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26.10.2015

19:42 Uhr

Hapag-Lloyd

Maersk-Gewinnprognose überschattet Börsengang

Die dänische Reederei Maersk hat ihre Gewinnprognose zusammengestrichen, die Aktie stürzte daraufhin um sieben Prozent ab. Börsenkandidat Hapag-Lloyd versucht die potenziellen Anleger nun zu beruhigen.

Die Aktien des Börsenkandidaten können noch bis Dienstag gezeichnet werden, für Freitag ist das Börsendebüt in Frankfurt geplant. dpa

Ein Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd in Hamburg

Die Aktien des Börsenkandidaten können noch bis Dienstag gezeichnet werden, für Freitag ist das Börsendebüt in Frankfurt geplant.

FrankfurtNach der Gewinnwarnung der weltgrößten Reederei A.P. Moeller-Maersk versucht Börsenkandidat Hapag-Lloyd die potenziellen Anleger zu beruhigen. Die für das Gesamtjahr in Aussicht gestellte operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) werde wie geplant „im hohen einstelligen Bereich“ liegen, bekräftigte die weltweit viertgrößte Container-Reederei am Montag.

Hapag-Lloyd profitiert dabei allerdings noch vom ersten Halbjahr, in dem die Marge bei 10,6 Prozent gelegen hatte. Im Juli und August waren es aber nur noch 8,5 Prozent, im September sei es ähnlich weitergegangen, erklärte Hapag-Lloyd. Die dänische Maersk hatte ihre Gewinnprognose am Freitag um 600 Millionen auf 3,4 Milliarden Dollar zusammengestrichen und dafür eine Verlangsamung der Container-Schifffahrt – und damit voraussichtlich des Welthandels – verantwortlich gemacht.

Das ließ die Maersk-Aktie um sieben Prozent abstürzen. Die Branche leidet unter den eingetrübten Konjunkturaussichten in China und den wachsenden Überkapazitäten in der Branche. Die Frachtraten von Asien nach Europa fallen seit sechs Wochen kontinuierlich. In der vergangenen Woche erreichten sie mit 231 Dollar je 20-Fuß-Container den tiefsten Stand seit Mitte Juni – ein Niveau, bei dem die meisten Reedereien Verluste schreiben.

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Hapag-Lloyd startet zur Unzeit aufs Parkett – zur Überraschung der Branche. Denn börsenreif ist Deutschlands größte Container-Reederei kaum. Dass der Chef dennoch Tempo macht, dürfte weiser Voraussicht entspringen.

Doch die Überkapazitäten in der Container-Schifffahrt werden nicht kleiner, weil die Reedereien stetig neue Schiffe ordern. Auch Hapag-Lloyd will mit dem erhofften Erlös aus der Emission sechs neue Schiffe bauen lassen. Schifffahrts-Experten erwarten in diesem Jahr eine Zunahme der Kapazität um 8,2 Prozent und im nächsten Jahr um weitere fünf Prozent.

Deshalb versucht Hapag-Lloyd den Börsengang durchzuziehen, bevor die Frachtraten weiter sinken. Noch könne Hapag-Lloyd auch auf die Synergien aus der Integration der chilenischen CSAV bauen und sich damit von der Konkurrenz abheben. Die Aktien können noch bis Dienstag gezeichnet werden, für Freitag ist das Börsendebüt in Frankfurt geplant. Immerhin waren die Orderbücher einschließlich der Aufstockungsoption rasch einmal gefüllt.

Doch das Volumen war bereits drastisch auf maximal 360 Millionen Euro verkleinert worden, und die Preisspanne wurde mit 23 bis 29 Euro je Aktie so tief angesetzt, dass Aktionäre wie der Reisekonzern Tui und die Stadt Hamburg ihre Beteiligungen abschreiben müssen. Bei Tui steht das Paket von 13,9 Prozent mit 489 Millionen Euro in den Büchern – das sind gut 33 Euro je Hapag-Lloyd-Aktie.

Im gegenwärtigen Marktumfeld dürften die Papiere nach Einschätzung von Experten nur am unteren Ende der Preisspanne von 23 bis 29 Euro zu verkaufen sein. „Das wäre für alle eine Enttäuschung“, sagte ein Banker. Doch die Börsennotiz an sich habe großen Wert für Hapag-Lloyd. Denn sie würde den Alteigentümern den späteren Ausstieg erleichtern. Tui verkauft im Zuge des Börsengangs nur Aktien für maximal knapp 100 Millionen Euro.

Von

rtr

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