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27.09.2011

07:53 Uhr

Insider-Barometer

Insider trotzen den turbulenten Märkten

VonChristian Schnell

Top-Manager handeln stets etwas anders als die Masse. Auch jetzt schlagen die Vorstände von Heidelberg Cement und der Deutschen Post zu - und zeigen sich vom Auf und Ab der Märkte unbeeindruckt.

Die Aktie von Heidelberg Cement hat seit April die Hälfte an Wert verloren. ap

Die Aktie von Heidelberg Cement hat seit April die Hälfte an Wert verloren.

FrankfurtTop-Manager pflegen in der Regel einen anderen Umgang mit den Aktien ihres Unternehmens als gewöhnliche Privatanleger. Wenn ihnen die Kurse ungewöhnlich günstig erscheinen, kaufen sie schnell und in großen Mengen. Umgekehrt steigen sie oft dann aus, wenn die breite Masse noch von weiter steigenden Kursen ausgeht.

Dass sie im Moment trotz aller Aufgeregtheiten im Dax bestenfalls durchschnittlich am Aktienmarkt aktiv sind, passt in das Bild des Anlegers, der stets etwas anders handelt als die Masse. Unternehmensinsider, die antizyklisch bei tieferen Kursen kaufen wollten, haben dies bereits getan. Den gesamten August über gab es Käufe auf Rekordhöhe. Die sind nun abgeflacht. "Eine erneute Kaufbereitschaft dürfte erst wieder beim Unterschreiten der Tiefstkurse im Dax einsetzen", sagt Simon Bölinger vom Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) in Aachen. Das wäre bei einem Dax-Niveau deutlich unter 5 000 Punkten der Fall.

Das Insider-Barometer, das die Fifam alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management berechnet, ist zuletzt auf 148 Punkte gestiegen. Auf diesem Niveau stand es zuletzt im Frühjahr vergangenen Jahres. Damals wurden die Schuldenprobleme Griechenlands erstmals so akut, dass sie die Börsen massiv nach unten trieben. Die Kraft der deutschen Wirtschaft hatte die Manager damals schon mehr überzeugt, als ihnen die Probleme an Europas Rand Sorgen bereitet haben.

Heidelberg Cement hat seit April die Hälfte an Wert verloren

Selbst bei so konjunktursensiblen Unternehmen wie Heidelberg Cement ist das der Fall. Seitdem die Aktie von ihrem Jahreshoch im April gut die Hälfte an Wert eingebüßt hat, kaufen die Top-Manager in rauen Mengen. War es zuletzt die Großaktionärsfamilie Merckle, die in Millionenhöhe Aktien orderte, so haben jetzt mit den beiden Vorständen Daniel Gauthier und Dominik von Achten auch zwei aus der operativen Führungsebene gekauft. Die Analysten von Commerzbank Wealth Management bezeichnen die Aktie als attraktiv, messen ihr jedoch ein hohes Risiko bei. Auf dem weltweiten Zementmarkt ist man die Nummer vier. "Wichtiger erscheint uns die globale Marktführerschaft bei Zuschlagstoffen wie Sand oder Kies", heißt es von den Experten des Commerzbank Wealth Managements. Sie gehören zu den unverzichtbaren Zutaten beim Bau von öffentlicher Infrastruktur, einem langfristigen Wachstumsfeld.

Eher selten finden sich hingegen unter den Insiderorders Käufer der Deutschen Post. Diesmal hat Vorstand Jürgen Gerdes den Kursabschlag von einem Drittel seit Mai zum Kauf genutzt.

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