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31.01.2011

07:45 Uhr

Insider-Barometer

Firmeninsider wagen sich noch nicht aus der Deckung

VonChristian Schnell

Käufe und Verkäufe von Firmeninsidern halten sich die Waage. Allerdings handeln einige Vorstände und Aufsichtsräte gegen den Trend. Jüngste Beispiele sind Beiersdorf und MTU Aero Engines.

Produktionsstätte der Beiersdorf AG: Während Analysten beim Beiersdorf-Papier zum Verkauf raten, nutzen Manager und Aufsichtsräte die Chance zum Einstieg. dpa

Produktionsstätte der Beiersdorf AG: Während Analysten beim Beiersdorf-Papier zum Verkauf raten, nutzen Manager und Aufsichtsräte die Chance zum Einstieg.

FRANKFURT. Die Beiersdorf-Aktie ist wahrlich nicht das, was man landläufig als den "Liebling der Analysten" bezeichnet. 20 der insgesamt 44 Experten, die sie laut Informationsdienst Bloomberg beobachten, raten zum Verkauf. 18 wollen sie immerhin weiter halten, und nur sechs würden kaufen. Kein Wunder, hatte der Hamburger Hersteller von Nivea-Creme und Tesa-Film doch erst in der Vorweihnachtszeit mit einer Gewinnwarnung die Anleger schockiert.

Dass in einem solchen Umfeld Vorstände und Aufsichtsräte nach guten Gelegenheiten suchen, um bei deutlich günstigeren Kursen einzusteigen, ist ein bekanntes Muster. Bei Beiersdorf hat Aufsichtsrätin Manuela Rousseau über ihre Beteiligungsgesellschaft JJMR Aktien im Wert von fast einer Million Euro gekauft. "Es handelt sich um einen antizyklischen Kauf eines soliden, wenig konjunkturabhängigen Titels", sagt Simon Bölinger vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam).

Sein Haus wertet alle zwei Wochen gemeinsam mit Commerzbank Wealth Management die Käufe und Verkäufe der Topmanager aus, die diese an die Börsenaufsicht BaFin melden müssen. Daraus berechnet es das Insiderbarometer, das einen Überblick über die generelle Kauf- und Verkaufsneigung der Unternehmensinsider bietet. Wie schon bei der vorherigen Erhebung vor zwei Wochen notiert es bei 96 Punkten etwa in der Mitte des neutralen Bereichs. Den weiteren Aufschwung am Aktienmarkt, wie ihn viele Analysten erwarten, sehen Topmanager also nicht.

Ohnehin haben sich die Firmeninsider in den vergangenen beiden Wochen mit ihren Orders stark zurückgehalten. "Wer verkaufen wollte, hat das im Dezember getan, wer kaufen will, der überlegt noch", sagt Bölinger. Entsprechend unterdurchschnittlich sind die Volumina.

Bei Dürr setzen die Insider auf weiterhin hohe Nachfrage

Damit finden sich nur vereinzelt interessante Einzelorders. So beim schwäbischen Maschinenbauer Dürr, wo die Aufsichtsräte Heinz Dürr und Günter Fenneberg zusammen für über 330 000 Euro Aktien gekauft haben. Beide waren schon im vergangen Jahr häufige Gäste auf den Kauflisten. Nur einmal kurz vor dem Jahreswechsel hat sich Heinz Dürr von einem größeren Aktienpaket getrennt. Jetzt kauft er wieder, und Analysten können das gut nachvollziehen. Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler hat Mitte Januar seine Kaufempfehlung bestätigt. Die gute Konjunktur und die damit verbundene hohe Nachfrage sind die Gründe. Sein Kursziel liegt bei 30,50 Euro und damit rund 20 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Der auffälligste Verkauf stammt von Udo Stark, Aufsichtsrat und Ex-Chef bei MTU Aero Engines. Er hat sich wieder einmal von einem Paket der zuletzt sehr gefragten Aktie getrennt.

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