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06.06.2011

14:52 Uhr

Immobilien-Aktie

GSW Immobilien auf der Überholspur

Die Aktie des Berliner Immobilienunternehmens GSW steht vor einer steilen Börsenkarriere. Kurz nach der Listung im Prime Standard steht nun schon die Aufnahme in den SDax an.

Das Hauptgebäude der GSW in Berlin: künftige Aufmerksamkeit erscheint dem Unternehmen sicher. Quelle: dpa

Das Hauptgebäude der GSW in Berlin: künftige Aufmerksamkeit erscheint dem Unternehmen sicher.

DüsseldorfDie gerade erst an der Börse gestartete GSW Immobilien könnte schon ab dem 20. Juni auf den Kurszetteln des SDax zu finden sein. Heute Abend entscheidet die Deutsche Börse über die Zusammensetzung ihrer Indizes. Und der Aufstieg von GSW in den Nebenwerteindex scheint für Experten ausgemachte Sache zu sein. Die Kriterien erfülle die Berliner Immobiliengesellschaft komfortabel, sagte Indexexperte Klaus Stabel von ICF. Und mit dem Konkurrenten Colonia Real Estate steht auch ein Abstiegskandidat bereit.

Die Aussicht auf die Beförderung treibt die GSW-Aktien heute an. Die Papiere sprangen in der Spitze um 3,7 Prozent an und lagen am Mittag noch 2,2 Prozent im Plus bei 23,50 Euro. Der Grund: Die Aufnahme in einen Auswahlindex der Deutschen Börse ist in der Regel mit deutlich steigenden Umsätzen und Kursgewinnen verbunden, da Fondamanager, die einen Index abbilden, ihr Portfolio entsprechend gewichten müssen.

Die Aktie, die sich zu über 50 Prozent im Streubesitz befindet, war erst am 15. April dieses Jahres im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet worden. Seither hat sie sich in einem schwachen Marktumfeld sehr gut geschlagen und im Vergleich zum Emissionskurs von 19 Euro fast ein Viertel an Wert gewonnen. Der SDax, in den die Aktie jetzt aufgenommen werden soll, hat im gleichen Zeitraum weniger als vier Prozent zugelegt.

GSW Immobilien verfügt über ein Portfolio von rund 48.800 Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von drei Millionen Quadratmetern. Insgesamt verwaltet die Gesellschaft rund 65.000 Wohnungen. Schwerpunkt der Aktivitäten ist der Berliner Immobilienmarkt.

Neben der Wohnimmobilienfirma Colonia Real Estate, die inzwischen mehrheitlich zur TAG Immobilien gehört bereits einen Wechsel in den weniger regulierten General Standard beantragt hat, droht auch der Baumarktkette Hornbach der Abstieg aus dem SDax. Grund sind die geringen Börsenumsätze. Nutznießer könnte mit dem Verbindungstechnik-Spezialisten Norma ein weiterer Börsenneuling sein. Das Unternehmen war eine Woche vor GSW an die Börse gegangen. Allerdings lief es seither weniger erfreulich. Mit 20,20 Euro liegt die Aktie zurzeit knapp vier Prozent unter ihrem Ausgabepreis.

In TecDax, MDax und Dax wird es nach Einschätzung der Index-Experten keine Änderungen geben. Lediglich die Gewichtung der Commerzbank im Leitindex werde wegen der Kapitalerhöhung wohl etwas angehoben auf dann rund zwei Prozent. Mittelfristig dürfte sich aber vor allem im Nebenwerteindex MDax einiges tun. Da es derzeit Übernahmeofferten für Tognum und Demag Cranes gibt, könnten absehbar zwei Plätze frei werden. Schon jetzt stehen Deutz, Gerry Weber oder Jungheinrich in den Startlöchern. Bis zur nächsten regulären Index-Überprüfung im September dürfte auch GSW gute Chancen auf die zweite Börsenliga haben. Noch reichen dafür die Umsätze des Newcomers aber nicht.

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