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25.03.2013

21:55 Uhr

Immobilienaktien

Die Angst vor der Schweizer Immobilienblase

Bei Schweizer Immobilienaktien ist die Luft raus. Nach der fulminanten Rally der vergangenen Jahre verloren die Werte zuletzt deutlich an Tempo. Für viele Experten ist dies nur der Beginn eines kommenden Preissturzes.

Die Immobilienpreise in Ballungszentren ging zuletzt deutlich nach oben. Die Nachfrage ging dementsprechend stark zurück. dpa

Die Immobilienpreise in Ballungszentren ging zuletzt deutlich nach oben. Die Nachfrage ging dementsprechend stark zurück.

ZürichSeit der Finanzkrise galten sie als eine der sichersten Anlagen, nun zeigen sie Ermüdungserscheinungen: die Schweizer Immobilienaktien. Von 2009 bis Ende 2012 stiegen die Kurse der zwölf an der Schweizer Börse gehandelten Firmen der Branche um 55 Prozent und damit doppelt so stark wie der Markt. Doch nun ist die Luft raus.

Auf den Markt für Büroflächen wachsen laut einer Untersuchung von Credit Suisse die Leerstände. Große Unternehmen verlassen die Zentren und siedeln sich an den Stadträndern an. Innenstadtlagen lassen sich oft nur mit Preiszugeständnissen vermieten. Gebaut wird aber weiterhin. Derzeit werden mehr als doppelt so viele Büroflächen aus dem Boden gestampft wie effektiv nachgefragt werden, errechneten die Immobilienexperten der Großbank UBS. Die auf Bau und Vermietung von Bürogebäuden wie Gewerbeflächen spezialisierten Marktführer Swiss Prime Site und PSP Swiss Property kalkulieren mit einem Anstieg der Leerstände. Sie rechnen nicht damit, dass sie dieses Jahr viel mehr Gewinn erwirtschaften können als 2012. Die beiden Firmen verwalten ein Immobilienportfolio im Volumen von fast 15 Milliarden Franken.

So viel geben die Deutschen für Miete aus

Hamburg

2008: 19,6 Prozent*
2009: 20,5 Prozent
2010: 20,1 Prozent
2011: 20,7 Prozent
2012: 21,7 Prozent

* Anteil des Nettoeinkommens, der für Miete inklusive Nebenkosten aufgewendet werden muss.

Quelle: IVD / Statistisches Bundesamt

Hannover

2008: 17,1 Prozent
2009: 17,7 Prozent
2010: 18,0 Prozent
2011: 18,8 Prozent
2012: 20,0 Prozent

Düsseldorf

2008: 17,9 Prozent
2009: 17,9 Prozent
2010: 18,4 Prozent
2011: 19,0 Prozent
2012: 19,0 Prozent

Köln

2008: 20,1 Prozent
2009: 20,1 Prozent
2010: 19,5 Prozent
2011: 20,1 Prozent
2012: 20,3 Prozent

Dortmund

2008: 16,9 Prozent
2009: 16,9 Prozent
2010: 16,7 Prozent
2011: 16,8 Prozent
2012: 16,9 Prozent

Frankfurt

2008: 21,1 Prozent
2009: 21,1 Prozent
2010: 21,0 Prozent
2011: 21,1 Prozent
2012: 21,9 Prozent

Stuttgart

2008: 21,5 Prozent
2009: 21,5 Prozent
2010: 20,9 Prozent
2011: 21,0 Prozent
2012: 22,3 Prozent

München

2008: 21,8 Prozent
2009: 22,4 Prozent
2010: 21,8 Prozent
2011: 22,6 Prozent
2012: 23,5 Prozent

Nürnberg

2008: 19,4 Prozent
2009: 18,1 Prozent
2010: 18,5 Prozent
2011: 18,9 Prozent
2012: 19,3 Prozent

Berlin-West

2008: 21,6 Prozent
2009: 21,6 Prozent
2010: 21,5 Prozent
2011: 21,8 Prozent
2012: 22,7 Prozent

Auch mit dem Bau und der Vermietung von Einkaufszentren wird nach Einschätzung der Fachleute von Wüest & Partner nicht mehr so gut zu verdienen sein. Gedämpfte Einkommensperspektiven bremsten den Privatkonsum, erläutert die Zürcher Beratungsfirma. Seit der Franken gegenüber dem Euro Rekordhöhen erklommen hat, kaufen die Schweizer zudem deutlich mehr als früher im grenznahen Ausland ein. Ferner decken sich viele verstärkt übers Internet ein. Schätzungen zufolge könnte in den nächsten 15 Jahren in der Schweiz bis zu ein Drittel der heutigen Verkaufsflächen dem Online-Handel zum Opfer fallen. Die auf Büro-, Gewerbe- und Einzelhandelsimmobilien spezialisierte Intershop erwägt wegen der verhaltenen Aussichten im Heimmarkt eine Expansion ins Ausland.

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