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04.01.2011

12:30 Uhr

Insider-Barometer

Der Blick in die Zukunft?

VonChristian Schnell

Seit viereinhalb Jahren veröffentlicht das Handelsblatt zusammen mit dem Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Uni Aachen und dem Commerzbank Wealth Management das sogenannte Insider-Barometer. In den letzten zwei Wochen ist es rapide abgestürzt.

BaFin in Frankfurt: Gewisse Kauf- oder Verkaufsaufträge für Aktien müssen Vorstände an die Börsenaufsicht melden. BaFin

BaFin in Frankfurt: Gewisse Kauf- oder Verkaufsaufträge für Aktien müssen Vorstände an die Börsenaufsicht melden.

Grundlage für das Insider-Barometer sind die Orders von Vorständen, Aufsichtsräten und deren nahen Angehörigen für Aktien von Unternehmen, bei denen sie Insiderinformationen haben. Diese Kauf- oder Verkaufsaufträge müssen sie innerhalb von fünf Werktagen an die Börsenaufsicht BaFin melden. In Deutschland gilt diese gesetzliche Pflicht seit dem Jahr 2002, in den USA bereits seit den 60er-Jahren.

Die Forscher werten die auf der BaFin-Website (http://ww2.bafin.de/database/DealingsInfo/) veröffentlichten Orders aus - und ziehen daraus Schlüsse für den Gesamtmarkt und für Einzeltitel. Bei den Einzeltiteln kommt es häufig vor, dass die Unternehmensinsider kaufen (oder verkaufen), obwohl die Analysten das genaue Gegenteil empfehlen. Dieser sogenannte Contrarian-Effekt des Insider-Barometers ist für Privatanleger besonders interessant, weil sie so eine der Marktmeinung gegenläufige Einschätzung erhalten - und zwar von Personen, die einen viel tieferen Einblick in die Perspektiven eines Unternehmens haben als "normale" Investoren.

Das Insider-Barometer zeigt an, ob der Aktienmarkt künftig nach oben, seitwärts oder nach unten tendiert. Die Forscher werten dabei immer die Orders der vergangenen drei Monate aus. Bei Barometerständen über 110 Punkten beispielsweise können Investoren in der Regel Zusatzrenditen erwirtschaften, wenn sie am deutschen Aktienmarkt einsteigen. Im umgekehrten Fall empfiehlt sich bei einem Barometer-Stand von unter 90 Punkten der Einstieg in Aktien nicht. Im Bereich zwischen 90 und 110 Zählern entwickeln sich die Aktienmärkte in der Regel wie alle anderen Anlageklassen.

In den vergangenen zwei Wochen ist das Insider-Barometer rapide von 117 auf 98 Punkte abgestürzt. Grund dafür war die Tatsache, dass die Insider so viele Aktien verkauft haben wie seit August 2009 nicht mehr. Damals bewegte sich der Dax in den Folgemonaten seitwärts. Langfristig betrachtet lagen die Top-Manager mit ihren Entscheidungen überwiegend richtig. Die seit 2007 aufziehende Finanzkrise haben aber auch sie nicht kommen sehen.

Kommentare (3)

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dherrmannhi

04.01.2011, 20:13 Uhr

Redakteure noch im Silvesterrausch?
am 20.12.2010 soll das barometer bei 91, kommend von 98 (minus 7) gestanden haben?
Heute wird berichtet es sei von 117 auf 98 innerhalb der letzten zwei Wochen gesunken?
Was ist richtig?
Liebe Grüße

Fries

05.01.2011, 09:21 Uhr

Für den Privatanleger hätte ein insider barometer einen höheren Wert, wenn dieser täglich online abrufbar wäre. Auch dann, wenn er täglich nicht ermittelt wird! Gruß T. Fries

Fries

05.01.2011, 09:22 Uhr

Für den Privatanleger hätte ein insider barometer einen höheren Wert, wenn dieser täglich online abrufbar wäre. Auch dann, wenn er täglich nicht ermittelt wird! Gruß T. Fries

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