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03.07.2012

10:47 Uhr

Insider-Barometer

Topmanager verkaufen nur wenige Aktien

VonChristian Schnell

Euro-Krise, erlahmende Weltkonjunktur und nervöse Aktienmärkte ändern nichts an der Haltung der Topmanager. Das Insider-Barometer bleibt auf einem hohen Niveau.

Das Management des Damenbekleidungsherstellers Gerry Weber griff bei eigenen Aktien zu. dpa

Das Management des Damenbekleidungsherstellers Gerry Weber griff bei eigenen Aktien zu.

FrankfurtDie Stimmung unter Deutschlands Firmenlenkern ist seit zwei Wochen trotz Euro-Schuldenkrise besser als die der breiten Masse. Das zeigt das Insider-Barometer, das die Aktienkäufe und Verkäufe von Vorständen, Aufsichtsräten und deren Angehörigen misst. Zuletzt ist es auf den höchsten Stand seit Februar gestiegen und signalisiert damit, dass es mit den Aktienkursen nach oben gehen wird.

Noch vor zwei Wochen lag das Insider-Barometer, das die Experten des Aachener Forschungsinstituts für Asset Management (Fifam) zusammen mit Commerzbank Wealth Management aus den Pflichtmeldungen an die Börsenaufsicht Bafin berechnen, bei 106 Punkten.

Relativ wenig Käufe

Allerdings hat die Sache einen Haken: Das Insider-Barometer stieg vor allem, weil die Firmenlenker ihre Verkäufe nahezu eingestellt haben. "Somit fehlt auch den Unternehmenslenkern die letzte Überzeugung für einen steigenden Markt", sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School. Positiv ist allerdings, dass sie auch nicht an einen fallenden Markt glauben.

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Käufe gab es relativ wenig, und die vor allem beim Modeunternehmen Gerry Weber und beim Maschinenbauer Krones. Bei beiden greifen Insider sehr häufig zu, und auch von Analysten gibt es viel Lob. Beim Modeunternehmen Tom Tailor kaufen Vorstände und Aufsichtsräte hingegen eher selten. Zuletzt haben aber gleich sechs von ihnen Aktien geordert.

Das weist darauf hin, dass die Käufe mit dem fast gleichzeitig bekannt gewordenen Kauf der Modekette Bonita zusammenhängen. "Die Akquisition ist strategisch sinnvoll, und der Preis erscheint attraktiv", heißt es bei Hauck & Aufhäuser.

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Von den jüngsten Verkäufen ist nur der bei Fraport erwähnenswert. Vorstandschef Stefan Schulte hat sich dort von Papieren im Gegenwert von über 200 000 Euro getrennt. Den Frankfurter Flughafenbetreiber würde eine Eintrübung des wirtschaftlichen Umfelds sowohl im Fracht- als auch im Personenverkehr treffen. Zudem nimmt der Widerstand in der Bevölkerung gegen die neue Landebahn und die damit verbundene Lärmbelästigung seit einiger Zeit merklich zu.

Seit Anfang Mai hat die Aktie 14 Prozent verloren. "Oft sind die Verkäufe von Managern eher im privaten Umfeld zu suchen, doch nach der Häufung von Verkäufen sollten Anleger die zukünftige Entwicklung von Fraport kritisch verfolgen", sagt Professor Stotz.

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