, am Donnerstag in Berlin.

Bei der Branche bleibt weiterhin die Angst vor der wachsenden Konkurrenz aus China. Das drückt mindestens die Preise, könnte aber sogar die Auftragsbücher schrumpfen lassen. Einige der Solarunternehmen haben schon jetzt klamme Kassen. Ihre Aktien sind zu Zockerpapieren geworden. So ist auch nach einem Lichtblick heute alles andere als sicher, dass es weiter aufwärts geht.

Einer der wenigen Verlierer der Solarbranche im TecDax ist heute SMA Solar, nachdem in den Medien von Lieferengpässen die Rede war. Das Papier fiel 1,5 Prozent auf 71,82 Euro.

Der seit Jahren mit Verlusten kämpfende Solarkonzern Conergy konnte von den guten Nachrichten aus der Politik ebenfalls nicht profitieren. Die Rücknahme der Jahresprognose quittierten die Investoren am Donnerstag mit Abschlägen von bis zu sieben Prozent. Seit Jahresbeginn haben die Papiere, die in keinem großen Index mehr gelistet sind, bereits mehr als 40 Prozent verloren. Zur Mittagszeit sind die Aktien heute noch 0,285 Euro wert und haben somit heute 3,7 Prozent verloren. Die Aktien dürften noch eine ganze Weile unter Druck bleiben, da kaum absehbar sei, wann das Unternehmen wieder die Gewinnschwelle erreiche, schreibt Sebastian Zank von Silvia Quandt Research in einem Kommentar.

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