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12.03.2012

09:43 Uhr

Insider-Barometer

Top-Manager verkaufen in großem Stil

VonChristian Schnell

Die Rally an den Börsen macht eine Pause. Auch die Insider haben in der vergangenen Woche verkauft. Besonders auffällig: Top-Manager der Deutschen Bank trennten sich von Aktien.

Besonders auffällig waren die Verkäufe bei der Deutschen Bank. dapd

Besonders auffällig waren die Verkäufe bei der Deutschen Bank.

FrankfurtEinen ersten Vorgeschmack, wie es werden könnte, wenn das Klima an den Börsen rauer wird, haben die Anleger in der vergangenen Woche bekommen. Mit drei Prozent verzeichnete der Dax am Mittwoch den größten Tagesverlust in diesem Jahr. Ob dies nur ein kurzes nervöses Zucken angesichts der Umschuldung in Griechenland oder ob es tatsächlich ein erstes Anzeichen einer Konsolidierung war, darüber gehen die Meinungen auseinander. „Wir empfehlen Abstand von umfangreichen Aktienengagements zu nehmen“, hieß es jedoch bei der genossenschaftlichen DZ Bank. Spielraum für Interpretationen ließ diese Aussage nicht.

Auch Deutschlands Topmanager schlagen sich seit einigen Woche vermehrt auf die Seite der Verkäufer. Hatten sie Anfang Februar schon mal in größerem Stile verkauft, ehe sie sich kurz darauf wieder zurückhielten, so folgte in den vergangenen beiden Wochen der nächste auffällige Schub. Mit der Deutschen Bank, der Allianz und Beiersdorf standen gleich drei Dax-Werte auf der jüngsten Verkaufsliste der Börsenaufsicht Bafin.

Die größten Deals der Topmanager.

Die größten Deals der Topmanager.

Manch einer befürchtet wohl in der aktuellen Gemengelage bereits Auswirkungen auf die Ertragsentwicklung des eigenen Unternehmens. „Hier könnte sich das Umfeld von Zurückhaltung der Staatsausgaben und eine möglicherweise nachlassende Dynamik im chinesisch-asiatischen Raum mittelfristig stärker auswirken, als dies die medial stark präsente europäische Schuldenproblematik suggeriert“, sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School.

Das Insider-Barometer, das das Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) aus den Insiderorders der vergangenen drei Monate zusammen mit Commerzbank Wealth Management berechnet, ist in den vergangenen zwei Wochen von 125 auf 110 Punkte gesunken. Damit steht es nun exakt auf der Grenze in den neutralen Bereich. Die Aussage für den Aktienmarkt heißt damit, dass er sich in nächster Zeit wohl nicht besser als die anderen Anlageklassen entwickeln wird.

Kommentare (2)

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hans21

13.03.2012, 13:56 Uhr

Warum verkaufen diese Leute von Deutsche Bank Ihre Aktien.
Ist da etwas nicht in Ordnung?

Kommentator

13.03.2012, 15:43 Uhr

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff. Und weil die Banker ja nur Aktien aus Spekulationsgründen kaufen, empfehlen sie gleich allen anderen auch noch ihre Papiere loszuwerden. Es ist offensichtlich, dass es nur ums schnelle Geld geht. Niemand von diesen Herren interessiert sich für den eigentlichen Sinn einer Aktie, nämlich die Beteiligung an einem Unternehmen. Es scheint in unserer heutigen Börsenwelt anscheinend völlig gegal zu sein, wie gesund und leistungsfähig eine Firma ist. Nein, wenn es keine schnelle Kursrendite gibt, dann weg mit dem Zeug. Wer investiert eigentlich noch in ein Unternehmen, wegen dessen produzierten und vielleicht allgemein nützlichen Produkten oder Dienstleistungen? Anscheinend nur eine ganz kleine Minderheit. Die Börse ist ein Ort der Spekulanten. Geld, Geld, Geld ist unser Gott.

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