Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2010

08:10 Uhr

Insider-Barometer

Top-Manager misstrauen der Börse

VonChristian Schnell

Die Entwicklung an den Börsen in den ersten beiden Wochen des Jahres 2010 gibt Deutschlands Topmanager recht: Bei so viel Unsicherheit hielten sie sich mit Käufen und Verkäufen von Aktien ihres Unternehmens zuletzt weitgehend zurück.

Der Blick auf die Kurstafel an der Frankfurter Börse zeigt zurzeit keine klare Tendenz. Auch Top-Manager zeigen sich skeptisch. dpa

Der Blick auf die Kurstafel an der Frankfurter Börse zeigt zurzeit keine klare Tendenz. Auch Top-Manager zeigen sich skeptisch.

FRANKFURT.

Damit stellen sie sich in zweierlei Hinsicht gegen die vorherrschende Meinung: Zum einen hatte die Mehrzahl der Marktstrategen aus den führenden Banken gerade in den ersten Monaten des Jahres ein weiteres Ansteigen der Kurse prophezeit. Zum zweiten gilt gerade der Januar als besonders guter Börsenmonat, in dem historisch betrachtet die Kurse meist kräftig gestiegen sind. Davon ist zumindest nach Ablauf der ersten Hälfte diesmal nichts zu spüren.

"Den Insidern nach ist die Wahrscheinlichkeit, dass es in der zweiten Hälfte besser wird, eher gering einzuschätzen", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School. Aus den 160 Unternehmen des Dax, MDax, TecDax und SDax wurden insgesamt nur vier Käufe und ein Verkauf gemeldet. Dabei handelte es sich größtenteils um Topmanager, die schon in der Vergangenheit stets besonders aktiv gehandelt haben. Das geht aus den Daten der Börsenaufsicht BaFin hervor.

Das Insiderbarometer, das das Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) an der Uni Aachen alle zwei Wochen gemeinsam mit Commerzbank Wealth Management berechnet, hat sich deshalb seit der letzten Erhebung im vergangenen Jahr nur um einen Punkt auf 85 Zähler nach oben bewegt. Zählerstände unter 90 bedeuten, dass für Privatanleger von den Insiderorders insgesamt eher ein Verkaufssignal für den Gesamtmarkt ausgeht, ab 90 Punkten beginnt der neutrale Bereich, ab 110 Punkten leuchtet ein Kaufsignal.

Die mit Abstand größte Einzelorder seit Jahresanfang ist auch die einzige Verkaufsorder, die es seither gab. Adidas-Aufsichtsrat Christian Tourres hat sich von Papieren des Sportartikelherstellers im Wert von knapp vier Mio. Euro getrennt. Schon Ende vergangenen Jahres gab es einen größeren Verkauf von seiner Seite. Insgesamt verkaufte er 2009 Adidas-Aktien im Wert von über drei Mio. Euro. In der Summe war es in den vergangenen Jahren zusammen ein zweistelliger Millionenbetrag. "Tourres will hier sicher sein Portfolio diversifizieren", sagt Olaf Stotz.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×