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30.11.2011

11:35 Uhr

IT-Aktien

Die D-Böller der Börse

VonJoachim Hofer

Bei Internet-Börsenneulingen folgt auf das erste Kursfeuerwerk oft schnell der rapide Wert-Verlust. Wer das Risiko nicht scheut und nicht zu lange wartet kann aber in der Startphase große Gewinne erzielen.

Das Online-Aktionshaus Ebay ist eine von vielen unterschätzten Börsen-Gewinnmaschinen. APN

Das Online-Aktionshaus Ebay ist eine von vielen unterschätzten Börsen-Gewinnmaschinen.

MünchenAls Ebay am 21. September 1998 aufs Parkett kam, da hat sich in Deutschland kaum jemand dafür interessiert. Im Internet-Hype war die kleine Auktionsplattform aus Kalifornien nur ein Börsenkandidat unter vielen. Wer als Anleger aber gleich von Anfang an mit dabei war, der konnte in wenigen Stunden ein Vermögen verdienen. Zu 18 Dollar hatte Gründer Pierre Omidyar die Papiere angeboten, in den Handel an der Nasdaq stieg die Aktie sofort mit 53,50 Dollar ein, um den ersten Tag dann mit 48 Dollar zu beenden.

Ebay ist kein Einzelfall. Wer den richtigen Riecher hat, der kann mit Internet-Emissionen richtig schnell richtig reich werden. Das galt nicht nur im Börsenfieber der 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts, es ist auch heute noch so. Bestes Beispiel dafür ist Linked In. Der Aktienkurs des weltgrößten Online-Karrierenetzwerks hat sich am ersten Tag auf dem Parkett Mitte Mai dieses Jahres mehr als verdoppelt. Damit nicht genug: Das amerikanische Internetradio Pandora ist im Juni zu 16 Dollar an die Börse gekommen. Ein paar Stunden später lag der Aktienkurs schon bei 26 Dollar.

Wer allerdings zu spät einsteigt, der hat oft das Nachsehen. Nur einen Tag nach dem spektakulären Debüt sind die Pandora-Papiere als Reaktion auf einen negativen Analystenkommentar deutlich unter den Einstandspreis gefallen. Inzwischen notiert das US-Unternehmen bei lediglich 10,50 Dollar. Linked In ging es ähnlich. Dem Höhenflug des sozialen Netzwerks folgte ein dramatischer Kurssturz von fast 50 Prozent in vier Wochen. Anschließend erholten sich die Titel dann allerdings wieder um 75 Prozent.

Von tiefroten Zahlen sollten sich Anleger auf keinen Fall abschrecken lassen. Das hochdefizitäre Online-Rabattportal Groupon hat Anfang November in den Vereinigten Staaten den größten Internet-Börsengang seit Jahren hingelegt - trotz eines extrem schwierigen Umfelds. Mit dem Verkauf von 35 Millionen Aktien nahm das gerade einmal drei Jahre alte Unternehmen 700 Millionen Dollar ein und damit deutlich mehr als zuvor erwartet. Bei der Erstnotiz in New York schossen die Papiere gegenüber dem Ausgabepreis von 20 Dollar zeitweise um mehr als 50 Prozent in die Höhe.

Doch richtig glücklich wurde bisher auch mit der Groupon-Aktie nur, wer sie zum Schnäppchenpreis gekauft und rechtzeitig wieder abgestoßen hat. Denn inzwischen notieren die Papiere bei lediglich gut 15 Dollar.
Egal, was an der Börse passiert, eins steht jedoch von vornherein fest: Die Firmengründer sind in jedem Fall auf der Gewinnerseite. So rangiert Pierre Omidyar von Ebay laut US-Magazin "Forbes" inzwischen auf Rang 145 der reichsten Menschen der Erde.

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