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03.09.2012

14:19 Uhr

Historischer Kurssturz

Schwarzer Börsentag für Rhön-Klinikum

Die Aktien von Rhön-Klinikum knicken am Montag so kräftig ein wie noch niemals zuvor in der Unternehmensgeschichte. Der Grund dafür ist die geplatzte Übernahme durch den Dax-Konzern Fresenius.

Firmenschild von Rhön-Klinikum. Einige Probleme müssen aufgearbeitet werden. dpa

Firmenschild von Rhön-Klinikum. Einige Probleme müssen aufgearbeitet werden.

Der Verzicht von Fresenius auf ein zweites Übernahme-Angebot hat Rhön-Klinikum am Montag den größten Tagesverlust der Unternehmensgeschichte beschert Die Papiere des Klinik-Betreibers fielen zeitweise um bis zu 23 Prozent und kosteten mit rund 14,50 Euro nur unwesentlich mehr als unmittelbar vor Bekanntgabe der ersten Offerte im April. Dabei wechselten innerhalb der ersten Handelsstunde fast zwei Mal so viele Rhön-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

"Rhön-Klinikum muss nun das operative Geschäft stabilisieren und die Restrukturierung zurück aufs Gleis stellen", schrieb DZ Bank-Analystin Christa Bähr in einem Kommentar. Da die neuen strategischen Investoren Fresenius, Asklepios-Kliniken und B. Braun ihre Anteile aufstocken wollten, müsse mit anhaltenden Übernahmespekulationen rund um Rhön gerechnet werden.

Die Lieblingsaktien von Max Otte

Platz 10

Delta Lloyd

Otte: sehr günstige holländische Versicherung mit wenig Exposure in Südeuropa.

 

Platz 9

Alcatel-Lucent

Otte: spottbillig; allerdings muss sich das Unternehmen fangen. 100 - 200 Prozent Potential.

Platz 8

Fuchs Petrolub

Otte: Fair bewertet mit Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15; aber sehr gutes Unternehmen. Langfristige Renditeerwartung: + 10%

Platz 7

Salzgitter

Otte: Zykliker und damit sehr anfällig bei Konjunkturschwankungen. Dank der Cash-Reserven aber extrem günstig.

Platz 6

Novartis

Otte: Sichere Aktie, moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis (11), großzügige Dividendenrendite (4%).

Platz 5

Energias des Portugal

Otte: Kurs bei knapp zwei Euro. Im Bieterverfahren Ende letzten Jahres hat das chinesische Unternehmen Three Gorges 3,45 Euro je Aktie bezahlt. Insgesamt haben die Chinesen sich 21 Prozent der Anteile gesichert.

Platz 4

Berkshire Hathaway

Otte: Dank eines Rückkaufangebots Buffetts lediglich knapp über Buchwertgehandelt. Potential 30 Prozent. Festgeldersatz

Platz 3

Enel

Otte: breit aufgestellter Versorger, spottbillig wie der Italienische Markt.

Platz 2

OMV

Otte: Unter Buchwert gehandelt, KGV bei sechs, Dividendenrendite 4,5 Prozent.

Platz 1

Nestlé

Otte: sicherste Aktie der Welt, derzeit fair bewertet.

Die Aktien von Fresenius stiegen als Reaktion auf die Entscheidung, vorerst nicht noch einmal für Rhön zu bieten, um 2,5 Prozent auf 86,94 Euro. Analystin Claudia Lakatos von Silvia Quandt Research betonte, ein neuer Übernahmeversuch wäre Fresenius aus Marktsicht zu teuer gekommen. "Wir betrachten die Entscheidung für Fresenius insofern positiv, weil es im Markt Bedenken gab wegen des diskutierten Preises und weil es wegen der unterschiedlichen Parteien schwierig geworden wäre, die Kontrolle über Rhön zu bekommen", sagte sie. Darüber hinaus wären die diskutierten Synergien geringer ausgefallen als beim ursprünglichen Deal. Dennoch: Die Logik hinter einer Konsolidierung des Klinik-Marktes sei immer noch gültig.

Aktien Eurostoxx 600 Dividendenrendite

Platz 12

Iberdrola zählt zu den größten Energieversorgern in Europa. Mit seinen Dienstleistungen erreicht das spanische Unternehmen rund 16 Millionen Kunden, neun Millionen davon in Spanien.

