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19.01.2005

08:08 Uhr

In der Branche zeichnen sich Engpässe in der Herstellung ab – Analysten raten zu Gewinnmitnahmen

Solaraktien sind heiß gelaufen

VonPatrick Mönnighoff

Über 17 Prozent hat die Aktie der Solar-Fabrik im neuen Jahr schon gewonnen – und gibt damit die Richtung für die gesamte Branche vor. Egal ob Sunways, Solarworld oder Solon, sie alle zählen wie bereits im Vorjahr zu den größten Gewinnern der ersten Handelswochen. Denn das Geschäft mit der Sonne läuft auch Hochtouren – der Politik sei Dank.

DÜSSELDORF. Seit im Januar 2004 durch eine Novelle des Erneuerbare-EnergienGesetzes die Förderung und Einspeisegebühr für Strom aus dem eigenen Mini-Sonnen-Kraftwerk deutlich erhöht worden ist, boomt die Branche. Erstmals lag im vergangenen Jahr die Zahl der neu installierten Photovoltaik-Anlagen hierzulande sogar über der des langzeitigen Rekordlandes Japan.

Dies blieb auch an der Börse nicht unbemerkt. Mit Kursgewinnen von 490 (Solon), 443 (Solarworld), 298 (Solar-Fabrik) und 270 Prozent (Sunways) sind die Papiere der Branche auf Jahressicht nicht zu schlagen. „Kaum ein anderer Sektor hat sich im vergangenen Jahr besser entwickelt“, sagt Patrick Hummel, Analyst der Landesbank Baden- Württemberg.

Viele Experten rechnen sogar damit, dass zumindest bei einigen Papieren die Rally noch nicht beendet ist. „Die Nachfrage ist zurzeit so hoch, dass einige Hersteller schon jetzt bis 2006 ausverkauft sind", sagt Hummel. Er empfiehlt daher die Aktie des Komplettanbieters Solarworld, die erst Mitte Dezember in den Technologieindex TecDax aufgestiegen ist, weiterhin zum Kauf.

Auch bei Theo Kitz, Analyst bei Merck Finck und Co., steht das Papier weiterhin auf der Empfehlungsliste. „Das Papier ist zurzeit noch immer gut 20 Prozent unterbewertet“, sagt der Anlageexperte. Zudem könnte ein bereits angekündigter Aktiensplit die Nachfrage nach der Aktie, die zurzeit immerhin mit einem Kurs-GewinnVerhältnis von 20 bewertet wird, erneut anheizen.

Bei den Aktien der anderen, deutlich kleineren Unternehmen sind die Analysten indes vorsichtig geworden. „In der derzeitigen Situation gewinnt das Unternehmen an Boden, das am meisten produziert“, sagt Hummel. Viele andere Solar-Aktien seien angeheizt durch den Branchenboom bereits heiß gelaufen. Hummel stuft die Papiere von Solar-Fabrik und Sunways daher nur noch mit „halten“ ein. Solar-Fabrik fertigt Dachanlagen, Sunways Solarzellen.

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