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04.01.2011

12:34 Uhr

Insiderbarometer

Top-Manager machen erfolgreich Kasse

VonChristian Schnell

Wie es ihrem Unternehmen geht, wissen Topmanager oft am besten. So können die Unternehmensinsider Trends immer etwas früher erkennen. Dieses Wissen konnten die Unternehmensführer auch im vergangenen Jahr gewinnbringend am Aktienmarkt einsetzen.

Mit dem richtigen Gespür konnte man 2010 an der Börse hohe Gewinne machen. Quelle: dpa

Mit dem richtigen Gespür konnte man 2010 an der Börse hohe Gewinne machen.

FRANKFURT. Die nächste Phase ist bereits eingeläutet. Deutschlands Topmanager glauben seit Anfang Dezember nur noch an eine Seitwärtsbewegung der Kurse. Dass die Mehrzahl an Bankstrategen, Fondsmanagern und Vermögensverwaltern einen weiteren Aufwärtstrends prophezeit, scheint die Insider kaum zu interessieren. „In den nächsten Wochen erwarte ich sogar überwiegend Verkäufe der Insider“, sagt Simon Bölinger vom Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam). Sein Haus wertet alle zwei Wochen zusammen mit Commerzbank Wealth Management exklusiv für das Handelsblatt die Orders der Topmanager aus, die diese an die Börsenaufsicht BaFin melden müssen.

Mit dieser Strategie, frühzeitig auf die Trends im eigenen Unternehmen zu setzen und daraus Rückschlüsse für die Aktienanlage zu entwickeln, lagen die Unternehmensinsider im vergangenen Jahr ein weiteres Mal richtig: Als der Dax im Januar und Februar gut 400 Punkte verlor, standen sie überwiegend schon früh auf Verkaufsseite. Als die Kurse dann im März und April trotz vielversprechendem Beginn wieder einknickten, blieben sie gelassen bei ihrer neutralen Einstellung. Erst ab Mai wurden sie mutiger und nahmen dabei den Aufschwung am Aktienmarkt, der ab dem Herbst richtig in Fahrt kam, schon Monate vorher vorweg.

Wer als Anleger die fünf größten Insiderkäufe aus den Indizes Dax, MDax, TecDax und SDax, die alle zwei Wochen im Handelsblatt veröffentlicht werden, nachvollzogen und ebenfalls gekauft hat, der hat insgesamt eine Rendite von 23 Prozent erzielt. Diese lag damit um acht Prozent höher als die des Dax, der im abgelaufenen Jahr um 15 Prozent zugelegt hat. Wer die Kursentwicklung der Insider-Aktien mit dem jeweiligen Index, dem die Aktie zugehört, vergleicht, der kommt immerhin noch auf eine Überrendite von drei Prozent. „Diese Ergebnisse bestätigen den Trend der vergangenen Jahre, dass insbesondere die Käufe auf den Handelsblatt-Listen eng mit der zukünftigen Performance der Insider-Aktien zusammenhängen“, sagt Bölinger.

Die beste Nase, was perfektes Timing und die weitere Kursentwicklung anbelangt, hatte übrigens nicht ein Unternehmenschef selbst, sondern dessen Sohn. Dominik Probst, Sohn von Leoni-Chef Klaus Probst, hat Anfang Juni für knapp 80 000 Euro Aktien des fränkischen Automobilzulieferers gekauft. Heute sind diese Papiere über 170 000 Euro wert, ein Plus von 115 Prozent. Wer als Anleger jetzt noch aufspringt, dürfte allerdings zu spät dran sein. Nachdem die Gewinnprognosen im abgelaufenen Jahr schon zweimal angehoben wurden, sehen die Analysten der Hamburger Sparkasse kaum noch Raum für positive Überraschungen.

Dass ein Kauf von Unternehmensinsidern nicht automatisch steigende Kurse zur Folge hat, mussten beim Versorger RWE eine Reihe von Führungskräften inklusive Vorstandschef Jürgen Großmann feststellen. Für über 3,7 Millionen Euro haben sie am 1. März RWE-Aktien gekauft, heute ist dieses Gesamtpaket rund 600 000 Euro weniger wert. Überhaupt hat die RWE-Aktie im vergangenen Jahr den Status eines kontinuierlich steigenden Papiers verloren. Höhere Steuerbelastungen und die kritische Energiepolitik haben dazu geführt, dass die Aktie vom allgemeinen Aufschwung nichts abbekommen hat.

Auf Verkaufsseite konnten Anleger ebenfalls interessante Lehren für ihr eigenes Depot ziehen. Gleich vier Topmanager der Deutschen Bank haben am 10. August Aktien im Wert von fast 2,7 Millionen Euro verkauft. Heute wären diese Papiere rund 20 Prozent weniger wert. Die etwa einen Monat nach dem Verkauf angekündigte Kapitalerhöhung hat den Kurs unter Druck gesetzt. Und auch bei den einst so angesehenen Solarwerten wie SMA Solar und Centrotherm haben Vorstände größere Aktienpakete verkauft, ehe am Markt die Stimmung drehte.

Kommentare (5)

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Wie passt dass zusammen? Topmanager machen Kasse

04.01.2011, 13:55 Uhr

und Staaten gehen Pleite! Gibt es hier etwa eine Parallelwelt oder zwei Archen, eine wo die ganzen Gangster ihr Geld und Reichtümer verstecken und die
zweite die kurz vor dem Untergang mit Hungersnot, Massenarbeitslosigkeit, Staatspleiten, bürgerkrieg einhergeht? Haben die Gangster den Pakt mit dem Teufel geschlossen, oder wie rechtfertigen sie diese Realität?

http://www.handelsblatt.com/_t=ft_userminds,_b=2722783,_p=29

Nachdenker

04.01.2011, 14:09 Uhr

ich wünsche mir, das sich diese Topverdiener selbstkritisch bewußt machen, daß wenn Sie sterben und diesen Planeten wieder verlassen, Sie von ihrem angehäuften Reichtum rein gar nichts mitnehmen. Wenn man sich das wirklich mal bewußt macht, sollte man in der Lage sein, diese ganze Jagd und Gier nach Materialismus zu relativieren.

Sie sahen ihr Zeichen, nun könnte es dramatisch werden

04.01.2011, 14:13 Uhr

deshalb spricht 2011 der Papst im bundestag, denn diesmal war dass Zeichen eindeutig, wer momentan über die Welt herrschen möchte.
Die Prophezeiung ist war geworden, wir werden es alle erleben. Die Armee des Lichts gegen die des Schattens!
Deutschland hatte schon mal die Aufgabe übertragen bekommen, vom wem diese Aufgabe wirklich kam, dass
weiß nur .....

http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/partielle-sonnenfinsternis-kosmisches-schattenspiel-ueber-deutschland_aid_586899.html

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