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18.01.2012

16:37 Uhr

Internet-Aktien

Angst vor der Facebook-Blase

VonMatthias Hohensee, Christof Schürmann
Quelle:WirtschaftsWoche

Mit Facebook steht in diesem Jahr einer der größten Börsengänge aller Zeiten an. Neben Euphorie herrscht auch Sorge, dass neue Internet-Aktien nichts taugen. Doch es gibt tatsächlich aussichtsreiche Kandidaten.

„Gefällt mir“: Facebook hat die Kommunikationskultur verändert - aber wird das Unternehmen auch Profit abwerfen? dapd

„Gefällt mir“: Facebook hat die Kommunikationskultur verändert - aber wird das Unternehmen auch Profit abwerfen?

DüsseldorfUmrandet von sumpfigem Marschland und einem vierspurigen Highway, leuchtet es in der Abendsonne: das Alcatraz des Silicon Valley, ein Komplex aus elf zweistöckigen, ineinander verschachtelten Gebäuden in Menlo Park. Wie die berühmte Gefängnisinsel in der Bucht vor San Francisco lässt sich der Bau leicht abschotten. Was drinnen passiert, ist von außen nicht zu sehen, und der Weg hinein ist mühsam.

Jahrelang residierte hier das Computerunternehmen Sun Microsystems, das inzwischen zum Softwarekonzern Oracle gehört. Derzeit zieht das prominenteste Start-up der Welt von seinen aus allen Nähten krachenden Gebäuden in der Nähe der Stanford-Universität auf die „Gefängnisinsel“ um. Facebook, das größte soziale Netzwerk der Welt, braucht Raum zum Wachsen. 3300 Mitarbeiter kommen hier unter, Neubauten sollen bis Mitte der Dekade noch einmal so vielen Platz bieten. Vor allem aber hat Facebook-Gründer und Chef Mark Zuckerberg jetzt seine eigene Festung, so wie der mächtige Wettbewerber Google mit seinem burgähnlichen Google-Plex im nur zehn Autominuten entfernten Mountain View.

Vom Binnenland-Alcatraz aus wird derzeit eine 100-Milliarden-Dollar-Operation geplant, die das Schicksal der gesamten Technologiebranche beeinflussen wird: der Börsengang (Initial Public Offering/IPO) von Facebook. Im späten Frühjahr 2012 soll das soziale Netzwerk an die Börse gehen. Nach einem verkorksten Börsenjahr lechzen Investmentbanken nach einem großen IPO, allen voran Goldman Sachs, die bereits 2011 Facebook-Aktien an Kunden verkauften. Facebook soll ein Signal an viele andere Börsenkandidaten sein – und den Banken fette Provisionen bringen, nach Angaben des Analysehauses Dealogic rund 220 Millionen Dollar.

Facebook ist das beherrschende Börsenthema im High-Tech-Eldorado: Kann der 27-jährige Harvard-Studienabbrecher Zuckerberg, der quasi aus dem Nichts ein weltweites Netzwerk mit 800 Millionen Nutzern aufbaute, junge High-Tech-Unternehmen wieder populär machen? Wird er, neben Mitarbeitern und Investoren, die früh einstiegen, auch Anleger an der Börse reich machen? Kann der jugendliche Egomane einen ähnlichen Börsen- und Gründungsboom auslösen wie sein wichtigster Vertrauter und Aufsichtsrat Marc Andreessen, der mit dem Internet-Browser Netscape Mitte der Neunzigerjahre den ersten Internet-Boom anfachte?

Kommentare (2)

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18.01.2012, 17:54 Uhr

Es stellt sich die Frage, warum Facebook überhaupt soviel Wert sein soll?
http://www.start-trading.de/blog/2011/06/21/warum-ist-facebook-100-mrd-wert/

Das Unternehmen an sich wird oft vermarktet als Social Network Plattform bei dem man Freunde findet und den Nachbarn grüßen kann. Das ist für eine Wertannahme von 100 Mrd. Dollar nicht sehr viel.

Tatsächlich kommt der errechnete Wert dadurch zustande, dass man schöne Profile von den 800 Mio. Kundendaten erstellen kann.

Also nicht Facebook ist etwas Wert, sondern seine Kundendaten. Trotzdem sind 100 Mrd. Dollar zu viel. Es riecht definitiv nach einer Facebook-Blase.

Account gelöscht!

18.01.2012, 18:06 Uhr

Niemand wird gezwungen bei FACEBOOK zu investieren. Auch dieses Geschäftsmodell kann, wie bei GROUPON erwähnt, kopiert werden. GOOGLE + ist damit schon letztes Jahr gestartet. Zunächst nur belächelt, weil FB bereits mit ca. 800 Millionen Usern etabliert ist, holt G+ in den letzten Monaten stark auf. Fehler die FB machte (Datenschutz auf untersten, oder gar keinem Niveau)wurden geschickt vermieden. FB wird deswegen nicht verschwinden, doch das nebeneinander zweier potenter Anbieter wird zumindest den Werbekuchen reduzieren.

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