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19.06.2013

15:15 Uhr

Immobilienkonzern

Annington geht am 3. Juli an die Börse

Der größte deutsche Wohnimmobilienkonzern Deutsche Annington geht an die Börse. Das Volumen des Börsengangs liegt bei rund 1,11 Milliarden Euro, rund 26 Prozent der Aktien sollen im Streubesitz sein.

Schild der Deutsche Annington in einer Wohnsiedlung. Ab Donnerstag können Anleger Aktien zeichnen. dpa

Schild der Deutsche Annington in einer Wohnsiedlung. Ab Donnerstag können Anleger Aktien zeichnen.

FrankfurtDer Börsengang der Deutschen Annington soll dem größten deutschen Wohnimmobilienkonzern und seinen Eigentümern eine Milliardensumme einbringen. Werden die Aktien am oberen Ende der Preisspanne von 18 bis 21 Euro platziert, hat die Emission ein Volumen von fast 1,2 Milliarden Euro. Die Deutsche Annington soll am 3. Juli ihr Debüt an der Frankfurter Börse feiern, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die Anleger haben von Donnerstag an bis zum 2. Juli Zeit, bis zu 57 Millionen Aktien des Bochumer Konzerns zu zeichnen. Werden alle Papiere bei Investoren untergebracht, sind danach knapp 26 Prozent der Aktien im Streubesitz. Der mit 180.000 Wohnungen größte private Vermieter in Deutschland wird in der Preisspanne mit 4,0 bis 4,7 Milliarden Euro bewertet.

Die Finanzinvestoren Terra Firma und CPI Capital Partners kassieren den Plänen zufolge bis zu 730 Millionen Euro, dem Unternehmen selbst sollen 400 Millionen Euro zufließen, mit denen die Schulden von 5,6 Milliarden Euro zu einem kleinen Teil abgebaut werden. "Als größtes deutsches Wohnimmobilienunternehmen mit einem bundesweiten Portfolio ist die Deutsche Annington ein attraktives Investment für alle Investoren, die von der Stabilität und Solidität des deutschen Immobilienmarkts profitieren wollen", warb Vorstandschef Rolf Buch um Investoren. Die Deutsche Annington lockt Anleger damit, dass von 2014 an 70 Prozent des operativen Gewinns (FFO 1) aus der Vermietung ausgeschüttet werden. Für das laufende Jahr soll die Dividende aber niedriger ausfallen.

Die größten Börsengänge der Welt

General Motors

General Motors: 23,1 Mrd. Dollar (2010, USA)

Agricultural Bank of China

Agricultural Bank of China: 22,1 Mrd. Dollar (2010, China)

ICBC

ICBC: 21,97 Mrd. Dollar (2006, China)

Visa Inc

Visa Inc: 19,65 Mrd. Dollar (2008, USA)

NTT Mobile Communications

NTT Mobile Communications: 18,05 Mrd. Dollar (1998, Japan)

Enel SpA

Enel SpA: 16,59 Mrd. Dollar (1999, Italien)

Nippon Telegraph and Telephone

Nippon Telegraph and Telephone: 13,75 Mrd. Dollar (1986, Japan)

Deutsche Telekom

Deutsche Telekom: 12,49 Mrd. Dollar (1996, Deutschland)

Bank of China

Bank of China: 11,19 Mrd. Dollar (2006, China)

Dai-ichi Life Insurance

Dai-ichi Life Insurance: 11,16 Mrd. Dollar (2010, Japan)

Organisiert wird der Börsengang der Deutsche Annington von den Investmentbanken J.P. Morgan und Morgan Stanley. Er ist der zweite innerhalb weniger Tage an der Frankfurter Börse. Am 28. Juni soll dort die Börsenglocke für den Gabelstaplerhersteller Kion läuten, der auch von Finanzinvestoren verkauft wird. Dagegen ist der ebenfalls für die erste Woche im Juli geplante Börsengang des Wissenschaftsverlags Springer Science geplatzt. Das Unternehmen wird für bis zu 3,3 Milliarden Euro an den Finanzinvestor BC Partners weitergereicht.

Deutsche Annington ist der zweite Börsengang eines großen deutschen Wohnimmobilienkonzerns in diesem Jahr. Die Aktien der Düsseldorfer LEG Immobilien waren im Januar zu 44 Euro ausgegeben worden - Gewinn haben die meisten Anleger damit nicht gemacht. Am Mittwoch lag das Papier bei 41,49 Euro. Wie bei der Deutschen Annington hatte die Börsenbewertung damals nahe beim Nettovermögenswert (NAV) gelegen, der den Substanzwert des Unternehmens ohne Schulden misst. Langfristig könnte die Annington-Aktie in den Dax aufsteigen - als erster Immobilien-Wert überhaupt. Doch dazu müsste Terra Firma erst komplett aussteigen.

Terra Firma hatte den Konzern seit 2001 aufgebaut - unter anderem mit 65.000 deutschen Eisenbahner-Wohnungen und den Viterra-Werkswohnungen des Energiekonzerns E.ON. Die Finanzinvestoren wollen sich schrittweise zurückziehen. Der ehemalige E.ON-Chef Wulf Bernotat ist heute Aufsichtsratschef von Annington.

Von

rtr

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