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02.02.2012

15:48 Uhr

Internet-IPO

Für wen Facebook-Aktien attraktiv sind

VonRalf Drescher

Selten wurde ein Börsengang so herbeigesehnt wie der von Facebook. In den nächsten Monaten soll es so weit sein. Aber wie stehen die Chancen für Anleger? Ein Blick in den Börsenprospekt liefert erste Eindrücke.

Facebook geht an die Börse - viele Details sind aber noch unklar. dpa

Facebook geht an die Börse - viele Details sind aber noch unklar.

Düsseldorf„Bist Du bei Facebook?“ Immer mehr Menschen beantworten diese Frage mit Ja. Fast 850 Millionen Mitglieder hat das Soziale Netzwerk mittlerweile weltweit – Tendenz stark steigend. Jetzt bringt Mark Zuckerberg, der Gründer und Vorstandschef von Facebook, das Unternehmen an die Börse. Viele Facebook-Fans und Anleger fragen sich, ob sie auch hier mitziehen sollen.

Um es vorweg zu nehmen: Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Zwar hat Facebook gestern den Börsenprospekt bei der US-Finanzaufsicht SEC eingereicht. Das Papier enthält einige interessante Informationen, die Investoren einen tieferen Blick in die Facebook-Welt erlauben. Viele Fragen sind allerdings nach wie vor offen, unter anderem der Termin für die Erstnotiz, die im Mai aber auch erst im zweiten Halbjahr erfolgen könnte.

Klar ist seit gestern, dass Facebook mit seinem Netzwerk ordentliche Erträge erzielt. Eine Milliarde Dollar Gewinn stand 2011 nach Steuern zu Buche – ein Plus von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch schneller wachsen die Umsätze. Binnen vier Jahren sind diese um das 24-fache gestiegen. Im vergangenen Jahr verdoppelten sie sich auf 3,71 Milliarden Dollar.

Auch wenn manch Analyst noch höhere Zahlen erwartet hatte – beim Umsatz etwa lagen die Schätzungen zum Teil deutlich über vier Milliarden Dollar – sind das gute Zahlen für einen Börsenaspiranten. Die Chancen auf ein erfolgreiches Börsendebüt steigern die guten Fundamentaldaten ohne Zweifel.

Wichtiger als die aktuellen Daten ist allerdings die Frage, ob Facebook auch künftig ähnlich rasant wachsen kann. Chancen birgt der Markt ohne Zweifel. Die Zahl der Nutzer ist zwar endlich, aber in der Vermarktung und im Geschäft mit Zusatzdiensten wie Spielen, Musik oder Videos hat Facebook noch viel Potenzial.

Fragen & Antworten zum Börsengang von Facebook

Was ändert sich für Facebook-Nutzer?

Zunächst überhaupt nichts. Allerdings steht Facebook bei der künftigen Veröffentlichung von Quartalszahlen unter dem Druck, Umsatz und Gewinn kontinuierlich zu steigern. Deswegen erwarten Fachleute, dass die Werbung auf Facebook weiter ausgebaut und auch bei der mobilen Nutzung eingeführt wird. Die Werbung von Facebook könnte auch aggressiver werden, um die Klickrate zu erhöhen, die für den Preis der Werbung maßgeblich ist.

Wann wird die Facebook-Aktie zum ersten Mal an der Börse gehandelt?

Ein genauer Termin steht bislang ebenso wenig fest wie der Ausgabepreis. Experten rechnen für Mai oder Juni mit dem Börsengang. Derzeit steht aber noch nicht einmal fest, ob Facebook an der Technologie-Börse Nasdaq oder an der traditionelleren New York Stock Exchange (NYSE) gelistet wird. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge soll es die Nasdaq werden.

Ist der Firmenwert von Facebook nicht viel zu hoch angesetzt?

Der Jahresgewinn von einer Milliarde Dollar im Jahr 2011 bei Facebook rechtfertigt eine Bewertung von 100 Milliarden Dollar eigentlich nicht. Zum Vergleich: Apple hat allein im jüngsten Quartal in jeder Woche eine Milliarde verdient und kommt dabei auf einen Börsenwert von 425 Milliarden Dollar. Google hat im gesamten Jahr 2011 rund zehn Milliarden erwirtschaftet und kommt „nur“ auf eine Bewertung von 188 Milliarden Dollar. Die Investoren orientieren sich aber vor allem an den Wachstumsaussichten. Und die werden für Facebook derzeit offenbar besser eingeschätzt als bei etablierten Unternehmen.

Wie kann man Facebook-Aktien kaufen?

Sobald die Details für den Börsengang - insbesondere Datum und Ausgabepreis - feststehen, können Interessenten zu ihrer Bank gehen und danach fragen. Die Bank wird dann die erforderlichen Unterlagen zur Zeichnung besorgen.

Was ist vor einer Kaufentscheidung zu beachten?

„Nur weil es hip ist, sollte niemand versuchen, Facebook-Aktien zu kaufen“, sagt Aktienmarktstratege Thilo Müller vom MB Fund Advisory. Entscheidungshilfen mit konkreten Daten sind der jetzt veröffentlichte Börsenprospekt und Einschätzungen in der Finanzfachpresse. In den Kaufpreis gehen voraussichtlich auch die Erwartungen zum weiteren Wachstum von Facebook ein. Erfüllen sich diese nicht, muss man als Anleger mit sinkenden Kursen rechnen. Dies war auch bei mehreren Börseneinführungen von Internet-Unternehmen im vergangenen Jahr der Fall, etwa beim Musik-Streaming-Dienst Pandora.

Verliert Mark Zuckerberg nun die Kontrolle über Facebook?

Nein, der Facebook-Gründer hat auch künftig das Sagen. Er hält Aktien der Klasse B, die mit jeweils zehn Stimmen verknüpft sind, während normale Anleger mit ihren Aktien der Klasse A nur einfaches Stimmrecht haben. Außerdem haben viele Anteilseigner ihre Stimmrechte an Zuckerberg übertragen, so dass er auf 57 Prozent aller Stimmrechte kommt.

Kommentare (16)

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02.02.2012, 17:12 Uhr

Ansgar Heveling hat schon 12 Stück geordert. Hat er eben gepostet.

Account gelöscht!

02.02.2012, 17:21 Uhr

Hahaha

Account gelöscht!

02.02.2012, 17:21 Uhr

Leute, wann begreifen die Firmen endlich, dass Werbung keinen MEHRWERT schafft?

Wie lange muss es noch dauern um einzusehen, dass aus dem seit einem Jahrzehnt sinkenden Reallohn des deutschen Michels auch mit noch so stark personalisierter Werbung keine Cent mehr rauszupressen sein wird!

Facebook und ein Marktwert von 100 Mrd Euro? Da lachen ja die Hühner! Maßlose Selbstüberschätzung und völlige Realitätsferne zeichnen solche Einschätzungen aus. Das einzige was zum Konsum animiert sind wachsende Beschäftigung, wachsende Reallöhne und Arbeitsplatzsicherheit.
Von allen drei Faktoren findet sich kein einziger in Deutschland, und schon gar nicht in den USA. Wie soll ein Unternehmen wie Facebook da 100Mrd wert sein? Das sind Luftschlösser, die da gebaut werden! Die ganze DotCom Blase in einem Unternehmen.

Es ist zum Mäusemelken!

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