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14.04.2011

16:19 Uhr

Investoren drücken Preis

GSW Börsengang startet holprig

Der Börsengang des Immobilienunternehmens GSW ist der größte seit März 2010. Die Anteile gingen aber zum niedrigsten der erwarteten Preise über den Tisch.

Abendliche Aufnahme des Eingangs zum Hauptgebäude der GSW. Quelle: dpa

Abendliche Aufnahme des Eingangs zum Hauptgebäude der GSW.

BerlinDie Berliner Wohnungsgesellschaft GSW schafft es im zweiten Anlauf an die Börse. Allerdings zierten sich die Investoren beim Preis: Das Unternehmen konnte seine Aktien nur zu je 19 Euro platzieren und damit am unteren Ende der bis 23 Euro reichenden Preisspanne, wie es am Donnerstag mitteilte. Der Börsengang ist 468 Millionen Euro schwer und der bislang größte in Deutschland in diesem Jahr. Der GSW selbst fließen jedoch nur 115 Millionen Euro zu. Den Löwenanteil stecken die Alteigentümer Cerberus und Goldman Sachs (Whitehall) ein, die vorerst mit jeweils rund 20 Prozent am Unternehmen beteiligt bleiben. Die Erstnotiz im Prime Standard ist für diesen Freitag geplant. 

„Mit den Erlösen aus dem Börsengang wollen wir weiter wachsen und unsere führende Position auf dem Berliner Wohnimmobilienmarkt ausbauen“, bekräftigte GSW-Chef Thomas Zinnöcker. Derzeit hat die GSW knapp 50.000 Wohnungen in Berlin. 

Übernahme-Avancen der börsennotierten Rivalin Deutsche Wohnen wehrte Zinnöcker erfolgreich ab. Nun rangeln beide Gesellschaften um die wenigen attraktiven Portfolien, die in der Hauptstadt noch zu haben sind. 

Schon vor einem Jahr wollte die GSW an die Börse, kippte die Pläne am Ende aber wegen der Griechenland-Krise. Doch auch die damals noch ungeklärte Refinanzierung des Unternehmens schreckte viele Investoren ab. Finanzkreisen zufolge reichte die Nachfrage daher beim letzten Mal noch nicht einmal aus, um das Buch einmal zu füllen. 

Der neuerliche Versuch war daher in der Branche mit Spannung erwartet worden. Das Aktienangebot war nun „deutlich überzeichnet“, verlautete aus Finanzkreisen. Dabei hatten die GSW-Eigner ihre Preisvorstellungen sogar nach oben geschraubt - 2010 wurden die GSW-Aktien noch für 15 bis 18,50 Euro angeboten. 

Die nun erzielten 19 Euro seien zwar weniger, als sich Cerberus und Goldman erhofft hätten, sagte ein Analyst. „Verschenkt wurden die Aktien aber auch am unteren Ende nicht.“ Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher stellte ebenfalls fest: „Die Aktie ist kein Schnäppchen, aber ein solides Investment.“ Sein Kollege Ralf Groenemeyer von Silvia Quandt Research geht davon aus, dass die Anleger in den ersten Handelstagen der GSW-Papiere ordentlich zugreifen werden. 

Den letzten Börsenneulingen auf dem Frankfurter Parkett hielten die Investoren nicht allzu lange die Treue: Die Aktien des Handtaschenherstellers Powerland und des Verbindungstechnik-Spezialisten Norma starteten zwar über dem Ausgabepreis, rutschten dann aber schnell ab.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Hansi

14.04.2011, 09:24 Uhr

Typischer Heuschrecken-Börsengang mit dem Ziel Kleinanleger-Melkerei.
Cerberus Capital Management & Whitehall haben den Laden wahrscheinlich auf Kredit aufgekauft, die Schulden der GSW übergestülpt und jetzt geht's an die Börse, die heisse Kartoffel an unbedachte Investoren weiterreichen.
Genau das gleiche, schmutzige Spiel wie bei der Gagfah.
Da ist sogar der geplante Facebook-Börsengang seriöser.

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