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02.06.2013

16:35 Uhr

Insiderkreise

Kion setzt zum Börsengang an

Der Hersteller von Gabelstaplern könnte tatsächlich schon früher an der Börse debütieren, als ursprünglich geplant. Schon in der kommende Woche wolle das Unternehmen seine Pläne vorstellen, heißt es aus Kreisen.

Ein Gabelstapler der zur Kion-Gruppe gehörenden Marke Still. dpa

Ein Gabelstapler der zur Kion-Gruppe gehörenden Marke Still.

FrankfurtDer Wiesbadener Gabelstaplerhersteller Kion steht Insidern zufolge in den Startlöchern für einen Börsengang. "Kion wird seine Pläne Anfang der Woche vorstellen", sagte eine mit den Börsenplänen vertraute Person am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein anderer Insider sprach davon, dass Kion seinen Fahrplan für eine Aktienmarktnotierung am Montag veröffentlichen will. Das Debüt an der Frankfurter Börse dürfte dann Ende Juni oder Anfang Juli erfolgen. Ein Unternehmens-Sprecher sagte, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. "Kion und seine Eigentümer beobachten den Kapitalmarkt genau, wann der richtige Zeitpunkt für den Börsengang ist."

Mehr als 25 Prozent an Kion sollten Finanzkreisen zufolge an den Aktienmarkt gebracht werden. Gemessen an der Entwicklung börsennotierter Rivalen wie Jungheinrich oder dem Weltmarktführer Toyota Industries könnte Kion ohne Schulden mit rund 2,5 Milliarden Euro bewertet werden. Begleitet werde der Börsengang von der Deutschen Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley, hieß es in den Kreisen.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen

Putzmeister

Der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry übernimmt im Januar 2012 das schwäbische Unternehmen für gut 320 Millionen Euro.

Kiekert

Der Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernimmt 2012 den Weltmarktführer für Pkw-Schließsysteme aus Heiligenhaus (NRW).

Schwing

Die Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG) wird im April 2012 Mehrheitseigener des westfälischen Betonpumpenherstellers. Der Verkaufspreis des Herner Unternehmens soll bei rund 300 Millionen Euro liegen.

Kion

2012 steigt der chinesische Nutzfahrzeugproduzent Weichai Power beim Gabelstaplerhersteller Kion ein. Die Chinesen kaufen zunächst für 467 Millionen Euro 25 Prozent an Kion und steigern 2015 ihren Anteil auf 38,25 Prozent. Außerdem erhält der Investor für 271 Millionen Euro eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an der Hydrauliksparte Kions.

Solibro

Das insolvente Solarunternehmen Q-Cells vereinbart im Juni 2012 den Verkauf seiner Tochterfirma mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen an die Pekinger Hanergy Holding Group.

Sunways

Der Konstanzer Photovoltaik-Konzern ging 2012 zum Schnäppchenpreis an den chinesischen Solarriesen LDK Solar. Doch 2013 und 2014 reichte Sunways jeweils einen Insolvenzantrag ein. Teile des Unternehmens wurden in der Folge an den chinesischen Solarkonzerns Shunfeng verkauft.

Tailored Blanks

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Koki Technik Transmission Systems

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer. Ein Kaufpreis wird nicht genannt.

Hilite

Avic übernimmt 2014 für 473 Millionen Euro den deutschen Autozulieferer.

Krauss-Maffei

Im Januar 2016 verkauft Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

EEW

Die chinesische Holding Beijing Enterprises kauft im Februar 2016 den Abfallkonzern EEW Energy from Waste aus Helmstedt für 1,438 Milliarden Euro. Verkäufer ist der schwedische Investor EQT. EEW hat nach eigenen Angaben 1050 Mitarbeiter. Die 18 Anlagen der Gruppe können jährlich rund 4,7 Millionen Tonnen Abfall zu Energie machen und umweltschonend beseitigen. Die Fabriken erzeugen Prozessdampf für Industriebetriebe, Fernwärme für Wohngebiete und Strom für umgerechnet rund 700.000 Haushalte.

Manz

Die Shanghai Electric Group steigt im Frühjahr mit Anteilen von etwa 20 Prozent bei dem angeschlagenen Maschinenbauer ein.

Kuka

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie. Der chinesische Midea-Konzern hat Kuka ein Übernahmeangebot im Umfang von 4,5 Milliarden Euro gemacht und mit dessen Hilfe knapp 95 Prozent der Kuka-Anteile übernommen.

Zumindest ein Teil des Erlöses soll den Kreisen zufolge Kion selbst zufließen. Die Eigentümer KKR und Goldman Sachs wollten auch nach der Erstnotiz noch mit einem substanziellen Aktienpaket beteiligt bleiben. Sie hatten im vergangenen Jahr die chinesische Weichai Power an Bord genommen, die zum Zeitpunkt des Börsengangs bis zu 33 Prozent an Kion halten soll. Goldman Sachs lehnte eine Stellungnahme ab.

Erst vor wenigen Tagen gab Kion Zahlen für das abgelaufene Quartal bekannt. Demnach setzte der Gabelstapler-Hersteller von Januar bis März bereinigt um die verkaufte Hydrauliksparte 1,09 Milliarden Euro um - ein leichter Rückgang nach 1,10 Milliarden Euro vor Jahrsfrist. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) nahm um 2,7 Prozent auf 92,8 Millionen Euro zu.

Auch Springer Science liebäugelt mit einem Börsengang. Der Wissenschaftsverlag dürfte in dieser oder in der kommenden Woche seine Börsenpläne bekanntgeben, sagte ein Insider Reuters. Allerdings treiben die Eigner EQT und der Staatsfonds GIC aus Singapur, die Springer Science 2009 für 2,3 Milliarden Euro erworben hatten, den Kreisen zufolge parallel einen Komplett-Verkauf voran. Die Bedingungen für einen Börsengang sind derzeit blendend. Die Geldschwemme der Notenbanken treibt die Aktienkurse weltweit derzeit an.

Von

rtr

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