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15.07.2012

13:24 Uhr

Insider Barometer

Führungskräfte nutzen niedrige Kurse zum Einstieg

ExklusivDas Insider-Barometer hält sich bei 102 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit Februar. Der Grund: Firmenlenker haben die Tiefstände genutzt und bei den Aktien der eigenen Unternehmen zugegriffen.

Ein Händler, ein sogenannter Xetra-Spezialist, schaut auf seine Monitore mit den Aktienwerten dapd

Ein Händler, ein sogenannter Xetra-Spezialist, schaut auf seine Monitore mit den Aktienwerten

Deutschlands Firmenlenker und Aufsichtsräte haben in den vergangen beiden Wochen vor allem bei den Aktien eigener Unternehmen zugegriffen, die noch im Juni mehrjährige Tiefstände erreicht hatten. Die größten Käufe gab es bei der Lufthansa, Thyssen-Krupp, Heidelberger Druck, Zooplus  und dem Immobilienunternehmen TAG – dem einzigen, dessen Aktie sich in diesem Jahr richtig gut entwickelt hat. Bei TAG nutzte Aufsichtsratschef Lutz Ristow den jüngsten leichten Kursrückschlag zum Kauf.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Dank der Käufe hält sich das Insider-Barometer bei 102 Punkten und damit dem höchsten Stand seit Februar. Das Barometer berechnen die  Experten des Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) und von Commerzbank Wealth Management alle zwei Wochen exklusiv für das Handelsblatt.  Sie stützen sich dabei auf die Käufe und Verkäufe von Aktien der eigenen Firmen, die Vorstandsmitglieder, Aufsichtsräte und deren Angehörige an die Börsenaufsicht Bafin melden müssen.

Das Kaufsignal, welches das Barometer ab einem Stand von 110 Punkten mit Sicht auf drei Monaten liefert, ist indes aktuell mit etwas Vorsicht zu genießen. Der Grund: Die Umsätze der Insider-Verkäufe sind gerade in den vergangenen beiden Wochen deutlich gesunken – für den Beginn der Ferienzeit keine ungewöhnliche Beobachtung.

Diese Aktien hat Buffett im Depot

Aktien im Depot

Berkshire Hathaway, die Holding von Warren Buffett, ist verpflichtet das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der US-Börsenaufsicht einzureichen.
Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten.
Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen.

Stand: 30.06.2014, Quelle: Pflichtmitteilung (13F) an US-Börsenaufsicht, Bloomberg

Wells Fargo

Marktwert: 24,3 Milliarden Dollar

Coca Cola

Marktwert: 16,9 Milliarden Dollar

American Express

Marktwert: 14,4 Milliarden Dollar

International Business Mach

Marktwert: 12,7 Milliarden Dollar

Wal Mart

Marktwert: 4,4 Milliarden Dollar

Procter & Gamble

Marktwert: 4,2 Milliarden Dollar

Exxon Mobil

Marktwert: 4,1 Milliarden Dollar

US Bancorp

Marktwert: 3,5 Milliarden Dollar

Moody's

Marktwert: 2,2 Milliarden Dollar

Dennoch können Anleger Nutzen aus dem Barometer ziehen, wenn sie sich die einzelnen großen Transaktionen und dabei vor allem die großen Käufe bei Lufthansa und  Thyssen-Krupp ansehen.   „Herkömmliche Investoren sehen bei diesen beiden  Unternehmen eher die Probleme, die Insider, die das Unternehmen besser kennen, richten den Blick auf die Chancen“, meint dazu Olaf  Stotz, Professor an der Frankfurt School. Dabei empfiehlt aber auch die Mehrheit der Analysten, die die beiden Dax-Werte beobachten, die Titel zum Kauf. Seit Ende Juni haben sich bis auf die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen alle Aktien, die Insider zuletzt gekauft haben, zugelegt.

Von

cue

Kommentare (2)

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exp

15.07.2012, 23:29 Uhr

Heidelberger Druckmaschinen werden am Montag so richtig
durchstatten, weil sie das größte Schnäppchen (Weltmarktführer) nach dem 2. Weltkrieg ist. Wetten dass! !
Vorsicht Übernahme! Schlechte Nachr. sind im Kurs schon
eingepreist!

Account gelöscht!

16.07.2012, 09:47 Uhr

Die niedrigen Kurse kommen erst noch, keine Sorge und die sind weit niedriger als jetzt.

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