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13.05.2013

10:52 Uhr

Hoher Abschlag

Commerzbank-Aktie fällt unter zehn Euro

Die Commerzbank wird ihre Kapitalerhöhung noch in dieser Woche durchziehen. Das ist an sich noch keine Überraschung - der hohe Abschlag auf neue Papiere schon eher. Die Aktie gibt erneut kräftig nach.

Starke Verwässerung: Aktionäre der Commerzbank stehen im Regen. Reuters

Starke Verwässerung: Aktionäre der Commerzbank stehen im Regen.

Frankfurt, DüsseldorfDie unmittelbar bevorstehende Kapitalerhöhung wirft ihre Schatten voraus: Die Aktie Commerzbank ist am Montag um fast fünf Prozent auf 9,94 Euro gefallen. Nach Informationen des Handelsblatts will die Bank ihre Kapitalerhöhung im Volumen von 2,5 Milliarden Euro am Dienstag oder Mittwoch durchführen. Die Aktionäre haben dann rund zwei Wochen Zeit, neue Papiere zu zeichnen.

Die Commerzbank hatte die Kapitalerhöhung bereits vor Wochen angekündigt. Allerdings stand weder der genaue Tag fest noch der Preis für die neuen Aktien. Nach Informationen aus Finanzkreisen wird die Commerzbank die neuen Aktien wohl mit einem Preisabschlag von mindestens 35 Prozent anbieten. Damit dürften sie - um den Wert des Bezugsrechts bereinigt - etwa 5,50 Euro kosten. Die Commerzbank wollte sich am Montag nicht äußern.

„Eine große Überraschung ist das nicht. Möglicherweise wird dem einen oder anderen jetzt endgültig klar, dass eine große Verwässerung der Anteile droht“, sagte Philipp Häßler, Analyst von Equinet. Er rechnet damit, dass der Kurs der Aktie weiter fällt. Sein Kursziel: acht Euro. Häßler geht davon aus, dass sich Hedge Fonds vor der Kapitalerhöhung entsprechend positionieren. Nach Schätzungen liegen rund die Hälfte der Aktien derzeit bei jenen spekulativen Anlegern. Das Papier sei „zum Tummelplatz für Hedge-Fonds geworden“, heißt es in Finanzkreisen.

Die Commerzbank-Aktionäre erhalten bei der Kapitalerhöhung ein Bezugsrecht für die neuen, billigeren Anteilsscheine. Dieses kann auch separat an der Börse gehandelt werden - als eine Art Rabattgutschein. Mit dem Start der Zeichnungsfrist werden die Aktien dann ohne Bezugsrecht gehandelt und dürften sich damit zunächst bei etwas mehr als acht Euro einpendeln.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Svenska Handelsbanken

17,5 Prozent

Standard Chartered

10,7 Prozent

UBS

10,1 Prozent

HSBC

9,8 Prozent

Deutsche Bank

Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

Santander

9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

JP Morgan

8,9 Prozent

Credit Suisse

8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

Commerzbank

Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

Lloyds

8,1 Prozent

Royal Bank of Scotland

7,7 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.


Mit dem Geld aus der Kapitalerhöhung will die Commerzbank den Staat loswerden - und die restlichen Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds Soffin und der Allianz tilgen. Zu Beginn der Zeichnungsfrist wirft der Soffin Aktien ohne Bezugsrecht für 625 Millionen Euro auf den Markt, um seine Beteiligung an der Commerzbank zu reduzieren.

Investoren hatten kritisiert, dass die Bank ihre Aktionäre schon zu einer Zeit um frisches Kapital bitte, zu dem sie noch keine Erfolge beim Konzernumbau vorweisen könne. Im ersten Quartal schrieb das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut einen Verlust von 94 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte die Bank noch 355 Millionen Euro verdient.

Die Commerzbank hofft seit langem um eine Trendwende. Im Privatkundengeschäft gab es immerhin einen kleinen Lichtblick. Zwar halbierte sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, allerdings war das Ergebnis besser als in den drei Quartalen zuvor. Vorstandschef Martin Blessing wertete das als ersten Beleg für die Wirksamkeit der neuen Strategie, die besonders im Privatkundengeschäft ansetzt.

Kommentare (10)

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jenserle

13.05.2013, 14:01 Uhr

Kleine Info an die Redaktion: Das Allzeithoch ist nicht mehr vom 13.07.2007 ! Ihr setzt wohl auch nur noch auf Quantität, anstatt auf Qualität. Haltet euch BITTE selbst auf dem laufenden. Danke

Account gelöscht!

13.05.2013, 15:15 Uhr


Wer Commerzbank-Aktien im Depot hat, fürchtet sich auch nicht mehr davor, von gewöhnlichen Dieben ausgeraubt zu werden.

th235

13.05.2013, 18:41 Uhr

Knockout
So sollte dem Blessing, einer von den Klitschko Brüdern, dem einen rechten Haken versetzen, damit der Blessing ein für alle male das Handtuch von dem Trainer (Müller)hingeworfen bekommt. Oder beiden einen Ko Schlag versetzen. Aber davor sollte man den gesamten Aufsichtsrat gleich mit verprügeln.

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