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28.01.2011

13:32 Uhr

Aktien

Gsam-Chef O„Neill dank Schwellenländern und USA optimistisch für Aktien

Aktienbesitzer dürfen nach Einschätzung von Goldman Sachs Asset Management (Gsam) auf eine anhaltend gute Entwicklung ihrer Investments hoffen.

dpa-afx MANNHEIM. Aktienbesitzer dürfen nach Einschätzung von Goldman Sachs Asset Management (Gsam) auf eine anhaltend gute Entwicklung ihrer Investments hoffen. "Ich bin weiterhin optimistisch", sagte Jim O"Neill, Chairman der Vermögensverwaltungsgesellschaft der US-Bank Goldman Sachs, auf dem Fondskongress in Mannheim. Die Erholung der US-Wirtschaft und vor allem die starke Entwicklung in den Schwellenländern sollten dafür sorgen, dass das weltweite Bruttosozialprodukt im laufenden sowie im kommenden Jahr um knapp fünf Prozent und damit fast so stark wie 2010 wachse. Auch die Schuldenkrise in der Eurozone werde dies nicht verhindern. Somit spreche alles für ein weiter gutes Umfeld für Aktien.

Die "unerwartet deutliche Wirtschaftserholung in den USA nach zwei extrem schwachen Jahren" sollte sich laut O"Neill auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken. Dort dürfte die Kurve der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den kommenden Monaten endlich nach unten gehen. Die Sorgen um die europäische Schuldenkrise, die eher eine politische Krise sei, hält der ehemalige Goldman-Chefvolkswirt für übertrieben. Die Schuldenprobleme seien zwar "für einige Mitglieder der Eurozone eine Herausforderung". Doch Griechenland, Irland und Portugal hätten innerhalb des Wirtschaftsraums nur wenig Gewicht, während gleichzeitig "die deutsche Wirtschaft so gut in Form ist wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr".

So lange große Euro-Mitgliedsländer wie Deutschland und Frankreich keine Geldprobleme hätten, brauche Europa sich nicht vor einer Rezession zu fürchten, sagte O"Neill. Er erinnerte zudem daran, dass die Lage der Eurozone insgesamt deutlich besser sei als die Großbritanniens oder gar der USA, die im Vergleich ähnlich hoch wie Portugal verschuldet seien. Die Angst der Deutschen, sämtliche Defizite der angeschlagenen Peripherieländer ausgleichen zu müssen, sei überflüssig. Es gebe genug Investoren aus China und Japan, die europäische Staatsanleihen kaufen wollten.

Als Hauptträger einer weiter starken Weltwirtschaft sieht der Experte die Schwellenländer. Er selbst will sie wegen ihres zunehmenden Wachstumsbeitrags aber nicht mehr als solche bezeichnen. Neben China, Indien, Brasilien und Russland, für die O"Neill vor gut zehn Jahren das "Bric"-Konzept erfunden hat, sollten weitere aufstrebende Staaten an Bedeutung gewinnen. Dazu zählt er vor allem die elf Länder, die er 2005 unter dem Begriff "Next 11" zusammengefasst hat und die bis zum Jahr 2050 vermutlich viel stärker wachsen dürften als die Industrieländer. Zu diesen gehören neben der Türkei, Mexiko und Südkorea auch derzeit noch weniger im Fokus stehende Staaten wie Ägypten, Pakistan, Bangladesch und Nigeria. Dem westafrikanischen Land traut O"Neill sogar den baldigen Aufstieg in die Riege der 20 weltgrößten Volkswirtschaften zu.

Bereits 2032 sollten die Bric-Länder nach Einschätzung des Experten ebenso viel zum weltweiten Wirtschaftswachstum beitragen wie die sieben führenden Industrienationen (G7). Zudem sollte China die USA als weltgrößte Volkswirtschaft abgelöst haben. O"Neill betonte auch die wachsende Bedeutung Chinas für Exportgüter anderer Länder. Das bevölkerungsreichste Land der Welt werde schon bald mehr Waren als jedes andere Land einführen und Frankreich als wichtigstes Importland für deutsche Produkte ablösen.

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