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06.09.2011

13:53 Uhr

Immobilienfirma

Gagfah droht Anlegern mit Börsen-Rückzug

Gagfahs Ankündigung eines Aufkaufs der zuletzt nach unten geprügelten Aktien des Wohnimmobilienkonzerns hat die Papiere um bis zu zehn Prozent auf 4,22 Euro nach oben getrieben.

Das Immobilienunternehmen Gagfah in Dresden-Südwest. dpa

Das Immobilienunternehmen Gagfah in Dresden-Südwest.

FrankfurtEin großangelegter Aktienrückkauf könnte der Anfang vom Ende der Gagfah als börsennotierter Gesellschaft sein. Die Ankündigung eines Aufkaufs der zuletzt nach unten geprügelten Aktien des Wohnimmobilienkonzerns bis zu einem Volumen von 75 Millionen Euro trieb die Papiere am Dienstag um bis zu zehn Prozent auf 4,22 Euro nach oben. Das von einer Milliardenklage der Stadt Dresden gebeutelte Unternehmen versuchte die von Kursverlusten geplagten Anleger mit der Drohung zur Annahme der Offerte zu locken, die Gagfah-Aktie von der Börse zu nehmen. 

Wenn der Streubesitz nach möglichen weiteren Rückkäufen zu gering werde, sei die Streichung vom Kurszettel möglich, teilte Gagfah mit. Viele Anleger haben mit den Gagfah-Aktien Verluste erlitten: Mitte Februar lagen sie noch bei fast neun Euro - ehe die Klage aus Dresden wegen des Zustands der ehemals kommunalen Gagfah-Wohnungen bekannt wurde. Bei dem Rückkauf bietet Gagfah zwischen 3,50 und 5,00 Euro - der Preis richtet sich letztlich nach dem niedrigsten Angebot, mit dem bis zum 4. Oktober die meisten Aktien zusammenkommen. Im Höchstfall würde Gagfah damit rund ein Zehntel seiner rund 225 Millionen Aktien zurückkaufen. Ein Sprecher sagte, das würde jedoch bei weitem noch nicht für einen Rückzug von der Börse reichen. 

Investoren könnten die Offerte als zu gering betrachten, schrieb Analyst Ralf Grönemeyer von Silvia Quandt Research. „Dennoch, das Timing von Gagfah ist richtig. Wenn niemand Aktien kaufen will, dann sollten die Unternehmen - als ultimative Insider - dies tun.“ Der noch mit 54 Prozent beteiligte Gagfah-Großaktionär, der US-Finanzinvestor Fortress , wolle seine Aktien bei dem Rückkauf nicht abgeben, betonte das Unternehmen. Zieht Gagfah die Papiere ein, würde der Anteil von Fortress wieder steigen. 

Gagfah-Chef William Joseph Brennan hatte im Interview mit Reuters kürzlich Maßnahmen angekündigt, um den Aktienkurs zu steigern und damit die Lücke zum Buchwert (NAV) von mehr als 12,12 Euro seiner rund 160.000 Wohnungen zu schließen. Das wäre die Voraussetzung für eine Kapitalerhöhung, mit der Gagfah auf Expansionskurs gehen könnte. Mehr Kapital könnte dem Konzern auch bei der anstehenden Refinanzierung seiner Milliarden-Schulden helfen.

 

Von

rtr

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