Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.06.2011

16:25 Uhr

Insider-Barometer

Dax-Chefs hören nicht auf die Börsenexperten

VonChristian Schnell

ExklusivFrank Appel tut es, René Obermann tut es, viele Dax-Chefs tun es wieder: Aktien des eigenen Unternehmens kaufen. Dabei handeln sie häufig gegen den Rat der Experten. Nur warum? Von CHRISTIAN SCHNELL.

Telekom-Chef Obermann. Quelle: ap

Telekom-Chef Obermann.

DüsseldorfDas Votum ist eindeutig. Und es ist zweifellos mehrheitsfähig: Fünf von acht Vorständen der Deutschen Telekom haben in den vergangenen beiden Wochen Aktien ihres Unternehmens gekauft, darunter Vorstandschef René Obermann. Vier von sechs SAP-Vorständen haben auch gekauft, auch hier war die Konzernspitze mit Jim Hageman Snabe dabei. Sie haben das getan, was in den Woche davor die Chefs von Heidelberg Cement, K+S und der Deutschen Post getan haben: Sie kaufen Aktien, weil sie glauben, dass ihr Unternehmen an der Börse mehr wert sein müsste, als dies der aktuelle Kurs zeigt. Und weil sie wissen, dass die Auftragsbücher bestens gefüllt sind.

Mittlerweile sind die Top-Manager wieder so optimistisch wie seit dem vergangenen Herbst nicht mehr. Sie kaufen, obwohl die breite Masse an Fondsmanager, Bankstrategen und Vermögensverwaltern dieser Tage wegen der vielen ungelösten Probleme in der Welt zur Vorsicht rät. „Top-Manager zeigen häufig ein konträres Anlageverhalten im Vergleich zu den Aussagen der Finanzexperten“, sagt Fifam-Experte Simon Bölinger. Grund dafür sind ihre besseren Informationen über künftige Umsätze und Erträge.

Im Moment setzen die Unternehmenschefs mit ihren Käufen wieder einmal einen deutlichen Kontrapunkt zur allgemeinen Marktmeinung. Die lautet in etwa so: „Zwar stützen die guten Fundamentaldaten auf Unternehmensebene und die attraktiven Bewertungen die Aktienmärkte, jedoch drohen je nach Nachrichtenlage weitere Kursrückgänge“. Das sagt Daniel Schär von der Berliner Weberbank. Die Aussage daraus für Anleger ist eindeutig: Vorerst abwarten und dann wieder einsteigen, wenn das derzeitige Gemisch aus Staatsverschuldung, Inflationsängsten und geopolitischen Risiken etwas überschaubarer ist.

Vorstände und Aufsichtsräte haben für solche Dinge gewöhnlich nichts übrig. Beinahe schon einseitig blicken sie auf ihr Unternehmen. Das hilft besonders in extremen Umbruchphasen wie im Frühjahr 2009. Damals lag die Börse völlig am Boden, lediglich die Chefs kauften Aktien wie noch nie zuvor.

Jetzt haben also die Vorstände von der Telekom und SAP gekauft. Erstere wollen das Niveau um zehn Euro, auf dem die Aktie seit zwei Jahren verharrt, verlassen. Bei der SAP-Aktie ist die Lage anders: Sie war kürzlich soviel wert wie seit fünf Jahren nicht mehr. Trotzdem sehen die Chefs noch kein Ende.

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

aruba

18.06.2011, 17:30 Uhr

Guten Tag,... Ja haben Sie denn lieber sie verkaufen das Zeug Oder Wasssss.?

P.R.

18.06.2011, 18:10 Uhr

Also wen ein DAX-Vorstand die Aktien seines eigenen Unternehmens kauft nur um das Volk an der Börse zu locken, dann wäre das meiner Ansicht nach ein verzweifelter Aktionismus, welcher einem Vorstandsvorsitzenden nicht würdig wäre.

Account gelöscht!

18.06.2011, 18:18 Uhr

Was will man von einem Unternehmen erwarten,
dessen Vorstände mit dem Sprachrohr verkünden müssen, daß sie Anteile des Unternehmens kaufen, das sie gerade leiten.
.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×