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10.05.2011

11:00 Uhr

Immobilienfirma

Youniq will mit Studentenwohnungen an die Börse

VonChristian Schnell

Von wegen spartanische Studibude: Die Immobilienfirma Youniq setzt auf stylische Neubau-Wohnungen für Hochschüler. Um zu expandieren will das Unternehmen nun an der Börse frisches Kapital einsammeln.

Studenten im Hörsaal: Youniq bietet Hochschülern voll ausgestattete Wohnungen. Quelle: dpa

Studenten im Hörsaal: Youniq bietet Hochschülern voll ausgestattete Wohnungen.

FrankfurtMancher Investor wird sich ungläubig die Augen reiben, wenn er sich beim Blick auf den Börsenkandidaten Youniq an die eigene Studentenbude erinnert. Mit modernem Mobiliar, dazu mit Internet- und Kabelanschluss dürften die nicht ausgestattet gewesen sein. „Bei uns muss der Student nur Sporttasche und Laptop mitbringen und ist quasi eingezogen“, sagt Rainer Nonnengässer, Vorstandschef der Immobilienfirma.

Youniq, das ist die Börsengeschichte, die im Jahr 2006 unter dem Namen Alta Fides begann. Statt auf die Sanierung denkmalgeschützter Immobilien wie in den Anfangsjahren setzt man mit neuem Namen seit gut zwei Jahren auf Studentenwohnungen. Nicht auf spartanische Buden mit Billy-Regal und Matratze auf dem Boden, sondern auf Neubauten nur mit Ein-Zimmer-Apartments in der Größenordnung zwischen 18 und 25 Quadratmetern. Die sind stylisch möbliert vom Bett bis zur Einbauküche samt Kühlschrank und Mikrowelle und kosten je nach Stadt ab 400 Euro warm.

Bis zu 31,7 Millionen Euro will das Management nun an frischem Kapital einsammeln, von Mittwoch bis Freitag läuft die Zeichnungsfrist für die Kapitalerhöhung. 3525000 neue Aktien werden dafür angeboten, maximal neun Euro soll das Stück kosten. „Diese Summe dürfte Youniq in die Lage versetzen, den größten Teil seiner Vorhaben zu finanzieren und eine dynamische Wachstumsstory zu starten“, schreiben die beiden Analysten Manuel Martin und Felix Permantier von Close Brothers Seydler. Das Institut begleitet die Emission.

Rund 1800 Wohnungen hat Youniq an sieben Standorten im Bestand, bis Ende 2013 soll sich dieser auf rund 3500 fast verdoppeln.

Die Aktie von Youniq, von der im Moment erst zwei Prozent im nur wenig regulierten General Standard frei gehandelt werden, soll nach erfolgreicher Platzierung ab Juli in das Premiumsegment Prime Standard aufsteigen. Dann muss das Unternehmen strengere Berichtspflichten erfüllen, für die Aktionäre bedeutet das mehr Transparenz. Der Anteil der frei handelbaren Aktien liegt dann bei knapp 40 Prozent, was bei entsprechenden Börsenumsätzen sogar den Aufstieg in das Kleinwertesegment SDax möglich macht.

An Umsatz erwarten die beiden Analysten in diesem Jahr 108 Millionen Euro, der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll bei elf Millionen Euro liegen. In den beiden Folgejahren sollen die Umsätze auf 285 und 358 Millionen Euro steigen, die Gewinne auf 23 und auf 21 Millionen Euro.


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