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12.01.2011

13:45 Uhr

IPO im ersten Quartal

Fahrradhersteller plant schnellen Börsengang

Im Wettrennen um den ersten deutschen Börsengang des Jahres scheint der niedersächsische Fahrradhersteller Derby Cycle gute Karten zu haben. Noch im ersten Quartal könnten die Aktien des Unternehmens im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet werden.

HB FRANKFURT. Den niedersächsischen Fahrradhersteller Derby Cycle zieht es an den Aktienmarkt. Der Börsengang könne bei guten Rahmenbedingungen zeitnah gestartet werden, sagte Firmenchef Mathias Seidler am Mittwoch. Einer mit der Situation vertrauten Person zufolge könnte die Aktie von Derby Cycle noch im ersten Quartal im streng regulierten Prime Standard der Deutsche Börse in den Handel starten. Der Hersteller der Fahrradmarken Focus, Kalkhoff, Univega, Raleigh und Rixe gehört seit 2005 mehrheitlich dem Frankfurter Finanzinvestor Finatem.

Das Unternehmen aus Cloppenburg südwestlich von Bremen dürfte der erste Neuzugang auf deutschen Kurszetteln in diesem Jahr sein. In den Startlöchern stehen auch der gerade erst der Insolvenz entronnene Wäsche-Hersteller Schiesser, der hessische Verbindungstechnik-Spezialist Norma sowie das Softwareunternehmen RIB Software.

An der Frankfurter Börse träfe Derby Cycle auf einen Konkurrenten: Schon 2004 war die Mifa Mitteldeutsche Fahrradwerke AG an die Börse gegangen. Zu 9,30 Euro waren die Aktien des sachsen-anhaltinischen Unternehmens damals erstmals gehandelt worden - nun kostet das Papier 2,60 Euro.

Der deutsche Markt für Fahrräder war 2009 geschrumpft. Der Branchenverband ZIV machte dafür die langen und kalten Winter sowie der Abwrackprämie für Autos verantwortlich. Für 2010 hatte sich die Branche wieder etwas zuversichtlicher gegeben, große Hoffnungen setzte sie dabei vor allem in elektronische Fahrräder - deren Marktanteil 2009 allerdings bei nur vier Prozent lag.

Mit dem Geld aus dem Börsengang will Derby Cycle das Wachstum vor allem im Ausland vorantreiben, zudem sollen vermehrt Elektrofahrräder an den Mann gebracht werden. Das Unternehmen beschäftigt 550 Mitarbeiter und vertreibt seine Elektroräder, Sporträder sowie Fahrräder in mehr als 40 Ländern.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 (per 30. September) wurden rund 430.000 Fahrräder verkauft, damit erzielte Derby Cycle einen Umsatz von 173 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von rund zwölf Millionen. Damit ist das Unternehmen, das sich als Nummer eins unter den deutschen Herstellern sieht, deutlich größer und profitabler als Mifa, die in den ersten neun Monaten 2010 auf 70 Millionen Euro Umsatz kam.

Beim Gang an die Börse wird Derby Cycle den Kreisen zufolge von equinet Bank und der BHF-Bank begleitet.

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