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28.09.2015

13:32 Uhr

Hapag-Lloyd

Reederei wagt den Sprung an die Börse

Vier Jahre nach dem ersten Anlauf plant Hapag-Lloyd noch in diesem Jahr den Gang an die Frankfurter Börse – allerdings mit einem deutlich geringeren Emissionsvolumen als zunächst geplant.

Ein Schiff von Hapag Lloyd liegt im Hafen von Hamburg. Die Reederei strebt noch in diesem Jahr den Börsengang an. ap

Hapag-Lloyd

Ein Schiff von Hapag Lloyd liegt im Hafen von Hamburg. Die Reederei strebt noch in diesem Jahr den Börsengang an.

FrankfurtDie weltweit viertgrößte Containerreederei Hapag-Lloyd wagt sich trotz der Marktturbulenzen noch in diesem Jahr an die Börse – allerdings eine Nummer kleiner als erwartet. Angepeilt wird ein Bruttoemissionserlös von 500 Millionen Dollar (rund 450 Millionen Euro), wie das Hamburger Unternehmen am Montag mitteilte.

Noch Anfang September hatte es in Finanzkreisen geheißen, es könnten Aktien im Milliardenvolumen platziert werden. Nun betonte ein Insider: „Vorsicht war die Devise.“ Die Hapag-Eigner hätten vermeiden wollen, dass sie mehr Aktien anbieten als sie bei den Investoren im aktuellen Umfeld losschlagen können. Im Moment sind mehrere Dickschiffe auf dem Weg an die Börse, der Wettbewerb um Kapital ist groß.

Hapag-Chef Rolf Habben Jansen gab sich im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters gelassen. „Den perfekten Zeitpunkt für einen Börsengang erwischt man nie“, sagte er. „Für uns waren drei Gründe ausschlaggebend: Wir brauchen das Geld für weiteres Wachstum, unser operatives Geschäft hat sich gut entwickelt und wir haben die Unterstützung unserer Gesellschafter.“ Details zum weiteren Fahrplan ließ sich Jansen nicht entlocken.

In der Regel vergehen von der offiziellen Ankündigung bis zur Erstnotiz vier Wochen. Damit könnte Hapag noch gerade so das Herbstfenster nutzen, das sich Ende Oktober wieder schließt.

Andere Börsenkandidaten sind schon weiter: So wollen die Online-Kleinanzeigenbörse Scout24 und die Bayer-Kunststoffsparte schon Ende dieser Woche ihr Debüt auf dem Parkett feiern – wenn alles nach Plan läuft und die Nachfrage ausreichend groß ist.

Die größten Reedereien der Welt

Platz 10

OOCL – 104 Schiffe

Die Orient Overseas Container Line wurde 1947 in Shanghai durch den Unternehmer Tung Chao Yung unter dem Namen „Orient Overseas Line“ gegründet. Noch im selben Jahr begann Tung regelmäßiger Routen nach Nordamerika und Europa zu etablieren. Auf der Flucht vor den Kommunisten siedelte Tung mit seinem 1949 nach Hongkong um. 1969 wurde das Unternehmen zur „Orient Overseas Container Line“ und transportierte als erste asiatische Reederei regelmäßig Containerfracht über den Pazifik. Von 1979 bis 1989 stand mit dem Öltanker Seawise Giant das bis heute größte jemals (nicht an einem Stück) gebaute Schiff im Dienst der Flotte.

Quelle: Alphaliner, Stand 06. Januar 2016

Platz 9

CSCL - 124 Schiffe

Die China Shipping Container Lines (CSCL) gehören zu den jüngsten Reedereien der Containerschifffahrt und gehört zur China Shipping Group. Seit 1997 expandiert die chinesische Reederei massiv – und steuert alleine in China über 40 Häfen an.

Platz 8

Hamburg Süd – 134 Schiffe

Es ist ein Unternehmen mit Tradition: Hamburg Süd ging 1871 aus dem Zusammenschluss von elf Hamburger Handelsgesellschaften hervor. Heute gehört die Reederei zum Oetker-Konzern. Im März 2015 übernahm sie den chilenischen Konkurrenten CCNI.

Platz 7

PIL – 147 Schiffe

Mit der Küstenschifffahrt und kleinen Liniendiensten von Singapur in die Häfen Südostasiens begann 1967 die Erfolgsgeschichte der Pacific International Lines. In den folgenden Jahrzehnten dehnte die Reederei ihr Containerliniennetz von Asien nach Europa und schließlich in die ganze Welt aus. Bis heute ist PIL ein Familienunternehmen.

Platz 6

Cosco - 169 Schiffe

Die China Ocean Shipping Company wurde in Europa bekannt, weil die Reederei in der Finanzkrise 50 Prozent der Anteile am Hafen in Piräus übernommen hat. In der Containerschifffahrt haben die Chinesen ihr weltweites Netz in den vergangenen Jahren sukzessive ausgebaut.

Platz 5

Hapag-Lloyd - 172 Schiffe

Hapag-Lloyd ging 1970 aus der Fusion von Hapag und Norddeutschem Lloyd hervor. 2014 übernahm der Konzern den chilenischen Konkurrenten CSAV, um im Wettbewerb der Großen mithalten zu können. Muttergesellschaft ist der Tui-Konzern.

Platz 4

Evergreen - 192 Schiffe

Anders als der Name vermuten lässt, kommt die Reederei Evergreen aus China, genauer: aus Taipeh. Zum Konzern gehören die Uniglory Marine aus Taiwan, die Evergreen Marine UK (vorher: Hatsu Marine) aus Großbritannien und die Lloyd Triestino (einst Österreichischer Lloyd, seit 2006 Italia Marittima). Darüber hinaus hält die Reederei Beteiligungen an der Fluggesellschaft Eva Air und an der Hotelkette Evergreen Laurel.

Platz 3

CMA CGM - 461 Schiffe

Aus Compagnie Générale Maritime (CGM) und der Compagnie Maritime d'Affrètement (CMA) entstand 1999 die größte Reederei Frankreichs, die auch weltweit in der Top drei landet. Mit der CMA CGM Marco Polo betreibt das Unternehmen eines der größten Containerschiffe der Welt, an Bord ist Platz für über 16.000 Container.

Platz 2

MSC - 487 Schiffe

Eine der größten Reedereien der Welt kommt ausgerechnet aus der Schweiz. Die Mediterranean Shipping Company (MSC) aus Genf wuchs jahrelang rasant durch den Kauf gebrauchter Containerschiffe, bestellt mittlerweile aber auch neue Schiffe. Wichtigster Umschlagplatz ist der Hafen in Antwerpen, weltweit steuert die Reederei 270 Häfen an.

Platz 1

APM-Maersk - 585 Schiffe

Das größte Containerimperium der Welt wird von Kopenhagen aus gesteuert. Seit 1904 sind die Dänen im Frachtgeschäft tätig und unterhalten mittlerweile Niederlassungen in 135 Ländern. Neben der Containerschifffahrt gehört auch die Öl- und Gasförderung zum Geschäft von Maersk.

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