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02.02.2011

14:30 Uhr

IPO

Zahlreiche Börsendebuts geplant

Einige Börsengänge stehen in der nächsten Zeit an, die Kandidaten werden von den Anlegern kritisch beäugt. Im zweiten Quartal dürfte die Zahl der Börsengänge weiter ansteigen. Welche Kandidaten an den Markt möchten.

HB FRANKFURT. Einige Unternehmen bereiten sich aktuell auf den Börsengang zu. Die Stuttgarter Softwarefirma RIB hat die Preisspanne für die zum Börsengang angebotenen Aktien festgelegt. Bis einschließlich 3. Februar können die Aktien zwischen 8,88 und 11,88 Euro gezeichnet werden.

Rund 15,7 Millionen Aktien sollen an den Mann gebracht werden; rund 9,8 Millionen davon stammen aus einer Kapitalerhöhung, der Rest aus dem Bestand der Altaktionäre. RIB-Chef und Großaktionär Thomas Wolf hat bereits angekündigt, dass das Initial Public Offering (IPO) 90 Millionen Euro in die Unternehmenskasse bringen soll - abzüglich der Kosten. Am 8. Februar sollen die Titel dann erstmals im streng regulierten Prime Standard in Frankfurt gehandelt werden.

Damit dürfte RIB der zweite Neuzugang am deutschen Aktienmarkt in diesem Jahr sein. Ein paar Tage zuvor will schon der Cloppenburger Fahrradhersteller Derby Cycle den Sprung aufs Börsenparkett wagen.

Im zweiten Quartal werden nach Einschätzung der Deutsche Börse wieder mehr Unternehmen den Sprung aufs Börsenparkett wagen. Ab März sei mit einer deutlichen Zunahme der Initial Public Offerings (IPOs) zu rechnen, teilte der Marktbetreiber am Mittwoch mit und verwies dabei auf den von der Börse erstellten IPO-Indikator, für den jedes Quartal Banken, Emittenten und Investoren befragt werden. Die Stimmung der Börsianer sei besser, weil die Aktienmärkte nicht mehr so stark schwankten und die Kurse stiegen, erklärte die Börse weiter. Allerdings seien Aktien mittlerweile auch nicht mehr so günstig wie zuvor - deswegen würden Investoren wieder etwas skeptischer.

Dass viele Unternehmen noch mit einem Börsengang zögern, liegt aber nicht zuletzt auch an Formalitäten: Bei vielen Unternehmen entspricht das Geschäftsjahr dem Kalenderjahr, weshalb der Jahresabschluss - den viele Anleger vor einem Kauf von Aktien sehen wollen - erst im Laufe des ersten Quartals veröffentlicht werden kann.

Knapp ein Jahr nach dem Scheitern ihrer Börsenpläne nimmt auch die Berliner Wohnungsgesellschaft GSW Kreisen zufolge einen neuen Anlauf. Wenn die Märkte mitspielten, werde ein Initial Public Offering (IPO) im zweiten Quartal angestrebt, sagten zwei mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Die GSW gehört dem Goldman-Sachs-Fonds Whitehall und dem Finanzinvestor Cerberus, die - wie beim ersten Anlauf im Frühjahr 2010 - etwas mehr als 50 Prozent an die Börse bringen wollen. Als Emissionserlös streben sie Finanzkreisen zufolge erneut knapp eine halbe Milliarde Euro an.

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Mit der Umschuldung über fast eine Milliarde Euro ist ein wichtiger Meilenstein für den Börsengang aus dem Weg geräumt", betonte einer der Insider. Die GSW einigte sich mit Banken auf die Refinanzierung eines Kredits von 890 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Morgen mitgeteilt hatte. Dieser wird durch neue Linien über 875 Millionen Euro und Barmittel zurückgefahren. Unter den sechs Geldgebern sind unter anderem die Landesbank Berlin (LBB), die HypoVereinsbank und die DG Hyp. Die durchschnittliche Kreditlaufzeit liegt jetzt bei mehr als acht Jahren.

Die große Schuldenlast der GSW und die unklaren Refinanzierungsaussichten zählten zu den Hauptgründen, warum der Gang an den Aktienmarkt 2010 gescheitert war. Die Gesellschaft wäre Experten zufolge ein Kandidat für den Nebenwerteindex MDax. Die Eigner hatten damals in letzter Minute das Vorhaben abgeblasen - auch wegen der allgemeinen Verunsicherung der Investoren im Zuge der Euro-Schuldenkrise. "Die Vorbereitungen waren damals so weit, dass es dieses Mal sehr schnell gehen könnte", sagte eine der mit den Plänen vertraute Personen. GSW-Finanzchef Andreas Segal ließ sich nicht in die Karten schauen und erklärte lediglich: "Mit Blick auf die Zukunft glauben wir, dass die GSW für ihre weitere Entwicklung sehr gut aufgestellt ist."

Zwischenzeitlich hatte auch der börsennotierte Konkurrent Deutsche Wohnen Interesse an einer Übernahme der GSW bekundet. Doch beim Preis fanden beide Seiten bislang nicht zueinander. Die Wahrscheinlichkeit für eine Einigung wird in Finanzkreisen mittlerweile als eher gering bezeichnet.

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