Dividendenrendite: 9,6 Prozent*

*die angegebenen Dividendenrenditen beziehen sich auf das abgelaufene Geschäftsjahr, also bereits gezahlte Dividenden. Die Angaben lassen keine Rückschlüsse auf künftige Ausschüttungen zu. Telefonica bspw. hat bereits angekündigt, für das laufende Geschäftsjahr keine Dividende zahlen zu können.

Platz 11

Firstgroup ist eines der führenden Transportunternehmen in Großbritannien und Nordamerika mit einem Volumen von 2.5 Milliarden Passagieren jährlich.

Dividendenrendite: 10,3 Prozent

Platz 10

France Telecom ist ein globaler Telekommunikationskonzern, der in den Bereichen Festnetz, Mobilfunk und Internet tätig ist. Insgesamt betreut das Unternehmen mehr als 182 Mio. Kunden.

Dividendenrendite: 10,5 Prozent

Platz 9

Tele2 ist ein schwedisches Telekommunikationsunternehmen, das weitestgehend in Europa agiert. Derzeit nutzen in 11 europäischen Staaten insgesamt über 30 Millionen Menschen die Dienste von Tele2.

Dividendenrendite: 11,05 Prozent

Platz 8

TDC ist die größte Telefongesellschaft Dänemarks mit Sitz in mehreren europäischen Ländern.

Dividendenrendite: 11,37 Prozent

Platz 7

Portugal Telecom ist ein weltweit operierender Telefondienstleister mit Hauptsitz in Portugal. Als international tätiger Konzern ist das Unternehmen in sämtlichen Segmenten der Telekommunikationsbranche tätig.

Dividendenrendite: 11,48 Prozent

Platz 6

Telefonica ist ein spanischer Telekommunikationsanbieter. Das Unternehmen ist primär in spanisch oder portugiesisch sprechenden Ländern vertreten.

Dividendenrendite: 11,62 Prozent

Platz 5

Greek Organisation of Football Prognostics (OPAP) ist ein griechischer Lotterie- und Sportwettenanbieter. Das Unternehmen ist Europas größter Wettanbieter.

Dividendenrendite: 11,89 Prozent

Platz 4

Die Telenet Group Holding ist ein belgisches Telekommunikationsunternehmen und der grösste Kabelnetzbetreiber in Belgien. Das Kabelnetz erstreckt sich über die Region Flandern und deckt 61% der Haushalte in Belgien ab. Telenet betreut mehr als zwei Millionen Kunden.

Dividendenrendite: 12,51 Prozent

Platz 3

Actividades de Construcción y Servicios ist eine spanische Unternehmensgruppe, die im internationalen Bausektor tätig ist.

Dividendenrendite: 12,95 Prozent

Platz 2

Die Man Group ist ein international tätiger Finanzdienstleister mit Sitz in London. Der Schwerpunkt der Unternehmensgruppe liegt auf alternativen Investmentprodukten.

Dividendenrendite: 18,65 Prozent

Platz 1

Cairn Energy ist einer der großen europäischen Öl-Explorer.

Dividendenrendite: 85 Prozent*

*Cairn Energy hat in diesem Jahr eine Sonderdividende ausgeschüttet von 160 Pence je Aktie. Das Geld stammt aus dem Verkauf des Indiengeschäfts des Unternehmens. Die hohe Dividendenrendite 2012 lässt also keinerlei Rückschlüsse auf künftige Ausschüttungen zu.

Der Rhön-Vorstand bedauerte die Absage von Fresenius. "Der Vorstand teilt weiterhin die strategische Logik des Zusammenschlusses zweier großer privater Klinikbetreiber in Deutschland", sagte Rhön-Chef Wolfgang Pföhler. "Rhön-Klinikum sieht sich für die Zukunft gut gerüstet, um bei der Konsolidierung im Krankenhausmarkt weiterhin eine aktive Rolle zu spielen."

Fresenius war Ende Juni im ersten Versuch gescheitert, Rhön-Klinikum für 3,1 Milliarden Euro zu übernehmen, weil der Konzern nicht wie angestrebt gut 90 Prozent der Rhön-Aktie einsammeln konnte. Im Anschluss lotete der Dax-Konzern aus, ob er einen zweiten Anlauf bei Rhön macht und sich dabei zunächst mit einer einfachen Mehrheit zufrieden gibt. Am Ende fiel das Urteil negativ aus. "Leider konnte keine hinreichend verlässliche Grundlage für die Verwirklichung der unternehmerischen Ziele geschaffen werden," erklärte der Konzern.

Wohin treibt die Rhön-Klinikum Aktie?

Video: Wohin treibt die Rhön-Klinikum Aktie?

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rtr

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