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13.08.2012

17:30 Uhr

Insider-Barometer

Dax-Rally verunsichert Top-Manager

VonChristian Schnell

Vielen Top-Managern sind die Kursgewinne der vergangenen Wochen suspekt - sie verkaufen ihre Aktien. Noch ist das nicht dramatisch, aber sollte sich die Euro-Krise verschärfen, drohe der Abverkauf, sagen Experten.

Kursmaklerin in Frankfurt. dpa

Kursmaklerin in Frankfurt.

DüsseldorfEs ist das Phänomen an den Börsen, das im Moment kaum jemand versteht. Um gut 600 Punkte hat der Dax in den vergangenen beiden Wochen zugelegt. Grund dafür sind vor allem die Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi und anderer Notenbanker aus den USA, die an den Märkten die Hoffnung auf weiteres billiges Geld und erneute Stützungsmaßnahmen geschürt haben. Dabei fielen die Konjunkturdaten zuletzt allesamt eher verhalten aus - am Freitag erst wieder das schwache Exportwachstum in China. Und von Unternehmensseite gab es zu erfreulichen Quartalszahlen oft einen zurückhaltenden Ausblick.

"Die Unternehmenslenker werden bei den zuletzt massiv gestiegenen Kursen quasi automatisch vorsichtig", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management. Das Insider-Barometer, das das Aachener Forschungsinstitut für Asset Management alle zwei Wochen mit Commerzbank Wealth Management für das Handelsblatt berechnet, ist in den vergangenen beiden Wochen von 115 auf 110 Punkte gefallen. Noch immer zeigt dieser Barometerstand, dass sich Aktien im Vergleich zu anderen Anlageklassen in den kommenden Monaten gleich oder einen Tick besser entwickeln werden.

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Die Krise in Europa spitzt sich zu. An der Börse spielen die Kurse verrückt. Handelsblatt Online sprach mit Dirk Müller und Max Otte über die Aussichten für Anleger, die Perspektiven des Euro und Verschwörungstheorien.

Beängstigend oder gar ein Anzeichen für eine Trendwende nach unten ist das noch nicht. "Eine solche Entwicklung könnte es erst geben, wenn in den nächsten Wochen Ereignisse wie die Umschuldung in Griechenland oder eine weitere Zuspitzung der Lage in den anderen Krisenländern der Euro-Zone anstehen könnte", sagt Olaf Stotz.
Diejenigen, die verkauft haben, dürften mit ihrem Verhalten jedenfalls keine Verkaufswelle anderer Anleger auslösen. Das gilt auch für den Großküchenhersteller Rational, bei dem Vorstand Günter Blaschke und Aufsichtsrätin Gabriella Meister Papiere im Wert von fast 3,7 Millionen Euro verkauft haben. Verdenken kann man es beiden nicht, hat doch der Kurs des Weltmarktführers in den vergangenen zehn Jahren von 30 auf rund 200 Euro zugelegt. Außerdem bleibt die Familie Meister nach wie vor Großaktionär des bayerischen Unternehmens. Das sehen auch Analysten so. Die Experten von Goldman Sachs haben erst vergangenen Donnerstag ihr Kursziel für die Aktie von 210 auf 220 Euro nach oben geschraubt.

Analysten-Prognose für 2012 (Jahresendstand)

Baader Bank

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

Quelle: Handelsblatt-Kapitalmarkt-Umfrage vom 29.12.2011

Bank Julius Bär

Dax: 6.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,46 $

Bank Sarasin

Dax: 6.800; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

Bankhaus Lampe

Dax: 7.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,38 $

Bayerische Landesbank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,45 $

Berenberg Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,2%; Euro/Dollar: 1,40 $

Bethmann Bank

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,25%; Euro/Dollar: 1,35 $

BHF-Bank

Dax: 6.350; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

BNP Paribas

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,40 $

Citi

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,5%; Euro/Dollar: 1,26 $

Commerzbank

Dax: 6.400; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

DekaBank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,40 $

Deutsche Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,35 $

DZ Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,40 $

Ellwanger & Geiger

Dax: 6.200; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,85%; Euro/Dollar: 1,23 $

Fürst Fugger Privatbank

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,65%; Euro/Dollar: 1,22 $

Haspa

Dax: 6.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 3,0%; Euro/Dollar: 1,30 $

Hauck & Aufhäuser

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,35 $

Helaba

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,45 $

HSBC Trinkaus

Dax: 5.700; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,6%; Euro/Dollar: 1,44 $

JP Morgan

Dax: 6.850; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,0%; Euro/Dollar: 1,38 $

LBBW

Dax: 7.500 (vorher: 6.500); Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,30 $

M.M.WArburg & Co.

Dax: 6.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

National Bank

Dax: 7.000; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,30 $

Natixis

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,2%; Euro/Dollar: 1,35 $

Nomura

Dax: 7.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: k.A.; Euro/Dollar: 1,25 $

NordLB

Dax: 6.100; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,25 $

Postbank

Dax: 7.250; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

Royal Bank of Scotland

Dax: 7.380; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 1,6%; Euro/Dollar: 1,37 $

Santander Cons. Bank

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,8%; Euro/Dollar: 1,35 $

Société Générale

Dax: 5.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,1%; Euro/Dollar: 1,30 $

Syz & Co.

Dax: 6.500; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,5%; Euro/Dollar: 1,25 $

UBS

Dax: 6.300; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,4%; Euro/Dollar: 1,25 $

VP Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,35%; Euro/Dollar: 1,30 $

West LB

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,7%; Euro/Dollar: 1,40 $

WGZ-Bank

Dax: 6.600; Bundesanleihen (10-j.) Rendite: 2,3%; Euro/Dollar: 1,30 $

Den mit Abstand größten Kauf gab es beim Autobauer Daimler. Vorstandschef Dieter Zetsche und zwei seiner Kollegen haben Papiere im Wert von mehr als 1,1 Millionen Euro gekauft. Zetsche hätte gar noch mehr gewollt, was jedoch aus rechtlichen Restriktionen nicht möglich war, hieß es aus dem Konzern. Die drei Vorstände hatten vorher durch Optionsausübung Aktien in Millionenhöhe verkauft und dabei einen Gewinn von einer Million Euro gemacht. Den wollten sie wieder in Aktien anlegen, was aber wegen einer Höchstgrenze nicht möglich war.

Kommentare (3)

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Schaarschmidt

13.08.2012, 17:50 Uhr

Als könnten die in die Zukunft blicken,niemand kann das.Man sollte sich beim DAX eine innere Grenze setzen und sagen ab da kaufe oder verkaufe ich.Auf keinen Fall Kursen hinterherlaufen.

robze

13.08.2012, 21:06 Uhr

hört sich nach laie an, top manager wissen mehr wie du, lies die letzten einträge und vergleiche wie genau kurse sich kurz danach genau so entwickeln

Dr.Doolittle

14.08.2012, 09:22 Uhr

Ich liebe diese Passage: "...Hoffnung auf billiges Geld". Wird ständig benutzt.
Kann mal jemand erklären, was das ist? klingt wie "notleidende Bank", "alternativlos" etc, alles nur Augenwischerei

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