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26.01.2010

16:30 Uhr

IPO-Pläne

Bilfinger will Baugeschäft an die Börse bringen

Im vergangenen Jahr scheiterte der Hochtief-Konzern mit einem Börsengang seiner Tochter Concessions. Der Konkurrent Bilfinger Berger will es jetzt besser machen und sein Baugeschäft per IPO abstoßen. Allerdings haben die Mannheimer aus dem Scheitern von Hochtief gelernt und meiden den deutschen Markt.

HB FRANKFURT. Der Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger Berger will die gute Börsenstimmung in Australien nutzen, um sich von seinem milliardenschweren Baugeschäft dort zu trennen. Der Vorstand habe entschieden, den Verkaufsprozess für Bilfinger Berger Australia einzuleiten und den Börsengang vorzubereiten, teilte der Konzern am Dienstag mit.

Bilfinger will mit der Abtrennung sein riskantes und schwankungsanfälliges Baugeschäft drastisch verkleinern. Der Erlös aus dem Börsengang soll in das margenträchtigere Dienstleistungsgeschäft fließen. Vorstandschef Herbert Bodner kalkuliert dabei mit einen "guten dreistelligen Buchgewinn", wie er Reuters kürzlich sagte.

Das Baugeschäft hat Bilfinger Berger in den vergangenen Jahren immer wieder die Bilanz verhagelt, da der Konzern für teure Unfälle und Fehlplanungen geradestehen musste. Allein für ein Straßenbauprojekt am Persischen Golf sitzt Bilfinger Berger auf unbezahlten Rechnungen von mehr als 100 Millionen Euro. Mittelfristig soll die Bau-Sparte nur noch eine Leistung von zwei Milliarden Euro erbringen, zuletzt waren es sechs Milliarden.

Das australische Baugeschäft von Bilfinger Berger ist im Vergleich zur Baubranche in Deutschland hochrentabel. Bei einer Bauleistung von rund 2,6 Milliarden Euro habe die Tochter 2009 eine operative Rendite (Ebit-Marge) von etwa drei Prozent abgeworfen, teilte Bilfinger Berger mit. In Deutschland sind ein bis zwei Prozent üblich.

Experten taxieren den Wert der Bilfinger-Tochter in Australien auf gut 800 Millionen Euro. Dort konkurrieren die Mannheimer unter anderem mit der Hochtief-Tochter Leighton. Der Essener Konkurrent hatte den Börsengang seiner Infrastruktursparte Concessions mit einem Wert von rund 1,5 Milliarden Euro im November wegen schwacher Nachfrage der Anleger abgeblasen.

Mit dem Verkauf in Australien will Bodner die Ertragskraft des Konzerns binnen weniger Jahre nach oben katapultieren. Durch die geplante Expansion bei Dienstleistungen für Energieversorger, die Petrochemie und Immobilien-Besitzer "wird sich unsere Rentabilität verbessern", sagte Bodner. Mittelfristig werde die Ebit-Marge "nicht unter vier Prozent" liegen. In den vergangenen Jahren war der MDax-Konzern nie über eine operative Rendite von 2,5 Prozent hinausgekommen.

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